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Meitingen

17.10.2019

Optiker Peter Kaiser will, dass seine Kunden durchblicken

Viele Kunden steuern Kaiser Augenoptik an und wollen nur mit dem Chef selbst sprechen. Vor diesem Hintergrund initiieren die Mitarbeiterinnen ein Fotoshooting – mit „Peter-Kaiser-Masken“: (von links nach rechts) Andrea Schwaiger, Miriam Wenninger, Peter Kaiser, Ann-Kathrin Aye, Verena Eberle und Daniela Eisele. 
Bild: Augenoptik Kaiser

Plus Der 56-jähriger Augenoptikermeister ist seit 1996 Chef seines eigenen Ladens in Meitingen. Wie er sich vom Onlinehandel unterscheiden möchte. 

Peter Kaiser, der Inhaber von Kaiser Augenoptik in der Hauptstraße in Meitingen, kann genau erläutern, wie sehr sich die Branche in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Immerhin hat der vierfache Vater von Kindern im Alter zwischen 22 und 31 Jahren 40 Jahre Berufserfahrung. Zu seiner Anfangszeit gab es fünf Brillenmodelle für Damen in je drei Größen und in drei unterschiedlichen Farben. Für Herren gab es vielleicht drei bis vier Modelle. Zum Vergleich: Aktuell gibt es gut 1000 verschiedene Hersteller – und die warten mit einem umfangreichen Brillensortiment auf.

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Allein im Ladengeschäft in Meitingen hat Kaiser im Schnitt 1400 Brillenfassungen. Etwa zehn Prozent sind Kinderbrillen. Der Rest des Sortiments entfällt zu 55 Prozent auf Damenbrillen und 35 Prozent auf Herrenbrillen. Auch gibt es mittlerweile einige Modelle, die vom Hersteller als „unisex“ ausgewiesen werden. Ab April, wenn die Sommersaison beginnt, kommen weitere 800 Sonnenbrillen-Modelle dazu. Auch die Auswahlmöglichkeiten mit Blick auf die Gläser sind größer geworden: Aus Ein- und Zwei-Stärken-Gläsern sind heute Sportbrillen, Bildschirmbrillen, Autofahrerbrillen und Gleitsichtbrillen geworden.

Fachkompetenz sowie Regionalität

Peter Kaiser verfolgt in seinem Fachgeschäft in Meitingen Grundprinzipien, nach denen er auch sein Privatleben auszurichten versucht: Ein familiärer Umgang, hohe Service- und Fachkompetenz sowie Regionalität – das ist dem 56-Jährigen wichtig. Seiner katholischen Grundeinstellung folgend erklärt Kaiser: „Ich kann nicht Wasser predigen und Wein trinken.“ Doch was bedeutet das für die unternehmerische Praxis?

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Der staatlich geprüfte Augenoptiker und Augenoptikermeister setzt auf Beratung vor Ort und erteilt mit diesen Worten der Optikerbranche im Internet eine klare Absage: „Unser Handwerk ist beratungsintensiv, und irgendwann werden die Kunden es wieder zu schätzen wissen, dass jemand mit Fachkompetenz ihnen gegenübersitzt.“

Das heißt für Kaiser auch: Einen Internetauftritt pflegt er nur, um zu zeigen, wer zum Team des Augenoptikers gehört – und das ist ausschließlich Fachpersonal: Ann-Kathrin Aye ist Bachelor of Science in Optometrie, Miriam Wenninger ist Augenoptikermeisterin, Andrea Schwaiger, Daniela Eisele und Verena Eberle sind Augenoptikergesellinnen.

Nur zwei Mal im Jahr online bestellen

Spiegelt sich die Abkehr vom Internet auch privat? Ja. Kaiser, der in Langenreichen lebt, setzt lieber auf Fachkompetenz vor Ort – und reduziert sein eigenes Online-Shopping-Verhalten auf zwei Bestellungen pro Jahr – „und das auch nur, wenn ich dies im Lechtal nicht bekomme“, erklärt der 56-Jährige. Sein Selbstverständnis als regionaler Unternehmer unterstreicht er auch damit, dass er vor Ort Leistungen anbietet, die es online nicht gibt. So erfolgt das zweiphasige Vermessen der Sehstärke – einmal mit einem elektronischen Messgerät und anschließend mit der manuellen Anpassung der Glasstärke auf die individuellen Bedürfnisse – am besten nach einer Terminvereinbarung vor Ort. In der Werkstatt im eigenen Haus, in der Brillen repariert und Brillengläser geschliffen werden, nutzt der Unternehmer technische Geräte, die auf dem neusten Stand sind.

Seit als Unternehmer 1991 in Meitingen

So groß wie das Team heute ist, war die Truppe der Kaiser Augenoptik im Übrigen nicht immer, und das hängt mit dem eigenen Werdegang des Unternehmers zusammen. Nach seiner Lehre zum staatlich geprüften Augenoptiker, die Kaiser im Jahr 1980 begann, legte er acht Jahre später seine Meisterprüfung ab.

Seit 1991 ist der 56-Jährige als angestellter Augenoptikermeister in Meitingen tätig, fünf Jahre später bot ihm sein damaliger Chef an, die Filiale im Lechtal zu übernehmen. Seit 1996 ist Kaiser Inhaber des Geschäfts und arbeitete zunächst neun Jahre allein in Meitingen, bevor er im Jahr 2005 seine erste Angestellte ins Team holte.

Ein Ende als Unternehmer ist für den 56-Jährigen aktuell noch nicht absehbar. „Solange mir der Job Spaß macht und ich die Arbeit auch gesundheitlich machen kann, spricht nichts dagegen, den Laden bis ins Rentenalter zu führen“, verrät der Unternehmer. Eine Idee für „danach“ gibt es bereits, doch diese sei noch nicht spruchreif.

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