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Nahverkehr

06.05.2020

Ohne Treppensteigen zum Bahnsteig am Bahnhof Meitingen

Bislang müssen Fahrgäste am Bahnhof in Meitingen Treppen steigen, wenn sie zum Bahnsteig wollen. Nach dem Ausbau sollen sie von beiden Seiten der Strecke barrierefrei den Zug erreichen können.
Bild: Marcus Merk

Plus Der Bahnhof in Meitingen wird barrierefrei ausgebaut. Zum Bahnhofsvorplatz soll es über eine Rampe sowie über eine Treppe gehen, ein Aufzug wird nicht gebaut.

Wenn die Bahn in Meitingen den Zugang zu den Bahnsteigen barrierefrei ausbaut, soll auch der Zugang vom Ort aus ohne Hindernisse möglich werden. Dafür mögliche Varianten hat Robert Heinhaus vom gleichnamigen Ingenieurbüro dem Marktgemeinderat vorgestellt. Dieser hatte sich zu seiner letzten Beratung in der bisherigen Besetzung wegen der Corona-Krise im Bürgersaal getroffen, dort gibt es genügend Abstand zwischen den Sitzplätzen.

Bislang sind die mittleren Bahnsteige am Bahnhof Meitingen über Treppen zu erreichen, ein barrierefreier Ausbau ist geplant. Im Bereich der Gleise liegt das in der Verantwortung der Bahn, für die Anschlussbauwerke ist die Gemeinde zuständig. Mit Rampen, die auch für Rollstuhlfahrer, Nutzer von Rollatoren sowie für Radfahrer nutzbar sind, soll der Zugang zum Tunnel, der quer unter den Schienen verläuft, ebenfalls barrierefrei gestaltet werden.

Treppe bekommt auch eine Kinderwagenspur

Wenig Spielraum gibt es dafür auf der Westseite. Eine Rampe führt vom Verbindungstunnel parallel zu den Gleisen nach Norden und stellt die Anbindung zur Raiffeisenstraße her. Den Vorschriften entsprechend werden jeweils nach sechs Metern Podeste eingeplant, die für Rollstuhlfahrer einen Stopp ermöglichen, ohne dass das Gefährt weiterrollt. In Verlängerung des Tunnels können Fußgänger die Straße über eine Treppe auf kurzem Weg erreichen. Hier entschied sich der Rat für eine Variante mit flacheren Stufen, sodass an einer Seite der Treppe auch eine Kinderwagenspur gebaut werden kann.

Mehrere Möglichkeiten schlug der Planer für den Zugang an der Ostseite vor, also zum Bahnhofsvorplatz mit der Bushaltestelle sowie der Anbindung in Richtung Ortskern. Eine Variante ohne Treppe in der Verlängerung des Tunnels wurde zwar als möglich vorgestellt, aber ohne Widerspruch des Gemeinderats als nicht sinnvoll eingestuft.

Für Radfahrer wird der Weg breiter geplant als vorgeschlagen

Bei den intensiver diskutierten Vorschlägen führt eine Treppe vom Tunnel in Richtung Vorplatz, während eine Rampe zunächst in Richtung Süden parallel zum Gleis gebaut wird. Nach etwa 30 bis 40 Meter folgt eine Kehre und eine Anschlussrampe führt zurück in Richtung Bahnhofsvorplatz. Ein zusätzlicher Weg geht zunächst geradeaus weiter in Richtung Süden, bevor er an einem bestehenden Bauhofgebäude nach links in Richtung Hauptstraße und damit hin zum Ortskern abbiegt. Hier entschied der Gemeinderat, dass dieser Abschnitt nicht so schmal wie vorgeschlagen geplant werden soll. Bei künftig etwa vier Metern Breite haben dann auch Radfahrer bei Begegnungen genügend Platz.

Der Unterschied der Varianten bezieht sich vor allem auf den Winkel, in dem nach der Kehre der zweite Teil der Rampe in Richtung Bahnhofstraße geführt wird. Bei der letztlich beschlossenen Version wird keine 180-Grad-Kehre gebaut, weshalb das Ende der Rampe etwas weiter vom Bahnhof entfernt den Vorplatz erreicht. An der Stelle, an der Treppe und Rampe wieder aufeinandertreffen, soll das Podest etwas größer ausgeführt werden und Platz für eine Sitzmöglichkeit bieten. Bei einer später vorgesehenen Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes kann von dort aus mit wenigen weiteren Stufen eine schnelle Verbindung für Fußgänger geschaffen werden, die nicht auf einen barrierefreien Weg angewiesen sind.

Diskussion über den Bau eines Aufzugs

Eine kurze Diskussion entspann sich, ob am östlichen Tunnelausgang auch ein Aufzug geplant werden solle. Die große Mehrheit des Rates sprach sich gegen diesen Vorschlag aus, der baulich zwar möglich, aber sehr teuer wäre. In diesem Zusammenhang wies der Planer darauf hin, dass auch die Bahn beim Zugang zu den Bahnsteigen keinen Aufzug einbauen werde, da sie dazu rechtlich nicht verpflichtet ist.

Nach dem Beschluss des Gemeinderats für die auch von der Verwaltung bevorzugte Variante soll diese nun im Detail geplant werden. Ziel ist, die Planung bis zum Sommer abzuschließen, damit die Marktgemeinde fristgerecht vor dem 1. September die Unterlagen für Fördergeld einreichen kann.

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Die Diskussion ist geschlossen.

07.05.2020

Ein guter und sachlicher Artikel zu den bevorstehenden Planungen.

Einzig zum Thema Aufzug wäre noch zu ergänzen, das auf der Westseite ebenfalls kein Platz für das Bauwerk zur Aufnahme eines Aufzuges vorhanden ist. Da die Bahn für den Bahnsteig zu Gleis 2 und 3 verantwortlich zeichnet und hier andere Bahnbau-Gesetze gelten, hat der Marktgemeinderat keinen Einfluss auf die Baumaßnahmen der Bahn zur Barrierefreiheit in diesem Bereich.
An vergleichbaren Bahnhöfen und Bahnsteigen setzt die Bahn ebenfalls auf eine Rampe (evtl. Richtung Süden) und eine Treppe (evtl. Richtung Norden).
Zu den Kosten eines Aufzuges wäre zu ergänzen, das hierbei nicht nur die Gestehungskosten, sondern vor allem die laufenden und ggf. steigenden Unterhaltskosten für zukünftige Jahre oder Jahrzehnte zu berücksichtigen sind. Diese Kosten müsste dann die Marktgemeinde tragen. In Zeiten von aller Voraussicht nach rückläufigen Einnahmen in den Gemeindehaushalt dürften diese Planungen in die richtige Richtung gehen.

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