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Neusäß

04.07.2019

Neusässer Autor verarbeitet Schicksalsschläge in Gedichten

Der Neusässer Christoph Kroher beschäftigt sich mit der Auswahl seiner Gedichte für den zweiten Poesieband zum Thema „Mensch“.
Bild: Jutta Kasier-Wiatrek

Christoph Kroher verarbeitet mit Lyrik Schicksalsschläge und Sorgen, die seinen Alltag bestimmen. Der Neusässer will anderen Senioren Mut machen.

Schicksalsschläge holten Christoph Kroher in seinem Leben immer wieder ein. Um in diesen Zeiten trübe Gedanken, die seinen Alltag bestimmten, zu verarbeiten, versuchte der Neusässer, die Traurigkeit mit dem Schreiben von Gedichten zu überwinden.

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Bereits seine Scheidung, verbunden mit dem Verlust der Kinder, verarbeitete er in Gedichten. Alles hat sich Christoph Kroher aus Ottmarshausen von der Seele geschrieben. Gerade seine „Menschengedichte“, wie er die Verse für sein neues Buch nennt, haben ihn veranlasst, in sich zu gehen, nachzudenken und letztlich Leidensgenossen in ähnlicher Lage damit abzuholen.

Kroher will auch zum Nachdenken anregen

Mit Fragen wie „Warum geht es mir schlecht?“, „Wie löse ich mich aus meinem Problem?“ oder „Wo seid ihr?“ zu einer Zeit, als er seine Söhne sehr vermisste, wollte er auch andere zum Nachdenken anregen und schwachen Mitmenschen Lebenshilfe geben.

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So arbeitete er unter anderem auch Themen wie Sucht, Depressionen oder Probleme von Behinderten in seinen Gedichten auf. Mit Titeln wie „Dann tu’s und mach“, „Schwimm Dich frei“ oder „Heile, heile Gänschen“ fand Kroher für sich durch das Gedichteschreiben eine Lösung. Mit diesen „Wegweisern“ will er auch anderen helfen. Von Beruf her ist er eigentlich eher technisch geprägt. Kroher war früher Textilingenieur. Schnell erkannte der Neusässer, dass er zum Schreiben Leben um sich braucht. Deshalb verlegte er sein „Dichterstübchen“ bald in ein Gasthaus, und hier sprudelten die Ideen. 1400 Gedichte verwahrt er in seinem Archiv. Um die Menschen erreichen zu können, begann Christoph Kroher mit Lesungen in Seniorenheimen, zuerst zusammen mit seinem Partner Werner Schinderl, später mit Werner Sand. Dies kam so gut an, dass er sich lange Jahre auf Seniorenlesungen spezialisierte. „Werner Sand war blind. Ich habe damals die Gedichte auf Band gesprochen, die Werner Sand schließlich in Blindenschrift übertrug“, erinnert sich der Hobbypoet. Es erfüllte ihn immer mit großer Zufriedenheit, den alten Menschen mit seinen Gedichten Mut zu machen. In zehn bis zwölf Seniorenheimen las er regelmäßig und bezog sich stets auf die verschiedensten Themen des Lebens. Der Erfolg ermutigte ihn auch zur ersten Veröffentlichung einiger seiner Gedichte zum Thema Zeit im Almanach deutschsprachiger Dichtkunst „Welt der Poesie“.

Gedichte müssen gelesen werden

Leider schliefen die beliebten Lesungen in der letzten Zeit etwas ein. Christoph Kroher will sie aber wieder aufleben lassen, gerne auch in Neusässer Seniorenheimen. Zuvor ist er allerdings noch mit der Auswahl seiner Gedichte für den zweiten Gedichtband zum Thema „Mensch“ beschäftigt. Gedichte könne man doch nicht einfach in Ordnern stapeln, sie müssten gelesen oder zu Gehör gebracht werden, sagt er. Zum Schreiben hatte Kroher bereits als Gymnasiast eine besondere Verbindung. Er sei „der Schreck aller Lehrer“ gewesen, wenn er mit spitzer Feder so manche derer Eigenheiten aufs Korn nahm. Die Abiturzeitung wurde sogar verboten.

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