Newsticker

Die Linke sagt ihren Parteitag wegen Corona ab

Zusmarshausen

26.04.2015

Orthopäden sagen ab

Der Bau an der Augsburger Straße schreitet voran. Nur im ersten Stock (von hier aus linke Haushälfte) herrscht Stillstand.
Bild: Foto: Marcus Merk

Am Ende waren die Verhandlungen zwischen Marktgemeinde und Praxis vergebens.

Während in Erdgeschoss und Dachgeschoss der Estrich schon verstrichen ist, herrscht im mittleren Stock noch Wildwuchs. Auch die roten Steine der Wände sind noch gut sichtbar. Wer die Baustelle an der Augsburger Straße betritt, wie jüngst die Marktgemeinderäte, dem fällt der unterschiedliche Baufortschritt sofort ins Auge. Der Grund des Baustopps: Die Mieter sind weg. Eine orthopädische Praxis in Dillingen wollte hier eine Außenstelle errichten. Die Praxisleitung hatte „großes Interesse“ bekundet, wie Bürgermeister Bernhard Uhl ( CSU) berichtet, auch die kassenärztliche Vereinigung hätte schon zugestimmt. Allein: Es fehlten die Ärzte, die sich in Zusmarshausen auch ansiedeln wollten. Nun „ist es vom Tisch, dass die Orthopädie da rein kommt“, sagt Bürgermeister Bernhard Uhl. Der Bau gehört zur Hälfte der Marktgemeinde. Uhl bedauert die Entwicklung: „Ein Orthopäde hätte Zusmarshausen gut getan. Ich hatte auf die gesetzt.“ Von Zusmarshausen aus sind die nächsten Orthopädien in Wertingen, Dillingen oder Augsburg.

Für das Scheitern der Verhandlungen macht Uhl auch das Konzept der Dillinger verantwortlich: „Die haben sich auf kein Risiko eingelassen“, sagt Uhl. An vier Tagen in der Woche sollten die Ärzte vor Ort selbstständig handeln, am fünften wären dann die Orthopäden aus Dillingen gekommen. „Die wollten sich auf kein Abenteuer einlassen und haben nun das Personal nicht gefunden“, fasst Uhl zusammen. Die Ärzte waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dennoch sollen die Räume nicht lange leer stehen, andere Interessenten seien schon an der Hand. „Physiotherapeuten, Ärzte, auch Büros sind uns willkommen“, spruchreif sei aber noch nichts, sagt Uhl weiter. „Ich kalkuliere mit 14 Tagen, dann wissen wir mehr.“ Im ersten Stock des Neubaus herrscht nun erst einmal Baustopp. „Wir haben jetzt die Chance, noch mit den Mietern zu planen, was da rein kommt.“ Da könne man auch einen Verzug riskieren. „Den Spielraum habe ich nur noch kurze Zeit“.

Vom Baustopp nicht betroffen ist die Apotheke, die im Erdgeschoss unterkommen soll. Im Juli 2014 zog sie in ein Provisorium auf dem ehemaligen Schlecker-Areal, als das alte Gebäude an der Augsburger Straße 8 abgerissen wurde. Im Sommer soll sie wie geplant in den Neubau an selber Stelle einziehen – mit mehr Lagerfläche als vorher. Auch wenn Uhl einräumt, „dass es für die Apotheke nicht angenehm sein wird, wenn oben noch der Estrich verstrichen wird.“ Im Dachgeschoss will sich ein Notar ansiedeln.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren