Neusäß-Vogelsang

18.04.2018

O sole mio am Sandberg

Copy%20of%20Gastro-Serie10_Villa_Castelli_Vogelsang1(2).tif
2 Bilder
Der italienische Pizzabäcker Christian ist im Ristorante Villa Castelli für den Holzofen zuständig. Wichtig ist eine bestimmte konstante Hitze im Ofen.
Bild:  Siegfried Rupprecht

Ein Holzofen spielt die zentrale Rolle in der Pizzeria Villa Castelli in Neusäß-Vogelsang. Doch alle seine Backgeheimnisse will der Pizzabäcker nicht verraten.

Pizzerien gibt es, salopp gesprochen, fast wie Sand am Meer. Und nicht wenige versuchen, mit einem Alleinstellungsmerkmal auf sich aufmerksam zu machen. Nicht anders die Pizzeria Villa Castelli am Fuße des Steppacher Sandbergs, Kreuzung Richtung Biburg, Diedof und Vogelsang.

Die Lage sei sehr gut, freut sich Geschäftsführer und Pächter Giancarlo Miccoli. „Wir profitieren davon, dass viele Menschen, bevor sie in die Stadt Augsburg fahren, bei uns haltmachen.“ Hinzu komme, dass das Lokal eine große Sommerterrasse aufweise und Kinder sich im danebenliegenden geschützten Spielplatz austoben können. Zudem gebe es ausreichend kostenfreie Parkplätze und barrierefreie Zugänge.

Hochwertiges Brennholz für ein feines Aroma

Wo liegt aber das Besondere? „Wir verwenden für unsere Pizzen einen Holzofen“, betont Miccoli. Teig, der als Rohling tiefgefroren angeliefert werde, sei bei ihm tabu. „Holzofen ist unerlässlich.“ Nur so sei der typische Geschmack der italienischen Pizza sowie eine deutlich lockere und luftigere Ausführung zu erlangen. Hochwertiges Brennholz verliehe der Pizza ein feines Aroma.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Fachmann dafür ist Pizzabäcker Christian. Er stammt aus Rom, rollt den Teig konzentriert mit speziellem Mehl dünn und verwendet frische Zutaten. Er macht daraus auch ein kleines Geheimnis. Er, der Pizzaiolo, habe seine eigenen Variationen, meint er. Mehr will er nicht verraten.

Der Holzofen steht übrigens im Gastraum. Neugierige können dem Pizzabäcker über die Schulter schauen. „Wichtig ist, dass der Ofen konstant auf 360 bis 380 Grad erhitzt ist“, ergänzt der Hausherr. Das erfordere Aufmerksamkeit, aber auch viel Fingerspitzengefühl.

Den Ofen komplett selbst gebaut

Dem Holzofen gehört Giancarlo Miccolis Herzblut. Er habe den Ofen mit einem Freund komplett selbst gebaut, gesteht er stolz. Für ihn kein Problem. Miccoli hat den Beruf des Fliesenlegers gelernt. Von ihm stammen auch die Böden und Steinreliefs im Lokal. Giancarlo Miccoli stammt aus Villa Castelli, einem Ort mit rund 10000 Einwohner in der Provinz Brindisi, Region Apulien, ist Spross einer Gastronomiefamilie. Während seine Eltern bereits in Deutschland tätig und vor der Armut in Süditalien geflohen waren, lebte er bei Oma und Opa.

Nach der Schule sei auch er nach „Germania“ gegangen, erzählt er. Das war 1979. In seiner Freizeit habe er im Lokal seiner Eltern, dem Schützenheim in Ottmarshausen, ausgeholfen. Als die Ausübung seines erlernten Berufs wegen andauernden Knie- und Rückenschmerzen nicht mehr möglich war, machte er sich 1992 als Pächter des Vereinsheims des TC Neusäß selbstständig. Seit rund acht Jahren ist er Chef des jetzigen Lokals. Der Name sei eine Hommage an seinen Heimatort, sagt er. Einige Bilder mit Sehenswürdigkeiten, sogenannte Saluti di Villa Castelli, erinnern darin. Sein Verhältnis zu Italien definiert er so: „Ich habe dort meine Wurzeln, doch ich bin froh, in Deutschland leben zu dürfen.“ Das Land habe ihm viel gegeben. Dauerhaft zurück sei für ihn keine Option.

Ein Speiselokal mit familiärer Atmosphäre

Als Restaurant sehe er Villa Castelli, obwohl auf dem Metallschild die Bezeichnung Ristorante prangt, allerdings nicht, räumt der 53-Jährige ein. Sein Domizil sei für ihn eher eine Trattoria. Also ein Speiselokal mit familiärer Atmosphäre. „Ich bin nicht der Kellner, der vor den Gästen in akkurater Dienerkleidung einen Bückling macht, und fein gestärkte Tischdecken und Stoffservietten zurechtrückt.“ Er lege vielmehr Wert darauf, die Besucher als Freund zu empfangen. „Ein edles Ambiente ist nicht meine persönliche Überzeugung.“

In der Küche schwingt Koch Guido das Zepter. Der Sizilianer bereitet Pasta, Antipasti oder Nachspeisen zu. Wöchentlich überrascht er mit neuen Ideen, auch mal mit Fisch, die auf der Schiefertafel notiert werden. Hier gibt es unter anderem eine üppige Minestrone mit viel gewürfeltem Gemüse oder Spaghetti alla carbonara. Und zu Letzteren gehört weder Milch noch Sahne. Alles werde frisch zubereitet, das setzt jedoch voraus, dass der Besucher auch Zeit mitbringt. Ein Essen in seinem Lokal sei nicht in ein paar Minuten absolviert.

Zum Team gehört auch Frau Katarina. Sie leitet den Service und wirft ein Auge darauf, dass in den modern mediterran ausgestatteten Räumlichkeiten alles rundum passt. Neben den Gästen soll sich aber auch das Personal wohlfühlen. Es sei immer schwieriger, gute Fachkräfte zu finden, bedauert Miccoli. Es sei ein gegenseitiges einvernehmliches Geben und Nehmen. Dann fühle sich auch das Personal wohl, meint er.

Öffnungszeiten im Ristorante Pizzeria Villa Castelli sind Montag bis Sonntag von 11.30 bis 14.30 sowie 17.30 bis 22.30 Uhr. Dienstag ist Ruhetag. Anschrift: Kleine Siedlung 5, Neusäß-Vogelsang. Reservierungen sind unter der Telefonnummer 0821/48676768 möglich.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20BlaulichttagSteppach2018-2(1).tif
Neusäß-Steppach

Blaulichttag in Neusäß macht  Werbung für die Feuerwehr

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden