Newsticker

Lauterbach: Bundesregierung soll Signal gegen angekündigte Lockerungen in Thüringen setzen
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Neusäß will das neue Gewerbegebiet an der A8 durchsetzen

Neusäss

03.03.2020

Neusäß will das neue Gewerbegebiet an der A8 durchsetzen

Obwohl es Vorbehalte gibt, will Neusäß ein neues Gewerbegebiet an der A8 ausweisen. Es soll in der Bildmitte entstehen – südlich der Autobahn und östlich des Autobahnanschlusses (Das Foto zeigt den Blick in Richtung Südosten).
Bild: Marcus Merk

Plus Trotz Bedenken der Regierung von Schwaben wurde für das Areal nun der Startschuss gegeben. Wie die Stadt die Ansiedlung von Firmen dort begründet.

Die Stadt Neusäß macht sich Hoffnungen, dass es doch noch etwas mit einem neuen Gewerbegebiet an der Autobahn wird. Der Stadtrat hat beschlossen, für das Areal östlich des Autobahnanschlusses einen Bebauungsplan aufzustellen. In der Planung muss die Stadt überzeugend begründen, warum dort die Ansiedlung von Firmen Sinn macht und warum das Gelände dafür nötig ist.

Die Stadt Neusäß möchte an der Autobahn Platz für neues Gewerbe schaffen, in einer Art Verlängerung zu den Firmen auf Gersthofer Flur. Doch gegen dieses Vorhaben gibt es Vorbehalte. Die Grünen hatten sich dagegen ausgesprochen und deshalb auch den neuen Flächennutzungsplan abgelehnt. Sie mahnten vor dem Flächenverbrauch und einem einem „Riegel“ entlang der Autobahn. Die Regierung von Schwaben sah für diese Fläche als Gewerbegebiet das sogenannte Anbindegebot nicht erfüllt. Außerdem müsse die Stadt darlegen, wie durch ein solches Gewerbegebiet das Landschaftsbild verändert wird. Den Flächennutzungsplan hat der Stadtrat daher mit einem „weißen Fleck“ an dieser Stelle verabschiedet.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Gewerbegebiet in Neusäß: Zwei Flächen sind ausgewählt

Zwei Flächen an der Autobahn bei Täfertingen sieht die Stadt als neue Gewerbegebiete vor: Eine liegt westlich der Zufahrt und schließt an die bestehenden Firmen am Trentiner Ring an. Das zweite Areal ist im neuen Flächennutzungsplan östlich der Autobahn-Zufahrt eingezeichnet. Dies ist laut Greiner das Gebiet, das am schnellsten als neues Gewerbegebiet zu realisieren wäre. Beim anderen Areal steht vorher erst noch ein Kiesabbau an.

Doch die Regierung hatte zu dem östlichen Gebiet Bedenken wegen unerwünschtem Einzelhandel auf der grünen Wiese und zu hoher Versiegelung geäußert. Das sogenannte Anbindegebot müsse beachtet werden, das heißt, neue Gewerbegebiete müssen an bestehende Bebauungen „angedockt“ sein. Die Mehrheit der Stadträte sieht dies bei dem Gewerbegebiet als gegeben an. Ihrer Ansicht nach passt es in die Umgebung, weil sich das Gewerbe von Gersthofen und das Güterverkehrszentrum anschließen. Das Orts- und Landschaftsbild werde daher nicht beeinträchtigt. Außerdem sei eine gewerbliche Entwicklung nur im Nordosten des Stadtgebietes möglich. Das Gewerbegebiet-Nord an der Entlastungsstraße hat keine freien Flächen mehr zur Verfügung.

Bedenken gegen Areal in Neusäß: Bürgermeister sieht keine Alternative

Bürgermeister Greiner stuft die Chancen als hoch ein, dass das Gewerbegebiet doch noch genehmigt werde. Die Stadt müsse dafür mehrere Voraussetzungen erfüllen. Zum einen gehe es darum, einen Bebauungsplan aufzustellen. Zum anderen müsse die „Alternativlosigkeit“ im Stadtgebiet dargestellt werden. Greiner: „Wir können ja zum Beispiel nicht in Hainhofen im Schmuttertal bauen.“ Außerdem gehe es darum, den Bedarf nachzuweisen, konkret Anfragen von alteingesessenen Unternehmen, die eine Fläche zum Neubau suchen und gerne in Neusäß bleiben wollen.

Di Stadt Neusäß will Betriebe aus dem Zentrum nach außen verlagern.
Bild: Marcus Merk

Überzeugen will die Stadt auch mit einem anderen Argument: Dies sei die einzige Option, um produzierende Betriebe aus dem Neusässer Zentrum nach außen zu verlagern. Die Planungen für Gewerbe an der Autobahn hängen damit unweigerlich mit der Entwicklung des Gewerbegebiets in Neusäß-Mitte (Daimler- und Lohwaldstraße etc.) zusammen, das in den 60er- und 70er-Jahren entstanden ist. Man wolle den ansässigen Firmen dort Bestandssicherheit geben und gleichzeitig neue Flächen in Täfertingen schaffen, damit sie umsiedeln können, so Greiner. So könne man auch den Schwerlastverkehr aus der Stadt rausbringen. Das von der Stadt beauftragte Planungsbüro müsse jetzt alle diese Vorgaben einarbeiten, sagt Bauamtsleiter Gerald Adolf. Die Regierung von Schwaben könne dann im Laufe des Verfahrens zu dem Bebauungsplan Stellung nehmen. Adolf : „Wir müssen aufzeigen, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben.“

Wie sich Neusäß wirtschaftlich entwickeln soll

Bürgermeister Greiner skizziert seine Auffassung zur wirtschaftlichen Entwicklung so: Durch die Ansiedlung großer Logistikunternehmer in der Vergangenheit habe der Landkreis das Ziel erreicht, auch im „einfacheren Bereich“ Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Situation ermögliche dem Landkreis und den Kommunen nun, Unternehmen gemäß den eigenen Entwicklungszielen anzusiedeln und auf Flächenverbrauch zu achten. Nach der Vorstellung von Greiner sollte sich Neusäß auf den Gesundheitssektor mit medizinaffinen Unternehmen fokussieren, die meist geringere Flächenansprüche haben als andere Branchen.

Lesen Sie auch: Mehr Platz für Firmen in Täfertingen an der Autobahn


Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren