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Ellgau

28.06.2017

Ort wird auf Herz und Nieren geprüft

Beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“ in Ellgau: Die Jury besichtigt hier das Gelände des Gutshofs Lichti. 
Bild: Foto: Benedikt Siegert

Die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“ hat sich gestern in Ellgau umgesehen – und dabei sehr viel Positives entdeckt.

Fast drei Stunden lang stand das kleine Dorf Ellgau gestern vormittag auf dem Prüfstand. Die Kommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden“ war im Ort unterwegs und checkte alle wichtigen Bereiche, von der Wirtschaft bis zur Bau- und Grüngestaltung, vom sozialen und kulturellen Leben bis hin zur umgebenden Landschaft – den Experten der Jury blieb nichts verborgen. Das Beste kam zum Schluss, nämlich eine sehr, sehr positive Einschätzung.

Allerdings steht Ellgau, das im vergangenen Jahr auf Landkreisebene siegte, heuer im Wettbewerb mit sieben anderen Kreissiegerdörfern, aus deren Runde nun der Bezirkssieger ermittelt werden soll, der Schwaben dann im nächsten Jahr beim Landesentscheid vertritt. Der Bundesentscheid findet im Jahr 2019 statt. Es bleibt also spannend, auch was diese Woche betrifft: Denn das erste Fazit der Jury fiel zwar nach dem Besuch in Ellgau überaus positiv aus – der Sieger auf Bezirksebene wird aber erst am kommenden Montag, 3. Juli, bekannt gegeben. Solange muss sich Ellgau also noch gedulden.

Eine fröhliche Begrüßungsrunde erwartete gestern in Ellgau die Bewertungskommission: Senioren hatten sich auf dem Platz vor dem Rathaus an Biertischen niedergelassen und sorgten bei einem Weißwurstfrühstück schon mal für gute Laune, während stellvertretender Landrat Heinz Liebert in seinem Grußwort feststellte, dass Ellgau völlig zu Recht letztes Jahr Kreissieger geworden sei und heuer „beste Karten“ für einen Sieg habe. Zweite Bürgermeisterin Christine Gumpp stellte die 1090 Einwohner zählende Gemeinde kurz vor und versicherte: „Das ist ein Dorf, wo man sich wohlfühlen kann“. Sogar junge Familien zögen deshalb nach Ellgau. Eine Fläche für weiteren Wohnbau sei schon in Planung.

Derart positiv eingestimmt machte sich die Jury unter Führung von Bürgermeister Manfred Schafnitzel und unter Vorsitz von Dr. Wolfgang Besener vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Augsburg, erst zu Fuß und später mit zwei offenen Wagen auf den Weg zu verschiedenen Stationen im Ort, an denen sich Ellgau präsentieren wollte. Um die Ecke warteten schon die Kinder vom Kindergarten mit einem vergnüglichen Lied. Weiter ging’s zum Mühlbach, der bald renaturiert werden soll, bevor die Gruppe im Gänsemarsch am Bach entlang zum Gutshof Lichti vordrang, der für Ellgau auch heute noch prägend ist. Weitere Stationen waren die Kirche, die Landwirtschaft am nördlichen Ortsrand mit dem Gutshof Herrlehof sowie das Neubaugebiet und der Schädle-Garten mit seinem Streuobstbestand, ebenso die Schule, das Vereinszentrum und die Nahwärme. Selbstbewusst präsentierten sich die Vereine und das örtliche Gewerbe.

Bei einer abschließenden Zusammenkunft unter den schattigen Kastanienbäumen im Biergarten der Gaststätte „Zum Floß“ bekamen die Ellgauer eine erste Einschätzung der laut Wolfgang Besener „sehr kompetenten Jury“ zu hören. So attestierte Anton Hohenadl, Kreisbaumeister im Landkreis Ostallgäu, der Gemeinde Ellgau: „Alle öffentlichen Einrichtungen, die ein Dorf braucht, sind da“. Die Arbeitsplätze seien zu 50 Prozent im Dorf vorhanden. Er habe insgesamt einen „sehr, sehr guten Eindruck von diesem Ort“ mit seiner aktiven Gemeinschaft. Den Zusammenhalt im Ort lobte auch Thomas Krepkowski (Bezirksjugendring Schwaben).

Otto Kurz von der Bayerischen Architektenkammer sprach von einer „ambitioniert gestalteten Ortsmitte“ und nannte die Kirche begeistert „ein echtes Highlight“. Er riet Ellgau, die Straßenräume noch mehr aufzuwerten und auf die Nachnutzungen von ehemals landwirtschaftlichen Gebäuden ein wachsames Auge zu haben.

Sehr angetan von den großen Bäumen im Ort war Josef Stocker vom Schwäbischen Bezirksverband für Gartenbau und Landespflege. Sie hätten eine hohe Qualität, zumal sie nicht, wie sonst leider üblich, geschnitten seien. Der alte Obstgarten (Schädle-Garten) sei „traumhaft“ und ein verbindendes Element zwischen Altort und Neubaugebiet. Stocker regte an, am Kiesweiher auf dem Dorfplatz für einen schönen Bewuchs zu sorgen und mehr Blühflächen für Bienen und andere Insekten anzulegen. Auch für den Bereich rund um Ellgau gab es sehr gute Noten von der Jury, ob für die „hochwertigen Biotope“ oder das „schöne Nutzungsmosaik“ zwischen den Dämmen am Lech, ob für die großen Streuobstwiesen oder die Fisch- und Badweiher. Es sei „nichts aufgefallen, was man noch entwickeln müsste“, so Bernd Braunsteffer vom Amt für Ländliche Entwicklung, Krumbach.

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