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Festakt

12.06.2013

Neusäß präsentiert sich jugendlich

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Wie aus einem Asterix-Film: Die vier Schauspieler stapften zu martialischer Bläseruntermalung in den Saal und hatten die Sympathien des Publikums schnell auf ihrer Seite.

Zum 25-jährigen Bestehen der Stadt gab es ein aufwendiges und unterhaltsames Bühnenstück zur Stadtgeschichte.

Ein Festakt der anderen Art sollte es werden, „ohne Reden“, wie Bürgermeister Hansjörg Durz betonte – und das gelang fast. Denn Durz sprach diese Worte während seiner Eröffnungsrede. Die Stadt wurde am Montag 25 Jahre alt und wollte den 400 geladenen Gästen in der Stadthalle „zeigen, was sie alles zu bieten hat“, kündigte Durz an. Und das gelang dann vollends: Das Bühnenstück, das den Zuschauern die Geschichte von Neusäß und seiner Stadtteile präsentierte, beeindruckte das Publikum durch seine aufwendige und vielfältige Inszenierung.

Vor allem die Jugend der Stadt war es, die das von Peter Dempf verfasste Stück mit Leben füllte. Paul Fischer von der Schauspielgruppe Neusäß führte als römischer Erzähler Gemellinus durch die Geschichte und begann damit nicht etwa bei dem Zusammenschluss der acht Stadtteile, sondern mehrere tausend Jahre zuvor bei den Kelten. Allzu große Besiedlungen in dem Gebiet der heutigen Stadt gab es zu der Zeit noch nicht, wie Gemellinus zugab. „Aber es entstanden Nekropolen.“

Bevor Gemellinus einen Zeitsprung von 1800 Jahren zu den Allemannen hinlegte, lockerten Tänzerinnen der Ballettschule Jagob die Erzählstruktur des Stückes etwas auf. Sie tanzten zu Flötenklängen, auf einer Videoleinwand im Hintergrund waren Waldstücke aus der Stadt zu sehen. Als vier als Römer verkleidete Schauspieler in den Saal stapften, brandete im Publikum erstmals Beifall auf: Die Römer erinnerten in ihren Rüstungen, die die Partnerstadt Bracciano bereitgestellt hatte, an Figuren aus einem Asterix-Film.

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Dennoch wurde natürlich auch der jüngeren Stadtgeschichte ein beachtlicher Teil des Stückes gewidmet. Um den Einigungsprozess der acht Stadtteile zu erklären, kamen der aktuelle und der ehemalige Bürgermeister auf die Bühne: Hansjörg Durz und Manfred Nozar bemühten sich, die Stadtentstehung nicht als vorgefertigte Rede, sondern als lockeres Gespräch darzubieten. Als Durz seinen Vorgänger fragte, ob Neusäß mittlerweile zu einer Einheit geworden sei, antwortete Nozar: „Die Stadt Neusäß kann sich niemand wegdenken, und die Bürger identifizieren sich mit ihr.“

Dass dies tatsächlich so ist, das bezeugten zum Abschluss die Rapper Jerry Olear und Jakob Baldauf: Sie hatten zum Anlass des Jubiläums eine Ode an ihre Heimatstadt geschrieben. Wo andere Rapstücke dieser Art gerne mal ins Peinliche abrutschen, nahm man Olar und Baldauf ihre Heimatliebe ab, die sie über Bläser-Beats texteten: „Egal was auch kommt/ wohin das Schicksal mit zieht/ alle Wege führ’n nach Neusäß/ in die Stadt, die ich lieb’“ – beim Refrain klatschte und jubelte das Publikum bereits.

Es war also viel geboten – und es hätte auch überladen werden können: ein Erzähler, Balletteinlagen, Rapper, eine Videoinstallation; zwischendurch spielte die Stadtkapelle „Freude schöner Götterfunken“ und traf dabei nicht jeden Ton, dazu zwei sich gegenseitig interviewende Bürgermeister und mehrere Schauspielszenen – den Überblick verlor man aber nie. Das Bühnenstück zum Stadtjubiläum war kurzweilig, humorvoll inszeniert und von dem Enthusiasmus seiner jungen Darsteller getragen. Und es hatte eine eindeutige Botschaft: Neusäß ist eine lebenswerte Stadt, die in den Köpfen ihrer Bewohner angekommen ist.

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