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Neusäß

12.07.2019

Neusässer Stadtfest: Von verrückten  Kartoffeln und bayerischem Döner

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2 Bilder
Sonja Wiedmann schiebt neue „Dünnerle“ in den Holzofen.
Bild: Marcus Merk

Hungrige Festbesucher haben in Neusäß die Wahl zwischen Falafel, bayerischem Döner & Co. Ein kulinarischer Rundgang über das Gelände.

Auf dem Stadtfest in Neusäß steigen immer wieder verführerische Gerüche in die Nase: Mal riecht es deftig nach Bratwurst, dann aber auch nach veganer Falafel, Speckfladen aus dem Holzofen oder gebratenen Mandeln.

Einige Stände fallen sofort auf, auch weil sich dort Schlangen bilden: Schwenolds bayerischer Döner zum Beispiel. Schon am frühen Abend brutzelt hier das Putenfleisch am Spieß. Die türkische Spezialität wird hier nicht wie gewohnt zubereitet, sondern mit bayerischem Weißkraut und Zwiebeln in einer Laugen-Fladen. Die wichtigste Zutat ist allerdings die selbstgemachte Honig-Senf-Soße, erklärt Matteo Pellecchia, der zusammen mit Inhaber Simon Schwenold den Stand betreut. „Die passt sehr gut zum Laugenbrot“, erklärt er. Das Rezept für die Soße, das keiner der beiden verraten möchte – „Betriebsgeheimnis“ – kommt ursprünglich von Schwenolds Großmutter. Sie habe ihm vorgeschlagen, etwas aus der Soße zu machen, erklärt der junge Mann, der in einer Schaustellerfamilie groß wurde. Zusammen mit seiner Großmutter kam ihm dann auch die Idee mit dem bayerischen Döner. „Oma ist die Königin“ scherzt Schwenold.

Mit dem Wagen haben sich die Augsburger auch schon für den Plärrer und die Sommernächte beworben, allerdings nie ein Zusage bekommen. „Ich bleibe dran, das ist schließlich mein täglich Brot“, betont Simon Schwenold trotzdem.

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„Crazy Kartoffel“ vom gelernten Metzger

Direkt neben ihm bereitet Wolfgang Brenner gerade seinen Imbisswagen vor. Sein Konzept heißt „Crazy Kartoffel“ und macht dem Name alle Ehre. Eigentlich ist Brenner gelernter Metzger, trotzdem verkauft er gluten- und laktosefreie Kartoffelsnacks, die vegan frittiert werden. „Ich wollte in das Imbissgeschäft einsteigen, aber nicht auf den Zug mit Burgern oder Bratwürsten aufspringen“, erklärt er. Deshalb die spiralförmig aufgeschnittenen und frittierten Kartoffeln am Stiel.

Im hinteren Teil des Wagens steht Brenners wichtigstes Werkzeug. Der Spiralschneider wird von einem Akkubohrer betrieben, den vorderen Teil, der die Kartoffel in die „crazy“ Form bringt, hat Brenner anfertigen lassen. Die Idee, Kartoffel auf diese Weise zuzubereiten, kam ihm auf einem Christkindelmarkt, auf dem ein anderer Imbiss etwas ähnliches anbot. Brenner entschied sich das Konzept etwas zu überarbeiten. Vor allem nach dem Rezept seiner Nasspanade würde er immer wieder gefragt. Auch die Panade ist vegan, also ohne Eier - mehr verrät er nicht.

Bei Wiedmann gibt es Bauernbrot frisch aus dem Holzofen

Nur ein paar Schritte weiter, vorbei am Konditoreis vom Ertl und direkt gegenüber vom bunten Süßigkeiten Angebot der Familie Gail, hat sich Sonja Wiedmann zusammen mit ihrem Team eigerichtet. Es riecht nach Lagerfeuer. Bei Wiedmann gibt es Bauernbrot frisch aus dem Holzofen und „Dünnerle“ die in Bayern besser bekannt sind als Rahmfleckerl. „Wir waren früher viel im Norden unterwegs, da versteht man Dünnerle eher“, erklärt Wiedmann. Sie kommt schon seit 20 Jahren auf das Stadtfest. „Ich habe damals Bewerbungen in ganz Deutschland rumgeschickt und wurde in Neusäß genommen“, erklärt sie. Das Imbissgeschäft sei hart, da sei man um jeden Termin froh, erklärt die Brotmeisterin.

Neben Wiedmanns Wagen verkaufen Abdi und Nicole Sasaani nicht nur Falafel „Damaskiner Art“ im selbst gebackenen Dinkelbrot, sondern auch einen „Vegacchino“ also einen Cappuchino mit Hafermilch. Ihren Wagen haben die beiden „Felderbse“ getauft.

Von Texas BBQ bis zu asiatischen Speisen

Vom Syrer kann man auf deVon Texas BBQ bis zu asiatischen Speisenm Stadtfest vorbei am Stand des Neusässer Griechen „Limani“ zum Texaner weiterziehen. John D. De Loach II., dessen Familie aus Texas kommt, nennt sich zusammen mit seinem Sohn Philipp Schneid „die Datschiburger“. Ihr Angebot sei eigentlich sehr vielseitig, erklärt der Vater. Von Texas BBQ bis zu asiatischen Speisen würden sie in ihrem Wagen alles zaubern, was der Kunde bestellt. Für das Stadtfest wurden die beiden Augsburger von der JFG Lohwald für Bratwürste, Bosna und Surbraten engagiert - klassische Stadtfestspeisen also. Der Fußball-Jugend-Förderverein kümmert sich um Getränke und Verköstigung an der Bühne im Hof und hat beschlossen, in diesem Jahr die Profis kochen zu lassen, erklärt Vorstand Mathias Lessing. Direkt gegenüber bietet der TSV Täfertingen Stockfisch an.

Am Donnerstag schauen alle Budenbetreiber etwas besorgt in den Himmel. Aufgrund des leichten Regens ist auf dem Stadtfest am frühen Abend noch nicht so viel los und sie fürchten, dass es das Wochenende so bleiben könnte. Aber auch über das erste Wochenende sind sie sich einig: „Es lief gut und hat Spaß gemacht“, sagt John D. De Loach II.

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