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Meitingen-Herbertshofen

12.01.2017

Planung für Großprojekt beginnt

Die Ortsdurchfahrt Herbertshofen ist eine der längsten und breitesten Straßen im Markt Meitingen. Bei einer Sanierung zahlen die Anlieger mit. 
Bild: Bild: Marcus Merk

Wenn die Ortsdurchfahrt Herbertshofen saniert wird, müssen auch die Anlieger mit zahlen. Heuer ist aber erst einmal das „Jahr der Planung“. 

Franz Gump kennt die Ortsdurchfahrt von Herbertshofen noch aus Kindertagen: „Wir konnten auf der Straße Kreisel spielen, so wenig Verkehr war damals, obwohl es die Bundesstraße 2 war“. Auch heute noch wohnt Gump direkt in der 1,6 Kilometer langen Ortsdurchfahrt und hat damit eines von 130 Grundstücken, die vom Ausbau der Straße betroffen sind und deren Besitzer ihn zumindest teilweise bezahlen müssen. Heuer soll dieser Ausbau geplant und – falls alles perfekt läuft – nächstes Jahr in Angriff genommen werden. Weil die Anlieger wissen wollen, was auf sie zukommt, waren fast 20 von ihnen am Dienstagabend zur Sitzung des Planungs- und Werksausschusses gekommen, wo „grundsätzliche Überlegungen“ zu dem Projekt auf der Tagesordnung standen.

Was wünschen sich die Bürger? Franz Gump meint zu dem Thema im Gespräch mit unserer Zeitung jedenfalls: „Wenn eine einfache Sanierung möglich wäre, dann wäre das natürlich eine tolle Sache“. Denn in diesem Fall müssten die Bürger gar nichts bezahlen. Man werde das auf jeden Fall prüfen und als erstes eine Baugrunduntersuchung durchführen, versprach Bürgermeister Michael Higl auf entsprechende Fragen im Ausschuss. Doch er meinte auch: „Es läuft hier mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf einen Ausbau hinaus“. Denn wenn der Untergrund schlecht sei, übernehme keine Firma die Gewährleistung für eine einfache Sanierung.

Die Fahrbahn stammt nach Angaben von Bauamtsleiter Thomas Dahlmann aus dem Jahr 1972. Wie alle Meitinger Straßen habe man sie in Zustandsklassen von eins bis fünf eingeteilt, wobei hier die Klassen drei, vier und fünf vorlägen. Fünf bedeute „sofortigen Sanierungsbedarf“. Am schlechtesten sei der Zustand am nördlichen Ortseingang mit Aufbrüchen im Asphalt. Der Unterhaltsaufwand werde ebenfalls immer höher. Dahlmann ist sicher: „Eine Gesamtsanierung steht an“ – zumal eine Straße nur eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren habe.

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Ob auch der Kanal, der etwa zur Hälfte unter der Straße verläuft, saniert werden muss, soll noch durch eine Kamerabefahrung ermittelt werden. Falls dies der Fall wäre, würde das Projekt noch teurer. Ab einem bestimmten Schwellenwert muss aber sogar die Suche nach einem Planer über eine öffentliche Ausschreibung erfolgen. Ob dies der Fall ist, soll die Verwaltung nun ebenso ermitteln wie die möglichen staatlichen Zuschüsse, beschloss der Ausschuss einstimmig.

Sobald der Planer gefunden ist, werde man in einem mehrmonatigen Prozess die Rahmenbedingungen abstecken, erläuterte Bürgermeister Higl. Dazu gehöre auch die Einstufung der Straße, also die Frage, ob es sich um eine Haupterschließungsstraße handelt oder sogar um eine Hauptverkehrsstraße, wo der Anliegerverkehr zu den Grundstücken praktisch kaum noch eine Rolle spielt. Hauptverkehrsstraßen dienen laut Dahlmann überwiegend dem innerörtlichen und überörtlichen Durchgangsverkehr.

Je mehr Durchgangsverkehr, desto eher handelt es sich also um eine Hauptverkehrsstraße und desto geringer wird der Kostenanteil, den die Anlieger für den Ausbau zu zahlen haben.

Zudem spielt beim Anliegeranteil die Größe des Grundstücks und was darauf gebaut ist, eine Rolle, erläuterte Dahlmann. Näheres zu den Kosten könne man aber jetzt noch nicht sagen. Auch eine Kategorisierung der Ortsdurchfahrt von Herbertshofen, also der Klemens- und Ulrichstraße, habe man noch nicht vorgenommen. Mit dem Beitragsbescheid müssten die Anlieger ohnehin erst in drei bis vier Jahren rechnen, so Higl.

Anlieger Franz Gump meint auf Anfrage unserer Zeitung zu dem Thema: „Für mich ist die Ortsdurchfahrt in Herbertshofen eine Hauptverkehrsstraße, schließlich ist sie wie die Dorfstraße in Erlingen eine Hauptzufahrt zum Kernort“. Auf keinen Fall sollte sie verengt werden wie die Donauwörther und Römerstraße in Meitingen, wo man die Radfahrer verdrängt habe, findet Gump und plädiert für einen Radweg und eine Verschönerung des Ortsbilds – aber nicht auf Kosten der Anlieger.

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