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Landkreis Augsburg

03.03.2020

Notfallpakete und Co.: Wie sich Menschen auf eine Corona-Epidemie vorbereiten

Überleben im 21. Jahrhundert: Aydan (links) und Manu von McTrek in Gersthofen wissen, wie man sich auf den Notfall vorbereitet.
Bild: Marcus Merk

Plus Wasserfilter sind in Outdoorgeschäften im Augsburger Land der Renner und in Gersthofen teilweise ausverkauft. Das Coronavirus beschäftigt nicht nur Prepper.

Das Wasser ist seit Wochen verkeimt, nun ist auch der Strom ausgefallen und die ganze Straße steht wegen einer Viruserkrankung unter Quarantäne. Ein Szenario, mit dem sogenannte Prepper jederzeit rechnen. Sie horten daher in ihren Kellern Lebensmittel , Werkzeuge und Medikamente. Wenn die Katastrophe kommt, wollen sie vorbereitet sein (englisch: „to be prepared“). Doch seitdem das Coronavirus auch im Augsburger Land quasi vor der Tür steht, decken sich nicht nur Prepper mit Notvorräten ein.

„Unsere Katadyn-Filter, die binnen 30 Sekunden sauberes Wasser liefern, sind gerade ausverkauft“, sagt Manu, die stellvertretende Filialleiterin von McTrek, dem Outdoorgeschäft in Gersthofen.

Wegen Coronavirus: Zehnfacher Umsatz bei Notfallpaketen

Ein zentraler Lieferant spricht aktuell sogar von einem „zehnfachen Umsatz“ für Notfallpakete aller Art. Und ein Blick in das Sortiment von McTrek zeigt, dass der Handel breit aufgestellt ist. „Beliebt sind in Gersthofen natürlich die Wasseraufbereiter“, sagt Manu. Dies habe bereits an dem Tag begonnen als aufgrund der Keime im Trinkwasser das Abkochgebot erlassen wurde. Und mit steigender Zahl der Viruserkrankungen hat auch die Nachfrage nach weiteren Survival-Kits Schwung aufgenommen.

Knapp 40 Euro kostet das Be- Free-System, das überall und jederzeit Bakterien, Zysten oder Sedimente aus dem Wasser entfernen kann und bis zu 1000 Litern filtern kann. „In der Flasche kann man sich einfach Wasser beispielsweise aus dem Lech einfüllen, ein paarmal schütteln, fertig“, erklärt Manu. Sie kennt zahlreiche Produkte aus eigener Erfahrung. Zielgruppe dieser Überlebensartikel sind in erster Linie Naturliebhaber, Wanderer, Kletterer oder Teilnehmer einer Expedition. Doch je größer die Angst vor einer Pandemie wird, desto stärker ist die Nachfrage nach Notfallpaketen.

Panzerkekse gibt es immer noch

Manu zeigt stolz auf die Nahrungspakete. Ältere Semester werden sich noch gut an die Panzerkekse in den „ Epas “ erinnern, den „Einmannpackungen“ für Soldaten im Manöver. Diese Hartkekse gibt es immer noch, aber im digitalen Zeitalter greift der Selbstversorger lieber auf die Katadyn Outdoor-Notnahrung zurück. Manu und ihre Kollegin Ela haben die Menüs bereits probiert und sind ganz angetan von dem Geschmack. „Es gibt unter anderem Ungartopf mit Rindfleisch, Waldpilz-Sojaragout, Sahnenudeln mit Spinat und Hühnchen oder natürlich auch eine vegane Variante.“

Essen, dass sich selbst erhitzt, ist heute Standard.
Bild: Marcus Merk

Kosten für die 7-Tage-Version mit 10.642 Kilokalorien: rund 90 Euro. Die Gerichte sind dehydriert und gefriergetrocknet und sollen bis zu fünf Jahre haltbar sein. Zur Zubereitung wird der Packung lediglich, je nach Mahlzeit, heißes oder kaltes Wasser hinzugefügt. Liebhaber der alten Schule können sich ihre Essen auch auf einem Esbitkocher mit Brennstofftabletten aufwärmen. Diese verbreiten allerdings einen Geruch, den einige als „fischigen Spiritusgestank“ beschreiben.

Ein Kochtopf mit USB-Port für den Notfall

Empfindliche Nasen, die beim Kochen so nebenbei ihr Handy aufladen wollen, kommen an dem Robens Woodmann Stove + Charger nicht vorbei. Dieser Ofen wird mit dem befeuert, was die Natur hergibt. „Der kleine Wassertank an der Seite erhitzt sich beim Kochen und liefert so dem USB-Ausgang Strom zum Aufladen des Handys“, erklärt Manu. „Oder zum Laden der E-Zigarette“, fügt Ela hinzu. Wer im Falle einer Katastrophe auch online erreichbar sein muss, kann auf diesen 89-Euro-Kochtopf nicht verzichten.

Messer mit integrierten Feuersteinen dürfen nicht fehlen.
Bild: Marcus Merk

Noch einfacher wird die Ernährung mit Essensbeuteln, die sich selbst erhitzen und je nach Größe der Mahlzeit nur zwischen 60 und 150 Milliliter Wasser benötigen. Lachssteak oder Hirschragout können nach zwölf Minuten heiß genossen werden. Doch nicht nur Nahrungsmittel sind in den Outdoorgeschäften heiß begehrt. Je nach Verwendungszweck und Geldbeutel greifen die Überlebenskünstler gerne auch auf eine Solardusche zurück oder decken sich mit einer selbst aufblasbaren Isomatte mit einem R8-Wert ein, was bedeutet, dass die Kälte erst bei minus 38 Grad beginnt, unangenehm zu werden.

Messer mit integriertem Feuerstein

„Klein und leicht“ müssen laut Manu und Ela die Ausrüstungsgegenstände für den Notfall sein. Beide schwören daher auch auf Powerriegel für 1,80 Euro, „die wahnsinnig viel Energie haben und satt machen.“ Und ein weiteres wichtiges Utensil kommt aus Skandinavien: das Swedish Fire-Knife – ein Messer mit integriertem Feuerstein. „Ideal, um seine erlegte Beute danach gleich überm Feuer zu braten“, sagt Manu und schmunzelt. Denn Katastrophen, die kämen oft schneller, als man denkt.

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