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Polizei

13.02.2015

Pferd wird von Autos überrollt und wird eingeschläfert

In Wörleschwang verliert ein Tierbesitzer die Kontrolle über seine Stute. Die Autofahrer hatten noch Glück

Im Zusmarshauser Ortsteil Wörleschwang musste ein Pferdebesitzer mitansehen, wie eines seiner Tiere nacheinander von zwei Autos überfahren wurde. Dabei wurde die Westernstute so schwer verletzt, dass sie von einem Tierarzt getötet werden musste. Ein Autofahrer musste mit Schnittverletzungen im Gesichtsbereich und einem Schleudertrauma ins Krankenhaus gebracht werden.

Ursache für den Unfall war laut Auskunft der Polizei, dass der Besitzer die Stute und einen Hengst von einer Pferdekoppel in den Stall bringen wollte. Plötzlich verlor der Mann jedoch die Kontrolle über die beiden Pferde: Anstatt in den Stall rannten beide in ein gegenüberliegendes Anwesen. Dort versuchte der Pferdebesitzer den Hengst festzuhalten.

Dadurch wurde jedoch die Westernstute aufgeschreckt und lief über die angrenzende Straße – mit schwerwiegenden Folgen: Ein Auto konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und erfasste das Tier. Bei dem Aufprall knallte das mehrere hundert Kilo schwere Pferd zuerst auf die Motorhaube und brachte die Windschutzscheibe des Wagens zum Splittern. Doch damit nicht genug: Danach stürzte die Stute wieder auf die Straße, wo sie schließlich von einem anderen Auto, das in der Gegenrichtung unterwegs war, erfasst wurde.

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Erinnerungen an einen Unfall vor zehn Jahren

Das Tier wurde von seinen Schmerzen erlöst. Während der Fahrer des zweiten Autos unverletzt blieb, wurde der andere mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Nach Einschätzung von Hans Haussmann, dem Vorsitzenden des Pferdezuchtverbands Schwabens, hatten die Autofahrer dabei Glück, bei dem Unfall nicht schwerer verletzt worden zu sein. Schließlich können kräftige Pferde knapp eine Tonne Gewicht auf die Waage bringen.

Der Schwabmünchner erinnert sich an einen Unfall, der sich vor über zehn Jahren in der Nähe des Weilers Holzara bei Dinkelscherben ereignet hat: „Damals ist ein Auto, das in der Nacht auf der B300 unterwegs war, in zwei frei laufende Pferde gefahren. Bei dem Unfall sind nicht nur die beiden Pferde gestorben, sondern auch der Fahrer des Autos.“

Ein äußerst seltener Fall

Haussmann ist nicht nur Funktionär im Zuchtverband, sondern auch Rechtsanwalt mit Schwerpunkt auf Pferderecht. Pro Jahr behandelt er deswegen rund 100 Rechtsstreitigkeiten im süddeutschen Raum. Ein Fall wie jetzt in Wörleschwang kommt dennoch äußerst selten vor – auch wenn erst im September 2013 eine Frau bei Dinkelscherben zwei Pferde mit ihrem Auto anfuhr. Die Tiere, die sich offenbar aus ihrer Koppel befreit hatten, starben bei dem Zusammenstoß. Auch die Frau hatte damals Glück und wurde nur leicht verletzt.

Die Frage, wer für den Schaden sowohl am Auto als auch am Pferd bezahlen muss, wird nach Ansicht von Haussmann nun die Versicherungen beschäftigen: „Generell wird der Schaden, der durch ein Tier entsteht, durch die Haftpflicht abgedeckt. Aber auch der Autofahrer wird seinen Schaden geltend machen wollen.“ Die Frage wird nun lauten: Wer trägt an dem Unfall welche Schuld?

Eine Tierlebensversicherung, bei der das Pferd separat versichert ist, gibt es zwar. Laut Karl Aumiller vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute scheuen sich die meisten Pferdebesitzer aber wegen der hohen Beiträge davor, diese abzuschließen.

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