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27.01.2020

Neusässer CSU diskutiert die Chancen der Uniklinik

Ob Klinikum oder Uniklinik: Neusäß sei mit dem Medizinsektor stark verknüpft und kann profitieren

Der Veranstaltungsort war passend gewählt: Der Zukunfts-Dialog der CSU Neusäß, diesmal zum Thema „Uniklinik – eine Chance“, fand auf einer Baustelle statt, im Rohbau des Erweiterungsbaus zum Ärztehaus an der Hauptstraße. Rund 80 Bürger sowie mehrere Ärzte, Apotheker, Leiter von Pflegeeinrichtungen und Unternehmer aus der Medizinbranche diskutierten bei der CSU-Veranstaltung angeregt über die Chancen, die die Uniklinik für Neusäß bringen kann. Moderiert wurde die Veranstaltung von den CSU-Stadtratskandidaten Prof. Klaus Bohndorf und Dr. Markus Bühne.

Dass für Neusäß die Voraussetzungen gut sind, beim Thema Medizin und Gesundheit zu punkten, zeigen folgende Daten: Während der Bedarfsplan der Kassenärztlichen Vereinigung als Idealwert für die ärztliche Versorgung einer Kommune ein Verhältnis von 1671 Einwohner pro Arzt vorsieht, kommt in Neusäß ein Arzt auf etwa 350 Bürger.

Aktuell gibt es in Neusäß 260 Pflegeplätze in zwei Pflegeheimen mit einer neuen Demenzstation, sowie zwei Tagespflegeeinrichtungen. Jörg Roehring, CSU-Ortsvorsitzender und stellvertretender Pflegedirektor an der Uniklinik, berichtete, dass die Uniklinik bereits 550 Auszubildenden einen zukunftsorientierten Arbeitsplatz bietet, viele davon in Kooperation mit dem Bezirk Schwaben und weiteren Trägern wie auch Pflegeheimen.

Christian Hörmann von der Beratungsgesellschaft CIMA sagte, mit dem Gewerbeflächenentwicklungskonzept werde eine tragfähige Voraussetzung geschaffen, um einerseits Traditionsfirmen, z.B. durch Auslagerung in Richtung A8, eine Zukunft am Standort Neusäß zu erhalten, wohnortnahe Arbeitsplätze zu sichern und andererseits Start-ups und neue medizintechnische Unternehmen nach Neusäß zu holen.

Als Beispiel nannte Prof. Bohndorf die Firma Orthoscoot, die mithilfe der städtischen Wirtschaftsförderung ihren Standort in Neusäß gefunden habe, wo sie spezialisierte Gehhilfen für Orthopädiepatienten entwickelt und produziert.

Der langjährige Vorsitzende des ärztlichen Bezirksverbandes Schwaben, Dr. Kurt Reising, regte an, die heute für Kongresse bereits gut nachgefragte Stadthalle Neusäß als „Audimax für medizinische Fachveranstaltungen zu profilieren“. Er wies in seiner Stellungnahme ferner auf den Fachkräftemangel hin, was Allgemeinarzt Dr. Lothar Betz und die Leiterin des Pflegeheims am Lohwald, Justine Bohn, bestätigten.

Bürgermeister Richard Greiner nahm die verschiedenen Impulse auf und zog als Fazit: „Wir ergreifen die Chance, eine sauber gesteuerte Entwicklung und passgenaue Lösungen für die Menschen in Neusäß zu erarbeiten, damit alle etwas davon haben. Wir haben den neuen Flächennutzungsplan abgeschlossen, jetzt folgt die Erstellung eines Rahmenplans für die Gewerbe-Entwicklung in zentraler Lage, die künftig auch von Ansiedlungen aus der Medizinbranche, Dienstleistung und Versorgung geprägt sein soll.“

Wie die Lösung aussehen kann, wurde am gleichen Abend deutlich: Eigentümer und Bauherr Stefan Nerz berichtete, dass die bestehende Nachbarschaft zum Ärztehaus und die neue Uniklinik für ihn die Motivation für seinen Neubau sind. Fest steht bereits, dass hier das Hörakustik-Fachgeschäft Böhler und eine ärztliche Praxis einziehen. Im Obergeschoss entstehen kleine Appartements. (AL)

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