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Ausstellung in Gersthofen

03.03.2009

Paul-Klee-Clou ist kurz vor der Ziellinie geplatzt

Kurz vor der Ziellinie ist der Gersthofer "Paul-Klee-Clou" geplatzt: Viel hätte nicht gefehlt und das Ballonmuseum wäre ab September dieses Jahres - 40 Jahre nach der Stadterhebung also - Schauplatz einer Ausstellung mit Originalen des weltberühmten Künstlers gewesen. Von Simon Kaminski

Gersthofen Kurz vor der Ziellinie ist der Gersthofer "Paul-Klee-Clou" geplatzt: Viel hätte nicht gefehlt und das Ballonmuseum wäre ab September dieses Jahres - 40 Jahre nach der Stadterhebung also - Schauplatz einer Ausstellung mit Originalen des weltberühmten Künstlers gewesen. "Das wäre das i-Tüpfelchen gewesen, schließlich hat Gersthofen eine besondere Beziehung zu Paul Klee", so Kulturamtschef Helmut Gieber am Montagabend im Kulturausschuss. "Wäre", denn die spektakuläre Exposition mit dem großen Künstler, der vom Januar 1917 bis Ende 1918 bei der Königlich bayrischen Fliegerschule V in Gersthofen stationiert war, findet nicht statt. Klee absolvierte auf dem damaligen Flugplatz Gablingen, der früher auf Gersthofer Flur lag, seinen Kriegsdienst. Zunächst lebte er in einer Mannschaftsunterkunft, später in einem eigenen Zimmer. Es heißt, er hätte die Auenwälder zwischen Gersthofen und Langweid sehr geschätzt. Überliefert aus dieser Zeit ist ein "Gedenkblatt an Gersthofen", eine Skizze seiner Unterkunft.

Gieber macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über das Scheitern des Projekts. "Diese Ausstellung hätte deutschlandweit für große Aufmerksamkeit gesorgt", ist er sich sicher. Hinter den Kulissen hatte es Ende letzten Jahres bereits konkrete Verhandlungen über das Vorhaben gegeben. "Ich hatte so etwas schon seit vielen Jahren im Kopf und habe darüber mit Götz Beck von der Regio Augsburg gesprochen, der über ausgezeichnete Kontakte verfügt", so Gieber. Und tatsächlich schien sich plötzlich die Chance zu ergeben, Giebers Traum zu verwirklichen. Im Gespräch waeine Schau unter dem Arbeitstitel "Paul Klee - Meditative Inspirationen". Die Exposition sollte mit 40 bis 50 Werken - 40 Prozent davon Unikate - bestückt werden. Darunter in erster Linie Zeichnungen, aber auch kleinere Skulpturen. Winfried Heid von der Heidelberger Signum Galerie sollte den Part übernehmen zu sondieren, welche Werke in Frage kämen. Als zweite Ebene des Konzepts war vorgesehen, mit Informationstafeln, Monitoren und eventuell auch einer DVD über die zeitlichen Einflüsse auf das Lebenswerk Klees zu informieren. Schließlich sollten gerade Schüler für das Thema begeistert werden.

Parallel zu den Gesprächen, bei denen Beck - wie Gieber betont - stets eine tragende Rolle spielte, warb das Kulturamt im Rathaus Gersthofen für die Idee. "Bürgermeister Jürgen Schantin war schnell überzeugt, auch der Ältestenrat und dann auch der Stadtrat votierten in nicht öffentlicher Sitzung einstimmig für das Projekt." Dabei ging es natürlich auch um Geld. Helmut Gieber stellte folgende Rechnung auf: Danach wäre es möglich gewesen, die Ausstellung mit einem finanziellen Einsatz von 250 000 Euro - inklusive Versicherung sowie deutschlandweiter Werbung - in der Stadt zu realisieren. Gesetzt den Fall, die Regio hätte rund 30 000 Euro Sponsorengelder akquiriert, und 35 000 Besucher hätten im Schnitt sieben Euro Eintritt bezahlt (macht 275 000 Euro), wäre die Veranstaltung sogar mit einer "schwarzen Null" möglich gewesen.

Überlegungen, die heute Makulatur sind. Gieber: "Es stellte sich heraus, dass es 2009 nicht möglich war, genügend Originale für die Ausstellung zu erhalten." Zumal die Stadt Ulm und auch Wien ebenfalls in diesem Jahr eine Klee-Ausstellungen planen. "Wir haben auch Gespräche mit der Familie Klee geführt", ergänzt Beck. Das Echo sei sehr wohlwollend gewesen, aber auch hier sei der Verweis auf Wien und Ulm gekommen. "Für mich war von vorneherein klar: Wenn eine solche Ausstellung, dann muss sie erstklassig sein", erklärt Gieber zum Scheitern. Aber: "Die Sache ist zwar aufgehoben, aber nicht aufgeschoben." Denn Zweifel daran, dass das Ballonmuseum in punkto Technik und Sicherheit für eine Ausstellung dieses Kalibers geeignet ist, hegt Gieber nicht.

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