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Fischach

31.07.2019

Pfarrer Nößner sagt in Fischach Servus

Viele Bürger statten Pfarrer Sebastian Nößner Dank ab. Dabei erhielt er so manche "Wegzehrung" für seinen Weg in die neue Pfarreiengemeinschaft Elchingen.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Sebastian Nößner wird in Fischach mit viel Emotionalität nach Elchingen verabschiedet. Doch dank Schafkopf gibt es vielleicht schon bald ein Wiedersehen.

Rappelvoll war das Pfarrheim Adolph Kolping. Dicht an dicht standen die Besucher im großen Saal, während draußen dichter Regen gegen die Scheiben tropfte. Dann ein kurzes Raunen, Köpfe strecken und wohlwollendes Nicken. Die Aufmerksamkeit galt Pfarrer Sebastian Nößner. Vor knapp zwei Stunden hatte er in der Pfarrkirche St. Michael zu einem Festgottesdienst eingeladen. Nun gab es einen Stehempfang, um sich persönlich von ihm zu verabschieden. Nach neun Jahren priesterlichen Wirkens übernimmt er im September ein neues Amt in Elchingen (Landkreis Neu-Ulm).

Viele Bürger, Gläubige, Weggefährten und Vereinsmitglieder, aber auch Vertreter der Kommunalpolitik, waren gekommen, um mit ihm persönliche Worte zu wechseln oder einfach nur Dank zu sagen. So wie Julia Glockner, die ehemalige Oberministrantin. „Es ist traurig, dass Sie gehen“, sagte sie im Namen der aktiven und ehemaligen Ministranten. Sie erinnerte während der neunjährigen Amtszeit von Nößner an „wichtige Gespräche in der Sakristei über dessen Hobby, das Segelfliegen“, über interessante Ausflüge, die immer mit Wasserspaß in einem Erlebnisbad endeten. „Oder an den Versuch, uns Ministranten das Schafkopfen beizubringen“, so Glockner weiter.

Mit der Ape „unterwegs im Namen des Herrn“

Glockner wünschte dem Scheidenden nicht nur alles Gute, sondern auch, dass die Elchinger Kirchengemeinde „das Geknatter der Pfarrer-Ape als Kirchenläuten empfinden“. Hintergrund: In Fischach war der Geistliche immer wieder mit seinem unter dem Motto „Unterwegs im Namen des Herrn“ fahrenden Rollermobils aufgefallen.

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Vermissen werden den Seelsorger auch Claudia Andraschko und Marion Mörderisch vom Pfarrgemeinderat. Die beiden richteten den Stehempfang im Pfarrheim aus. Sie bezeichneten Nößner als kompetenten Priester, der nie nachtragend gewesen sei und im Team immer das Miteinander gesucht habe.

Mit der Pünktlichkeit hat es zuweilen gehapert

Viele Freunde hatte der Geistliche in der örtlichen Musikkapelle. Kein Wunder: Dort spielte er Posaune. Nur mit der Pünktlichkeit bei den Musikproben habe es bei ihm zuweilen gehapert, erzählte Ilona Domberger. Der Grund: Meist musste er davor noch eine Messe halten. Fehlen werde er zudem wegen einer anderen Sache: „Nach der Musikprobe spendierte er den Musikern öfters eine Flasche Wein“, ergänzte Josef Domberger.

Immer wieder fiel im Gespräch Nößners Umgänglichkeit. Andere hatten aber auch miterlebt, dass er bei Kritik rasch abblockte. Unterm Strich sei er ein Mensch wie jeder andere, mit Stärken und Schwächen, hieß es. Ebenso sah es Bürgermeister Peter Ziegelmeier. Vieles laufe auf der kommunalpolitischen Ebene auf Kompromisse hinaus, berichtete er. Dementsprechend habe man sich auch bei der kostenintensiven Kirchensanierung geeinigt.

„Das war ein sehr emotionaler Moment“

Dritte Bürgermeisterin Marianne Koos lobte seine Predigten: „Die Inhalte seiner Worte hatten immer Hand und Fuß.“ Die Gottesdienste wollte er nicht als „Pflichtübung“ verstanden wissen, vielmehr als Einladung an die Gläubigen, sagte sie. Als schöne Geste empfand Koos, dass Nößner während des Festgottesdienstes alle Anwesenden um Verzeihung gebeten habe. „Das war ein sehr emotionaler Moment“, gestand Koos.

Emotional wiederum für den Seelsorger waren der Eintrag ins Goldene Buch der Marktgemeinde Fischach und die spontane Anregung der Musikkapelle, sich ein Lied zu wünschen und dies zu dirigieren. Nößner musste nur kurz überlegen. Dann entschied er sich für den Laridah-Marsch. Prompt führte er den Klangkörper geschickt durch dieses Werk.

Viele Geschenke und Körbe als Wegzehrung

Anschließend gab es noch viele Geschenke und Körbe als Wegzehrung. „Da kommt bei mir schon große Wehmut auf“, gestand Nößner mit Blick in die Runde vieler bekannter Gesichter. Was er den Bürgern vor Ort wünscht? Der Eintrag im Goldenen Buch gab Antwort: „Möge der Markt Fischach und alle seine Bewohnerinnen und Bewohner immer in Frieden unter dem Segen Gottes stehen.“

Doch vielleicht gibt es für ihn schon in Bälde wieder das eine oder andere Wiedersehen. Der örtliche Kirchenchor erwog nämlich bereits einen Ausflug in Nößners neue Heimat und auch Julia Glockner bot ihm an, den Kontakt aufrecht zu erhalten. „Für vielleicht so manche Schafkopfrunde“, wie sie anfügte.

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