1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Ötzer stellen sich gegen Kiesabbau bei Münster

Gemeinderat

19.10.2019

Ötzer stellen sich gegen Kiesabbau bei Münster

Die Kiesabbaupläne der Nachbargemeinde Münster sollen in unmittelbarer Nähe von Ötz/Altenbach stattfinden. Hier der Bereich am Bayerbach.

Direkt an der Gemeindegrenze soll der Abbau erfolgen. Altbürgermeister Franz Neher spricht von einer Salamitaktik

Die Nachbargemeinde Münster will in unmittelbarer Nähe von Ötz/Altenbach Kies abbauen. Erste Pläne für eine Kiesabbaufläche in diesem Bereich gab es bereits 2016, wie es in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung in Thierhaupten hieß. Damals plante Münster noch mit einem 46 Hektar großen Areal – nun wurde die vorgesehene Fläche auf 13 Hektar reduziert. Doch noch immer grenzt sie an Thierhauptener Gebiet.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Im Gremium wunderte man sich über diese enorme Verkleinerung und vermutete, dass es sich dabei nur um eine vorläufige Abbaufläche handele und Münster später doch noch vergrößern möchte.

Um den Schutz der Ötzer zu gewährleisten, fasste Bürgermeister Toni Brugger die im Gremium geäußerten Forderungen an Münster zusammen: „Wir wünschen uns, dass das Projekt zurückgestellt wird, bis alle Hochwasserschutzmaßnahmen in Thierhaupten abgeschlossen sind.“ Dadurch erhoffe man sich, dass keine Grundwasserschwankungen auftreten. Außerdem halte man an einem Raumordnungsverfahren fest, bei dem die Auswirkungen des Kiesabbauvorhabens genau geprüft würden. Das Betriebsgelände soll weiter nach Norden und weg von Ötz rücken, um den Ortsteil unter anderem vor Lärm zu schützen. Um die Kies-Abfuhr auf Ötzer Straßen zu verhindern, schlug Gemeinderat Franz Bissinger (UB) vor, ein Lkw-Verbot auf Gemeindegebiet anzufragen.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Vehement wehrt sich auch Thierhauptens Altbürgermeister und Einwohner in Ötz Franz Neher: Im Gespräch mit unserer Zeitung spricht er von einer „Salamitaktik“. Eine Fläche von 13 Hektar seien laut Angaben verschiedener Kiesunternehmen nicht wirtschaftlich – somit rechnet der Altbürgermeister mit einer späteren Vergrößerung auf mindestens 25 Hektar.

Seit 2017 spricht sich Neher gegen einen geplanten Kiesabbau in direkter Nachbarschaft aus. Nach wie vor sieht er gerade die Anwohner und die Ötzer Heide als Naturdenkmal in unmittelbarer Nähe in Gefahr. Er rechne mit möglichen Auswirkungen auf den dort fließenden Bayerbach – schon jetzt trete das Wasser häufig über die Ufer. In einer privaten Stellungnahme will er fordern: „Die Planungen auf dieser Basis müssen sofort eingestellt werden.“ Neher findet, wie die Mitglieder des Gemeinderates Thierhaupten auch, dass erst einmal ein abgeschlossener Hochwasserschutz nötig sei, um dann weiterzusehen. Sollte das Wasserwirtschaftsamt dann keine Einwände haben, sollte das Projekt – wenn überhaupt – weiter nach Norden verlegt werden, so Nehers Meinung.

Abgesehen davon profitiere Münster von den Thierhauptener Maßnahmen zum Hochwasserschutz, ohne sich an den Kosten zu beteiligen. Noch dazu unverständlich für Neher: „In Ötz gibt es vorläufig festgesetzte Überschwemmungsgebiete, die eine Wohnbebauung verhindern. Jetzt soll ein paar 100 Meter weiter eine Kiesabbaufläche entstehen, das macht doch keinen Sinn.“ Als Sprecher für die betroffenen Bürger will sich der Altbürgermeister weiterhin einsetzen.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren