Dialekte

29.09.2014

Pilz, Pferd und Hund

In der Sprachserie geht es heute um Schimmel, Moder und den Mops

Der Weg auf der Suche nach der Herkunft von Wörtern ist oftmals mit Irrtümern gepflastert. Dies gilt etwa auch für den heute nur noch mundartlich genutzten Begriff „grab(lig)“ für verschimmelt, modrig und das dazugehörende „grabelen“ für schimmlig werden, verderben. Ein Zusammenhang mit Grab klingt plausibel, ist aber falsch.

Das Wort „Grab“ bedeutet eigentlich Vertiefung im Boden und hängt folglich mit „graben“ zusammen. „Grablig“ und „gräubelen“, auch „grabelen“ sowie „gräublen“ basieren dagegen auf dem mittelhochdeutschen Wörtern „gra“ und „grawen“ für grau und grau werden. Wenn ein Nahrungsmittel diese typische graublaue Farbe des Schimmels annimmt, dann heißt es in Bayrisch-Schwaben etwa das Brot „grabalat“.

In Altbayern „grawelt“ abgestandenes Bier vor sich hin. Und wenn es einem vor was graust, dann kann man rechts vom Lech durchaus auch ihm grawelts hören.

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Im Schwäbischen heißt „grabelen“ gelegentlich auch modrig riechen, also muffeln. Und dieses Muffeln oder Müffeln hat wiederum nichts mit dem „Muffel“, jenem missgestimmten, also muffig gelaunten Menschen zu tun – hier besteht laut Duden vielmehr eine Verwandtschaft mit dem Wort „Mops“. Es kommt aus dem Niederländischen, wo „moppen“ mürrisch schauen bedeutet – was durchaus zum Gesichtsausdruck dieser Hunderasse passt. Muffig riechen hingegen geht auf das mittelhochdeutsch gleichbedeutende „müffeln“ zurück.

Beim Schimmel allerdings täuscht die Vermutung einmal nicht. Das weiße Pferd heißt tatsächlich wegen seiner an den Schimmelpilz erinnernden Fellfarbe so. Und „Schimmel“ ist mit den Wörtern „schimmern“ und „scheinen“ verwandt und bedeutet wohl ursprünglich so viel wie (fahl) glänzen.

Im württembergischen Schwäbisch heißt Schimmel auch „Schbor“ – ein Begriff, den der Duden als „Spor“ kennt und der sich bis ins Althochdeutsche („spori“ für faul) zurückverfolgen lässt.

Schließlich bezeichnet man in Württemberg Schimmel auch als „Meuchel“ und „Meichel“. In den bairisch-schwäbischen Mundarten haben sich die beiden Begriffe als „mäuch(t)elen und „miachteln“ für übel riechen, stinken erhalten. Ursprung ist nach Dialektforscher König das mittelhochdeutsche Wort „muchen“, was verbergen bedeutet.

„Gredt und gschwätzt“ im Augsburger Land erscheint in der Regel jeden Montag.

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