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Neusäss

10.10.2017

Plan für Gewerbe entlang der Autobahn

Diese war einer der strittigen Punkte für den Flächennutzungsplan: Das bestehende Gewerbegebiet Täfertingen-Nord soll an der Autobahn entlang Richtung Gersthofen und Güterverkehrszentrum erweitert werden können. 
Bild: Marcus Merk

Bei einer Info-Veranstaltung erfahren die Neusässer, wie sich ihre Stadt entwickeln könnte

Wie soll Neusäß in den nächsten 15 bis 25 Jahren aussehen? Wo werden Baugebiete sein, wo dürfen sich Firmen ansiedeln? Mit dieser Frage haben sich die Stadträte intensiv beschäftigt. Der erste Entwurf des Flächennutzungsplans liegt für die Bürger bis Ende November zur Einsicht aus. Sie dürfen ihre Meinung dazu kund tun. Bei einer Info-Veranstaltung in der Stadthalle konnten die Neusässer ebenfalls ihre Fragen loswerden. Der Plan wurde mit seinen wichtigsten Eckpunkten vorgestellt.

Etwa 50 Neusässer waren gekommen, um sich die Ausführungen von Stadtplanerin Sandra Urbaniak anzuhören. Im Publikum waren unter anderem Landwirte, Projektentwickler aus der Immobilienbranche, Firmenbesitzer und natürlich Bürger, die gerne bauen würden. Sie alle interessierte die Frage, was wo mit welchen Flächen auf lange Frist geplant ist.

Zu folgenden Punkten gab es Nachfragen:

Gewerbegebiet Die Stadträte haben sich mehrheitlich darauf geeinigt, bei Täfertingen in Verlängerung des Gebietes am Trentiner Ring weiteres Gewerbe auszuweisen, und zwar auf einer Fläche, auf der zuvor Kies ausgebeutet wird. Das Gewerbegebiet würde sich damit Richtung Gersthofen ausdehnen. Der Plan, an der Autobahn entlang und über die Anschlussstelle Neusäß hinaus, zusätzlich Gewerbe zu schaffen, war der Hauptgrund für die Grünen, den Flächennutzungsplan abzulehnen. Sie kritisieren Flächenfraß und eines „Bands Richtung Gersthofen und Güterverkehrszentrum“. Laut Planerin Urbaniak habe man dafür darauf verzichtet, das noch junge Gewerbegebiet Neusäß-Nord nach Westen Richtung Titania zu erweitern. Bürgermeister Richard Greiner berichtete, dass bei der Stadt immer wieder Nachfragen nach Flächen für Firmen eingingen. Hier wolle die Stadt etwas anbieten können. Es dürfe nicht mehr passieren, dass Firmen wie Klimatechnik Schuster oder der Metallbetrieb Nusser von Neusäß mangels Flächen wegziehen. Gleichzeitig dürften die Landwirte nicht aus dem Auge verloren werden, ergänzte Urbaniak. Auch sie bräuchten Flächen. In Neusäß gebe es sowieso vergleichsweise wenig gute Flächen für die praktizierenden Landwirte.

Baugebiete Ein Bürger berichtete, dass er seit Jahren in Neusäß nach einem Grundstück zum Bauen suche. „Wir kommen an keines ran.“ Er wollte wissen, ob es weiter eine Frage des Geldes sein werde, an Bauland zu kommen. Bürgermeister Greiner betonte, dass Wohngebiete vorrangig dort ausgewiesen werden, wo es auch realistisch erscheint, dass schnell gebaut werden kann. Der Stadtrat wolle bei der Vergabe der Grundstücke am Einheimischenmodell festhalten. Hier gibt es beispielsweise für ehrenamtliches Engagement oder Familiengründung Punkte. Angrenzend an den Uni-Campus wäre laut Flächennutzungsplan eine neue Siedlung möglich, direkt angrenzend an die geplante Wohnbebauung auf Augsburger Flur. Ein Teil des Areals ist im städtischen Besitz. Greiner betonte aber auch: „Wir wollen keinen unkontrollierten Zuzug, sondern die Balance halten.“

Grundweg Ein Bewohner des Grundwegs in Ottmarshausen, erzürnte sich über die Pläne, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite Wohnbebauung erlaubt werden soll. Seiner Ansicht nach geht es nicht, „mitten im Naturpark Westliche Wälder Wohnbebauung festzulegen“. Stadtplanerin Urbaniak entgegnete, dass alle Ortsteile westlich der Schmutter im Naturpark liegen würden. Der Stadtrat wolle eine „behutsame Ausweisung am Ortsrand“. Urbaniak sagte, sie könne den Ärger des Ottmarshausers, der freie Sicht hat, zwar für ihn persönlich verstehen, aber rechtlich sei diese Wohnbebauung in Ordnung. Bürgermeister Greiner betonte, dass die Möglichkeiten der Bebauung in Ottmarshausen begrenzt seien: „Ins Schmuttertal wollten wir nicht.“ Er betonte aber auch, dass die zum Grundweg eingegangenen Stellungnahmen in die weitere Planung des Stadtrats eingearbeitet würden.

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