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Neusäß
03.09.2020

Igelhilfe Schwaben appelliert: Nester für Igelmütter nicht zerstören

Igel nehmen Flüssigkeit meist nur über die Nahrung auf. Sie können an heißen Tagen eine Extraportion Wasser vertragen.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa-tmn (Symbol)

Die Igelhilfe Schwaben warnt Gartenbesitzer. In den kommenden Wochen dürfen Igel und ihre Babys nicht gefährdet werden.

Hannelore Pentenrieder von der Igelhilfe Schwaben in Neusäß rät in den nächsten Wochen zur Vorsicht, um Igel und ihre Babys nicht zu gefährden. Da in den Monaten August und September die Igelkinder zur Welt kommen, sollten Laubhäufen, Bodendecker, Holzstöße und alle anderen trockenen Verstecke in Ruhe gelassen werden, die sich eine Igelmutter als Aufzuchtbett aussuchen kann. „Wenn eine Igelmutter gestört wird, verlässt sie ihr Nest und die Kleinen oder beißt sie gar tot“, so die Tierschützerin weiter. Sie rät den Gartenbesitzern auch zu äußerster Vorsicht bei der Verwendung von Rasenmähern, Heckensensen oder Mährobotern unter Büschen und Sträuchern.

Igel seien überwiegend in "jämmerlichen Zustand"

Sie hat derzeit auch sehr viele verletzte Igel in der Station. „Da wirkt sich die Corona-Situation aus: Denn viele Menschen sind daheim geblieben und räumen ihre Gärten auf.“ So würden oftmals Steingärten angelegt, in denen die Tiere keine Nahrung finden, oder Holzstapel weggeräumt, unter denen die stacheligen Tiere Unterschlupf suchen. „Es mag vielleicht weniger Igel geben als früher“, sagt Hannelore Pentenrieder. „Aber diese sind überwiegend in einem jämmerlichen Zustand.“

Wer einen kranken Igel finde, könne sich bei der Igelstation melden. Anzeichen auf Krankheiten sind laut Hannelore Pentenrieder, wenn ein Igel apathisch und mager ist, sich nicht einrollt oder auf der Seite liegt. Igelbabys benötigten Spezialnahrung und sollten daher nicht gefüttert werden.

Das rät die Igelhilfe Schwaben

Igel legen bei ihrer Nahrungssuche große Strecken zurück. Gartenzäune, die bis zum Boden reichen, zerschneiden ihr Revier und zwingen die Tiere, auf Straßen auszuweichen, die dann oft zur tödlichen Gefahr werden. Aus diesem Grund sollte auch daran gedacht werden, zumindest Schlupflöcher zu den Nachbargärten zu schaffen.

An alle Gartenbesitzer appelliert Hannelore Pentenrieder von der Igelhilfe Schwaben in Neusäß daher, Wasserstellen auf ihren Grundstücken – am besten an schattigen Stellen – einzurichten.

Lange Zeit war es wegen der anhaltenden Trockenheit sehr schwer für die Tiere, Futter zu finden. „Die Tiere, welche derzeit in unsere Igelstation kommen, sind ziemlich ausgetrocknet und brauchen dringend auch Futter, um das nötige Gewicht von 550 bis 600 Gramm zu bekommen, das sie brauchen, um den Winter zu überstehen.“ Zum Thema Igel gibt Hannelore Pentenrieder Auskunft, Telefon 0821/467569. (AZ)

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