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Fischach

02.11.2019

Paar baut Zirkuswagen zauberhaft aus

Hier kann man sich wohlfühlen und von schönen Dingen träumen: Christine Roggors und Joachim Pangratz haben einen alten Zirkuswagen in ein innenarchitektonisches Juwel verwandelt.
Foto: Siegfried P. Rupprecht

Plus Christine Roggors und Joachim Pangratz aus Siegertshofen haben ein altes Gefährt in ein schönes Domizil umgewandelt. Behalten wollen sie den restaurierten Wagen aber nicht

Christine Roggors und Joachim Pangratz sind Schöngeister. Im positiven Sinn. Sie widmen sich in ihrem Wohnort im Fischacher Ortsteil Siegertshofen mit Begeisterung dem Außergewöhnlichen, umgeben sich mit Kunst und einem paradiesisch anmutenden mediterranen Garten. Das Alltagseinerlei ist ihnen nicht genug. So mussten sie auch nicht lange überlegen, als sie im Internet auf den Verkauf eines Zirkuswagens stießen.

„Ursprünglich wollten wir den Wagen mit den schmucken Oberlichtern zum Übernachten oder als Sommerunterkunft“, erzählt Pangratz. Immerhin sei so ein Ding in erster Linie mit Lagerfeuerromantik verbunden. „Wir hatten so viele Ideen, das gute alte Stück aufzumöbeln und in ein Schmuckstück zu verwandeln“, ergänzt Christine Roggors. Doch nach und nach habe sich eine Geschäftsidee festgesetzt: den Zirkuswagen luxuriös auszuschmücken und zu verkaufen. Doch bis es so weit war, mussten die beiden viel Arbeit, Geld, Impulse und Intuitionen investieren.

Mit dem Tieflader gekommen

Angeboten wurde der Wagen tatsächlich von einem richtigen Zirkus, der bereits im 17. Jahrhundert mit Hochseilartisten auf Jahrmärkten und Marktplätzen die Menschen in Bann gezogen hat. Das Unternehmen brachte den Wagen schließlich auf einem Tieflader nach Siegertshofen.

Da stand er nun, rund acht Meter lang: ein Anhängerfahrgestell mit Kabine. „Welche Geschichten er wohl erzählen könnte, fragten wir uns“, erinnert sich Christine Roggors.

Joachim Pangratz, der hauptberuflich im Innenausbau tätig ist, machte sich zunächst ans Grobe. „Letztlich blieb nur noch das Eisengestell übrig“, sagt er und schmunzelt. Stück für Stück gab das Ehepaar dem Zirkuswagen eine neue Fassade. Der Anstrich aus Leinöl wurde extra nach eigener Farbvorstellung angefertigt, darüber hinaus wurden eine Original-Jugendstiltüre, ein Vorplatz und ein Zinkblech als Dacheindeckung eingebaut.

Die beiden erwarben Jugendstilelemente und Figuren, integrierten das Oberlicht der Türe in den hinteren Wagenteil und passten filigran die übrigen Fenster ein. Dann ging es an die hochwertige Wand- und Bodenverkleidung sowie die Innenausstattung.

Heute, nach rund einjähriger Sanierung, ergänzen Schrank, Tisch und Stuhl aus alten Holzmaterialien, wertvolle Leuchten, ein Spiegel mit Goldfassung, ein Grammofon, Säulen aus Gusseisen und original alte Lichtschalter das hochwertige Interieur mit modernem Equipment wie Kühlschrank, Herd und Warmwasser mit Durchlauferhitzer. Mit dabei ist auch ein historischer Godin-Ofen, den das Paar von einem seiner zahlreichen Frankreichaufenthalte mitgebracht hatte.

Doppelbett ist der Hingucker

Ein Hingucker ist das Doppelbett, zauberhaft und romantisch eingebaut in den hinteren Wagenteil. Das Gesamtergebnis kann sich mehr als nur sehen lassen: Der Zirkuswagen hat sich mit viel Liebe zum Detail zu einem Juwel gemausert.

„Wir haben viel recherchiert, um dem Wagen dieses Ambiente zu vermitteln“, gesteht Pangratz. Aber wenn er ehrlich sein solle: „Kreativität und Inspiration sind nur so aus dem Ärmel geflossen.“ Und da kommt wieder der Schöngeist zum Tragen, der eine große Bandbreite außergewöhnlicher Dinge in sich trägt.

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