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08.11.2017

Nur Dieselloks für die Staudenbahn

Vorstoß zur Elektrifizierung gescheitert

Es bleibt dabei: Die Staudenbahn wird mit Dieselloks fahren. Das ist die verkürzte Antwort des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann auf ein Schreiben des Neusässer SPD-Landtagsabgeordneten Harald Güller, der im Augsburger Land auch die Kreistagfraktion seiner Partei führt.

Güllers Vorstoß vorausgegangen war Herrmanns im Wahlkampf geäußerte Forderung, alte Bahnstrecken in Bayern zu elektrifizieren. Das gelte aber nur auf den Strecken, auf denen der Bund gesetzlich verpflichtet sei, Instandhaltung und Betrieb zu finanzieren, rudert Herrmann in seiner Antwort an Güller zurück, der daraufhin prompt auch die Elektrifizierung der Staudenbahn gefordert hatte.

Was die Strecke von Gessertshausen nach Langenneufnach betrifft, müsste laut Innenminister der Staudenbahn-Trägerverein die Kosten übernehmen. Diese waren in einer Studie vor sechs Jahren auf 2,5 Millionen Euro geschätzt worden. „Das ist nicht leistbar“, kommentiert Güller: „Nichts als heiße und in diesem Fall dieselgeschwängerte Luft kommt da aus München. Herrmann fordert die Elektrifizierung, fördert sie aber nicht.“

Auf lange Sicht könnte die Elektrifizierung der Staudenbahn die Durchbindung von mehr Zügen aus den Stauden Richtung Augsburg erleichtern, was die Akzeptanz steigern würde, aber auch daran scheine dem Innenminister wenig zu liegen. „Ich bin enttäuscht, obwohl von der Ankündigungspolitik nicht viel mehr zu erwarten war“, stellt Güller fest.

2021 sollen die Züge wieder rollen

Herrmann hatte Mitte August bei einem Besuch in Stadtbergen das Angebot des Freistaats für die Wiederinbetriebnahme der Staudenbahn nachgebessert. Zum Start im Jahr 2021 will die staatliche Eisenbahngesellschaft mehr Züge bestellen, als ursprünglich zugesagt. Nun sollen werktags 20 Zugpaare zwischen Langenneufnach und Augsburg verkehren, am Wochenende 19. Wenn viele Fahrgäste kämen, könnte aufgestockt werden. Zuvor hatte der Freistaat nur 18 Zugpaare zugesagt. Die Staudenbahn war Anfang der 1990er-Jahre stillgelegt worden. Ihrer Reaktivierung ging ein langer politischer Kampf voraus. Die Züge sollen möglichst oft direkt nach Augsburg fahren und so die Stauden besser anbinden. (AL)

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