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Gablingen

20.02.2017

Politiker bekommen ihr Fett weg

Als Meister Eder und sein Pumuckl führten Alexander Baur und Steffi Scherer mit losem Mundwerk durchs Programm – da musste der Bürgermeister einiges einstecken.

Die Gablinger Glammhogga nehmen das Ortsgeschehen ins Visier.

In feuerrotem Kleidchen begrüßte Annemarie Sauler, die Präsidentin der Gablinger Faschingsfreunde „D´Glammhogga“ die vielen Gäste in der Mehrzweckhalle zur inzwischen 26. Prunksitzung - und feuerrot vor Hitze dürfte so mancher Gablinger geworden sein, der bei den vielen einfallsreichen und gewitzten Sketchen und Dialogen der Show ins Visier der Narren auf der Bühne gekommen war. Denn vor allem die beiden Moderatoren Steffi Scherer und Alexander Baur hatten - fast noch mehr als im vergangenen Jahr - ein wahrhaft loses Mundwerk. Aber natürlich trafen sie mit ihren Spitzen auch ins Schwarze. Als Meister Eder (Alexander Baur) und sein Pumuckl (Steffi Scherer) führten sie souverän durchs Programm, schufen Verbindungen zwischen den einzelnen Auftritten und ließen es selbst ordentlich krachen. Bürgermeister Karl Hörmann musste so einiges über sich ergehen lassen - aber er ertrug es mit der ihm eigenen - und von Pumuckl immer wieder beklagten - stoischen Gelassenheit. „Einiges ist grenzwertig“, merkte das Gemeindeoberhaupt in der Pause an, „aber es ist ja Fasching.“

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Es war ein mehr als vierstündiger Abend, der zum größten Teil von den humorvollen Gablingern selbst bestritten wurde. Gablingen ist also doch noch nicht ganz nur unpersönlicher Schlaf-Vorort von Augsburg.

Die Teenagergarde des Kötzer Narren-Clubs machte, in pinkfarbenen und schwarzen Petticoat-Kostümchen, einen tänzerischen Anfang. Dann turnte aber Tanzmariechen Nina akrobatisch über die Bühne, und die Funkenmariechen schleuderten unzählige Male ihre Beine. Jede Pariser Cancan-Tänzerin wäre neidisch geworden.

Politiker bekommen ihr Fett weg

Leonie Fabry suchte in ihrer Büttenrede ihren Traumboy, kam aber letztlich wieder zur Barbie-Puppe zurück. Von feinem Witz war das Singspiel „Summ, Summ und Herr Um“ von Familie Wittmann. Christian Wittmann schlüpfte als Jupiter ins Kostüm einer Biene, um die angebetete Eurydike (Petra Wittmann) anbaggern zu können. Töchterchen Mirjam schwirrte als Bienchen herum. Am Keyboard begleitet wurde die musikalische Gruppe von Stephan Christ.

Viel zu lachen gab es bei den „Senfkrapfa“. Als „Gablinger Sängerknaben“ hatten es Martin Schuster (Schüler Amadeus) und Steffen Fabry (Ludwig)auf der Schulbank faustdick hinter den Ohren. Martin Kempter als Herr Professor musste sich auf seine Fragen so manch erstaunliche Antwort anhören. Glammhogga-Spielleiterin Gudrun Oblinger führte Regie bei diesem Sketch.

Wenn die Gablinger Feuerwehr bei Löscheinsätzen genauso gut ist wie bei ihren Sketchen auf der Bühne, dürfen die Gablinger beruhigt schlafen. Johannes Pröll und Florian Schmalz ließen die schwarz angemalten „Firefighter“ im Bastrock zu „Watumba“ um einen Feuerkessel tanzen. Warum auf der Reinsch-Baustelle (geplantes Ortszentrum) nichts vorangeht, machten die Firefighter Sebastian Meyer, Florian Schmalz, Nicolas Götzenberger und Johannes Pröll bei ihrem Sketch „Auf der Baustelle“ klar. Johann Pröll erschien als Gablingens Bürgermeister, und ihm gelang auch der Hörmann´sche sonore Tonfall: „In der Ruhe liegt die Kraft.“

Unter einer Decke steckten Anita Reinermann, Michaela Meir und Michael Pompe von der Freilichtbühne Lützelburg bei ihrem lustigen Sketch „Banküberfall“. Der Musikverein Gablingen ließ sich ein geradezu akrobatisches charmantes Bläserstückchen einfallen. Sabine Baur geistere als Gablingens trauriges Schlossgespenst in weißem Tüllkostüm durchs Dorf und wundert sich über die sparsame Bewirtung bei der Sportlerehrung, den Umbau der Vereinsbank, das Ortszentrum….und das leere Wartezimmer der Gablinger Hausärztin.

In die gleiche Kerbe hieben auch Meister Eder und sein Pumuckl - aufmerksame Beobachter des Geschehens: Die Suche der Gemeinde nach Bauland, das Raumproblem der Hausärztin, die neue Bürgerinitiative in Sachen Straßenausbaubeiträge, die Bombenentschärfung, das Zeitmanagement des Pfarrers und natürlich immer wieder der Bürgermeister, den Steffi Scherer, als solcher unnachahmlich verkleidet, mit viel Biss auf die Schippe nahm. Die Band „The Flavors“ intonierte immer wieder ein „dreifaches Lach am Schmutterbach“. Zauberei einmal ganz anders, modern, selbstironisch - einfach toll - bot Maximilian Olbrich aus Aystetten, ließ ein Tischchen schweben und löste Zauberwürfel. Den temperamentvollen tänzerischen Abschluss der Faschingssitzung vor dem gemeinsamen Finale bot die Showtanz-Gruppe Forever Flair aus Gersthofen mit „Indian Flair“.

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