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Westendorf/Nordendorf

08.05.2017

Pfarrer Andreas Jall verlässt im Sommer seine Gemeinde

Pfarrer Andreas Jall wechselt von Westendorf nach Starnberg.
Bild: Andreas Lode

Westendorf und Nordendorf bilden aus diesem Grund bald eine Pfarreiengemeinschaft. Was das in Zeiten des Priestermangels bedeutet.

Es sind große Veränderungen, die auf die Gläubigen in Westendorf und Nordendorf zukommen. Pfarrer Andreas Jall wird im Sommer Westendorf verlassen und zum 1. September nach Starnberg wechseln. Gleichzeitig werden sich die Pfarrei Westendorf und die Pfarreiengemeinschaft Nordendorf zusammenschließen. Diese Neuigkeiten gab Pfarrer Jall am Sonntag im Gottesdienst bekannt.

Die Pfarrei Westendorf, zu der auch Ostendorf, Kühlenthal und Waltershofen gehören, zählt knapp 3000 Gläubige. Ebenso groß ist die Pfarreiengemeinschaft Nordendorf mit Ellgau, Allmannshofen, Ehingen, Blankenburg und Holzen. Die neue große Pfarreiengemeinschaft wird der Nordendorfer Pfarrer, Pater Norman D’Souza, leiten. Um die Aufgabe bewältigen zu können, soll ihm laut Stellenplan ein Kaplan zur Seite gestellt werden, erklärt Jall. Pfarrer Norman D’Souza soll im Herbst nach Westendorf ins Pfarrhaus ziehen. Dafür soll laut Jall in Nordendorf das zentrale Pfarramt mit den entsprechenden Büros eingerichtet werden. Das Pfarrbüro in Westendorf soll erhalten bleiben. Allerdings werden die Öffnungszeiten reduziert.

Es war abzusehen, dass die Pfarreien Westendorf und Nordendorf einmal zusammengeschlossen werden. Im Pastoralplan 2025 war dies schon vorgesehen. Dass die Veränderung so schnell kommen wird, verwunderte aber nicht nur die Gläubigen, sondern auch Pfarrer Jall. Er hat aber eine Erklärung dafür: „Wir haben Priestermangel. Deshalb reagiert die Diözese mit Zusammenlegungen.“ Dass er Westendorf verlassen muss, kam für Jall, der demnächst seine Promotion in Fundamentaltheorie abschließt, vollkommen überraschend. Da normalerweise die Personalfragen der Diözese im März entschieden werden, wägte sich der gebürtige Unterallgäuer, der seit 2010 in Westendorf ist, auf der sicheren Seite. Er freute sich auf die Gottesdienste in der renovierten Kirche und auf neue Projekte wie ein Fest der Pfarrei für die Neuzugezogenen.

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Doch dann kam alles anders. In der Karwoche erfuhr er vom „eindringlichen Wunsch“ des Bischofs, dass er nach Starnberg wechseln solle. Jall erinnert sich: „Da war ich erst einmal in Schockstarre.“ Erst nach und nach habe er den Gedanken an einen Wechsel an sich herangelassen. Doch für Jall steht fest, dass der Gehorsam gegenüber der Kirche und dem Bischof auch bedeutet, seine eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen. „Aber eine Pfarrgemeinde mit so viel Engagement und Ehrenamt zurücklassen zu müssen, tut weh. Das herzliche Miteinander wird mir fehlen“, erklärt er. Immerhin gebe es hier 190 ehrenamtliche Mitarbeiter in der Pfarrei. Wenn diese ihn nicht so tatkräftig unterstützt hätten, wäre es für Jall unmöglich gewesen, seine Promotion zu schreiben.

Langsam kommt bei dem Geistlichen auch so etwas wie Vorfreude auf die neue Stelle auf. „Ich mag Herausforderungen und bin schon gespannt“, erklärt er. Seine neue Wirkungsstätte kennt Jall bereits, da er in Starnberg schon Kaplan war. „Dort erwarten mich eine große Pfarrgemeinde mit 8800 Gläubigen, ein städtisches Umfeld und anspruchsvolle Menschen“, sagt er. Auch die Westendorfer Gläubigen kennen ihren künftigen Pfarrer schon. Pfarrer Norman D’Souza hat bereits von 1995 bis 1997 als Kaplan in Westendorf mitgearbeitet.

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