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Altenmünster

07.09.2019

Pläne zur Ortsmitte in Altenmünster spalten die Gemeinde

Wo früher einmal die Brauerei stand, soll jetzt die neue Ortsmitte von Altenmünster entstehen. Dazu müssen auch noch zwei Wohnhäuser fallen, die die Gemeinde gekauft hat. Das Projekt spaltet mittlerweile die Zusamtalgemeinde. 
Bild: Marcus Merk

Wie die neue Ortsmitte in Altenmünster einmal aussehen wird, ist noch unklar. Über 30 Einwände liegen gegen den Bebauungsplan vor.

Wie soll die neue Ortsmitte in Altenmünster aussehen? Diese Frage beschäftigt die Gemeinde seit Langem. Nun aber kommt Bewegung in die Diskussion. Nachdem Josef Heinle, Teil der neuen Ortsgruppe der Grünen, die Pläne der Gemeinde öffentlich kritisierte, ist die Aufregung groß. Bis zum Freitag lag der Plan zur neuen Ortsmitte öffentlich aus. So lange hatten Bürger die Möglichkeit, diesem zu widersprechen.

Etwa 30 Einwände von Privatleuten seien bei der Gemeinde eingegangen, sagt Bürgermeister Bernhard Walter. Er sagt: „Für ein Projekt dieser Größe ist das nicht viel.“ Mit den Einwänden muss sich der Gemeinderat nun in einer der kommenden Sitzungen beschäftigen. Die meisten Beschwerden aus der Bevölkerung beschäftigen sich mit der Gebäudehöhe, dem Volumen und der geplanten Tiefgarage, sagt Walter.

Gebäudekomplex mit Platz für Ärzte und ein Café

Die Pläne zur neuen Ortsmitte sehen auf einer Fläche von rund 4000 Quadratmetern zwei Gebäude vor. Hintergrund ist, in dem Gebäudekomplex eine Gesundheitsvorsorge zu etablieren. Ärzte und Physiotherapien sollen sich in Altenmünster ansiedeln. Hinzu kommen Geschäfte inklusive eines Cafés. Ebenso könnte das Hotel im Bräustüble sich in dem Haus erweitern. Zwei Gebäudeteile mit drei Stockwerken und einem ausgebauten Dachgeschoss sind geplant. Für das Ärztehaus sollen außerdem viele Parkplätze gebaut werden. Eine Tiefgarage ist denkbar.

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Die sich derzeit gründende Ortsgruppe der Grünen in Altenmünster fühlte sich bei der Entscheidungsfindung übergangen. Kritisiert wurden besonders die mögliche Tiefgarage und die Höhe des Gebäudes. Josef Heinle störte sich zudem an „der großen Eile“, mit der das Projekt vorangetrieben werde. Er fordert, die Entscheidung ins nächste Jahr zu tragen, wenn der neue Gemeinderat bei den Kommunalwahlen im Mai 2020 gewählt werde.

Braucht es eine Tiefgarage in Altenmünster?

Bürgermeister Walter widersprach diesen Vorwürfen. Er sagte: „Zu dem Bau einer Tiefgarage durch die Gemeinde wird es nur kommen, wenn eine entsprechende staatliche Förderung dahintersteht.“ Keinesfalls wolle er die Entscheidungen vor seinem Amtsende „durchpeitschen“. Auch die Kritik an der Größe des geplanten Gebäudes kann Walter so gar nicht nachvollziehen: „Die Behauptung ist völlig aus der Luft gegriffen. Die Firsthöhe des Gebäudes werde weniger als 18 Meter hoch sein – und sicher nicht höher als die Kirche.“

In den 90er Jahren stand auf der heute frei stehenden Grünfläche vor der Pfarrkirche die ehemalige Brauerei. Sie wurde 2004 abgerissen, das Gelände ging im gleichen Jahr in den Besitz der Gemeinde über. 2012 folgte – im Zuge der Städtebauförderung – ein Ideenwettbewerb, um die Ortsmitte neu zu gestalten. Vor vier Jahren kaufte die Gemeinde zudem die Eckhäuser an der Eppishofer Straße und am Kirchenweg. Nun hat sich ein Investor gefunden, der das 10-Millionen-Euro-Projekt finanzieren will.

Leser befürchtet einen „Betonklotz“ in Altenmünster

Auch einige unserer Leser kritisierten das Vorhaben. Markus Holl aus Altenmünster befürchtete, der neue Gebäudekomplex könnte zu einem „Betonklotz“ werden, der die Kirche optisch überlagere. Wolfgang Meitinger regte an, dass die Bevölkerung mehr in den Entscheidungsprozess einbezogen werden müsse. Schließlich gehe es um ein Projekt, „das den Ortskern für die kommenden 50 bis 100 Jahre prägen wird“. Für Gemeinderat Stephan Litzel (Freie Wähler) ist die Aufregung um die Pläne zur Ortsmitte nicht nachvollziehbar. Schließlich sei das Thema nicht neu. Seit Jahren beschäftige sich der Gemeinderat damit. Es sei klar, dass nicht alle Vorschläge aus dem Ideenwettbewerb von 2012 eins zu eins umgesetzt werden können. Man wolle eine wirtschaftliche Lösung finden. Schließlich habe die Gemeinde „noch viele andere Großbaustellen“.

Auch sein Ratskollege Hubert Kraus (CSU) hält die Diskussion derzeit für „überheizt“. Noch sei offen, wie der Gebäudekomplex einmal aussehen werde. „Es gibt noch keinen Bauplan“, sagt Kraus. Er habe den Eindruck, dass die Öffentlichkeit die Diskussion bislang „zurückhaltend“ verfolgt habe. In den entsprechenden Sitzungen habe es kaum Zuschauer geben, sagt Kraus. Er hoffe, dass das Thema nun nicht zum Wahlkampf ausgeschaltet werde. Schließlich gehe es um ortsprägende Gebäude mitten in der Gemeinde.

Wann die Pläne zur Ortsmitte in Altenmünster konkret werden, ist noch unklar. Einen Termin für einen Gemeinderatsbeschluss gibt es noch nicht.

Mehr Hintergründe zur Diskussion um die Ortsmitte in Altenmünster lesen Sie hier.

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