1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Personalkosten kratzen an der Millionengrenze

Kutzenhausen

04.05.2018

Personalkosten kratzen an der Millionengrenze

Kutzenhausen hat den Haushalt verabschiedet. (Symbolbild)
Bild: Anne Wall

Bei der Verabschiedung des Haushalts in Kutzenhausen wird die deutliche Steigerung kritisch hinterfragt. Wofür sonst noch Geld ausgegeben wird.

Der Haushalt für Kutzenhausen umfasst in diesem Jahr zahlreiche kommunale Investitionen. So nannte Bürgermeisterin Silvia Kugelmann bei der jüngsten Gemeinderatssitzung anfallende Bauprojekte, unter anderem in den Bereichen Straßensanierung, Abwasser, Kanal und Hochwasserschutz. Priorität habe auch die Erweiterung des Kindergartens und die Errichtung des Feuerwehrhauses, betonte sie. Einige Räte hinterfragten allerdings kritisch die stetig steigenden Personalkosten der Kommune.

Die Lohnkosten entwickelten sich von rund 768.000 Euro vor zwei Jahren auf nunmehr voraussichtlich 903.000 Euro. Dieser Trend sei beängstigend, meinte Georg Rapp (Freie Wählerschaft), und regte an, eine interkommunale Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden anzustreben.

Auch Rudolf Kaiser (CSU/Unabhängige Bürger) forderte auf, diesem Trend nachhaltig entgegenzusteuern. Alternativ schlug er vor, vermehrt Einnahmen zu generieren. Wenig begeistert zeigte er sich auch davon, dass die Vorbereitungen zum Haushalt in einer nicht öffentlichen Zusammenkunft erfolgt seien. Der Etat gehöre in die öffentliche Sitzung, um ihn für Bürger transparent zu machen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Bürgermeisterin wandte ein, dass die Aufgaben der Gemeindeverwaltung immer mehr und umfangreicher würden und damit zwangsläufig auch personalintensiver. Zudem leiste sich die Gemeinde im Gegensatz zu anderen Kommunen ein defizitäres Freibad. Sie wolle aber eine Untersuchung anregen, wie die Gemeinde personell aufgestellt sei.

Die Diskussion fand nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Defizits im Vermögenshaushalt statt. Dort findet sich ein Minus von 1,242 Millionen Euro. Deshalb wurde in der Haushaltssatzung auch eine Kreditaufnahme für Investitionen in Höhe von 500.000 Euro festgesetzt.

Als der Finanzplan zur Sprache kam, verwies Kugelmann beispielsweise im Jahr 2019 auf eine geschätzte Investitionssumme in Höhe von rund zwei Millionen Euro. „Wir müssen etwas tun, um unsere Einnahmen zu steigern“, resümierte sie. Doch ohne Investitionen gehe es nicht.

Der Etat schließt im Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben mit rund 4,4 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt mit circa 2,5 Millionen Euro ab. Die Hebesätze bleiben unverändert. Sie betragen sowohl für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe) als auch für B (sonstige Grundstücke) jeweils 330 Prozent sowie für die Gewerbesteuer 315 Prozent.

Die Leistung einer Biogasanlage soll erhöht werden

Thema war auch die Leistungserhöhung einer Biogasanlage. Der Betreiber plant die Erhöhung seiner Einrichtung auf 500 kW elektrische und 1314 kW Feuerungswärmeleistung. Außerdem wünscht er den Bau einer Umwallung. Durch die Leistungserhöhung kann der Betreiber eine Flexibilitätsprämie im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) beantragen. Mit der Installierung der höheren Leistung kann die Anlage bei Bedarf hoch- und bei Überversorgung heruntergefahren werden.

Der Gemeinderat hatte gegen das beantragte Projekt keine grundsätzlichen Bedenken. Er bat allerdings das Landratsamt, durch entsprechende Festsetzungen die Geruchs- und Lärmimmissionen auf den Ortsbereich zu minimieren.

Weiter stimmte das Gremium nach längerer Diskussion einhellig für einen sofortigen Beitritt der Gemeinde zur Zweckvereinbarung über die Bestellung eines gemeinsamen Datenschutzbeauftragten. Im Rahmen der im Mai in Kraft tretenden neuen EU-Datenschutzgrundverordnung hat das Landratsamt die Kommunen angefragt, ob Interesse an einem gemeinsamen Datenschutzbeauftragten bestehe. Von den 46 Kommunen hatten 39 Interessenten mit Ja geantwortet. Jetzt plant der Landkreis, hierfür eine Stelle auszuschreiben.

Wie der Radweg zwischen Agawang und Häder aussehen soll

Breiten Raum nahm auch der Lückenschluss des Radwegebaus zwischen Agawang und Häder ein. Nach intensiver Beratung schlugen die Gemeinderäte einstimmig eine die Kreisstraße begleitende Trasse vor. Die Kosten müssen von den beteiligten Kommunen Kutzenhausen und Dinkelscherben anteilig nach der ausgebauten Strecke getragen werden. Die Streckenvariante soll nun dem Landkreis und der Marktgemeinde Dinkelscherben unterbreitet werden.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20MMA_0523320.tif
Gersthofen

Plus Bauboom treibt Kosten für Gymnasium in die Höhe

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden