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Corona-Krise

19.04.2020

Pfarrer Linson ist nun Einsiedler im Kloster Holzen

Der Dienst von Pfarrer Linson Thattil als Hausgeistlicher im Kloster Holzen ist beendet, nachdem der Konvent der St. Josefskongregation Ursberg aufgelöst wurde.
Bild: Monika Matzner

Plus Pfarrer Linson kann wegen der Corona-Krise noch nicht nach Kerala in Indien reisen. Wie sich nach dem Abschied der Klosterschwestern sein Alltag verändert.

Eigentlich wäre Pfarrer Linson Thattil jetzt bereits in seinem Heimatland Indien, um sein neues Aufgabengebiet als Sub-Regens im Priesterseminar in Kerala anzutreten. Denn mit der Auflösung des Konvents der St. Josefskongregation Ursberg endete auch für ihn der Dienst als Hausgeistlicher des Klosters Holzen. Doch wie überall werden auch seine Pläne durch Corona durchkreuzt: Er kann derzeit nicht nach Indien reisen. Der Neuanfang in der Heimat muss auf unbestimmte Zeit warten.

Im Kloster ist es still geworden. Nach dem Auszug der Schwestern am 19. März lebt Pfarrer Linson dort nun allein, nennt sich selbst humorvoll „den Einsiedler“. Doch einsam fühle er sich nicht: „Ich bin glücklich und mache das Beste aus der Situation. Mit Gott ist man nie allein.“

Kochen und Wäschewaschen muss er jetzt selbst

Zwar habe er sich schon auf die Rückkehr und sein neues Aufgabengebiet gefreut, berichtet er, doch er sehe auch viel Positives darin, noch eine Weile in Holzen zu bleiben. Es ist ein besonderes Geschenk auf Zeit – die Zeit nutze er nun, um seine Doktorarbeit fertig zu schreiben. Der Alltag besteht im Moment auch darin, dass er jeden Morgen in der Hauskapelle die Heilige Messe feiert und alle Familien, Kinder und Kranke einschließt in sein Gebet. Aber auch Hausarbeit wie Kochen und Wäschewaschen ist angesagt – bisher hatten dies die Schwestern erledigt. Selbstverständlich gehört Bewegung wie Fahrradfahren und Spaziergänge zum Tagesablauf.

Pfarrer Linson Thattil wäre nun eigentlich schon in Indien.
Bild: Monika Matzner

Mit seiner Heimat hält er stetig Kontakt. Im südindischen Kerala mit seinen 30 Millionen Einwohnern herrscht totale Ausgangssperre. Auch hier habe die Regierung glücklicherweise frühzeitig mit Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus begonnen, berichtet Pfarrer Linson. Sehr schwierig sei die Situation allerdings für die vielen Tagelöhner, die nicht mehr in ihre Heimatdörfer zurückkehren können und derzeit in großen Zelten ausharren müssen.

Hauptzelebrant in verschiedenen Kirchen

Auf die Frage, wie er Ostern verbracht habe, erzählt der Geistliche: „Sämtliche Gottesdienste der Karwoche und an Ostern haben wir drei Priester der Pfarreiengemeinschaft – der leitende Priester Pfarrer Norman, Kaplan Sanoj und ich – jeweils als Hauptzelebrant in den verschiedenen Kirchen der PG gefeiert. Diese Gemeinschaft am Altar war etwas Besonderes.“ Freilich habe die mitfeiernde Gemeinde gefehlt, „doch im Gebet waren alle eingeschlossen“. Der Geistliche ist überzeugt: „Auch wenn wir oft nicht verstehen können, was oder warum etwas passiert – wir können auf Gott vertrauen, er hält seine schützende Hand über uns.“

Wie lange die Corona-Krise seine Rückkehr in die Heimat blockiert, ist ungewiss. „Ich werde dann fliegen, wenn es die Bestimmungen in Deutschland, Dubai (Transitflughafen) und Indien erlauben.“

Lesen Sie dazu auch: Ende einer Ära: Franziskanerinnen verlassen Kloster Holzen

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