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Region Augsburg

25.11.2014

Nitratgehalt ist zu hoch: Die unsichtbare Gefahr im Trinkwasser

In der Region ist der Nitratgehalt im Grundwasser mancherorts zu hoch.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Die EU will, dass der Nitratgehalt im deutschen Grundwasser bis 2021 deutlich sinkt. Woran es liegt, dass diese Vorgabe in der Region oft nicht erreicht wird.

Die Region ist drauf und dran, ein wichtiges Ziel für den Schutz des Grundwassers zu verfehlen. Die EU-Kommission hatte gefordert, die Nitratbelastung im deutschen Grundwasser bis 2021 zu senken. Laut dem Landesamt für Umwelt zeichnet sich aber keine Verbesserung ab – was eventuell auch Folgen für unsere Gesundheit hat. Denn Nitrate können gesundheitliche Probleme verursachen von Durchblutungsstörungen über Krebs bis zu Jodmangel.

In Bayern werden über 90 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen. Die Grundwasserqualität in der Region misst das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth. Im südlichen Landkreis Friedberg zum Beispiel verwaltet das Amt vier Messstellen, die zwar einen leichten Rückgang der Nitratwerte aufzeigen, doch sind die Werte mit über 40 Milligramm pro Liter immer noch zu hoch.

Denn es gilt: Wird eine Nitratkonzentration ab 37,5 Milligramm pro Liter gemessen, ist das Ziel der Nitratminimierung im Grundwasser ohne weitere Maßnahmen bis 2021 nicht zu erreichen, erklärt eine Sprecherin des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. „Eine mögliche Maßnahme ist die gewässerschutzorientierte Beratung der Landwirte“, fügt sie hinzu.

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Was der Boden nicht aufnehmen kann, gelangt als Nitrat in Flüsse, Seen und Grundwasser

Laut Rüdiger Zischak vom Wasserwirtschaftsamt sollen in Bayern nach Möglichkeit hoch technisierte Methoden zur Wasserreinigung, wie der Einbau von Filteranlagen, vermieden werden. Denn dadurch würde der Preis fürs Wasser steigen. Diese wären unnötig, wenn das Grundwassers verbessert würde.

Vorschläge zur Verbesserung der Grundwasserqualität richten sich vorwiegend an die Landwirtschaft, denn die Nitratbelastung „hat in einem hohen Maße mit Viehdichte und Düngung zu tun“, bestätigt Stephan Kreppold vom Bund Naturschutz Aichach-Friedberg. So habe der Maisanbau in diesem Landkreis in den vergangenen fünf Jahren um etwa 20 Prozent zugelegt und Mais brauche wiederum viel Stickstoff. Auch die Gärreste, die aus einer Biogasanlage kommen, sind mit Stickstoff belastet. Zudem wächst die Zahl der Schweinemastplätze. Und was der Boden nicht aufnehmen kann, gelangt als Nitrat in Flüsse, Seen und Grundwasser.

Schutzgebiete bewahren Wasser vor Verschmutzungen

In der Stadt Augsburg kann seit über 20 Jahren für gute Trinkwasserqualität garantiert werden, weil die Landwirte laut Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg aufgeklärt und beraten werden. Außerdem gibt es hier Trinkwasserschutzgebiete, die das Wasser vor Verschmutzungen bewahren. Der Boden im Siebentischwald fungiert so gut als Filter, dass die Stadtwerke mit 6,4 Milligramm Nitrat pro Liter gute Trinkwasserqualität liefern.

Im Landkreis Augsburg bewegt sich der Wert zwischen 0,3 Milligramm Nitrat pro Liter in Gersthofen und 39 Milligramm pro Liter in Biberach. Der letzte Wert ist hoch, liegt aber noch unter der laut deutscher Trinkwasserverordnung zulässigen Grenze von 50 Milligramm pro Liter. Östlich von Augsburg im Landkreis Aichach-Friedberg ist der Nitratwert im Trinkwasser unbedenklich, auch wenn er stark zwischen „nicht messbar“ und 18,8 Milligramm pro Liter differiert. Die Unterschiede ergeben sich aus der Beschaffenheit des Brunnens, aus dem das Wasser gewonnen wird.

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