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Landkreis Augsburg

05.08.2019

Polizei entdeckt 3,2 Kilo Marihuana im Augsburger Land

40 Pflanzen zog ein 58 Jahre alter Mann damals groß, die meisten hatte er in einer Waldlichtung im nördlichen Landkreis versteckt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Ein 58-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis baut Cannabis im großen Stil an. Nach seiner Festnahme stellt die laut Verteidiger „ehrliche Haut“ seine Zucht um.

40 Pflanzen zog ein 58 Jahre alter Mann damals groß, die meisten hatte er in einer Waldlichtung im nördlichen Landkreis versteckt. Die Ernte der Pflanzen betrug insgesamt 3,2 Kilogramm Marihuana, wie die Rauschgiftfahnder der Polizei genau ermittelten.

Ein Hinweis hatte die Fahnder auf die Spur des Manns geführt, der „ab und zu“ selbst konsumierte. Einen Teil der weichen Drogen verkaufte er. Jetzt hat er seine Zucht umgestellt. Er hegt und pflegt nur noch Tomaten und Paprika-Gewächse, sagt er. Vor Gericht beschrieb der 58-Jährige mit dem grünen Daumen auch, wie er überhaupt auf das Marihuana gekommen war.

„Ich war neugierig auf die Pflanze“

Vor etlichen Jahren habe er schon einmal Marihuana geraucht. Um sich das „Gras“ nicht auf dem Schwarzmarkt kaufen zu müssen, sei er auf die Idee gekommen, das Cannabis selbst anzupflanzen. Außerdem habe er sich für die Pflanze selbst interessiert. Wörtlich sagte er vor gericht: „Ich war neugierig auf die Pflanze.“

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Er pflanzte Samen, ließ sie in der Wohnung keimen. Dann zog er die Gewächse groß. Monate später setzte er das gut gedüngte Cannabis in einer etwas eineinhalb Kilometer entfernten Waldlichtung aus. Dort hätte es die Polizei vermutlich nie gefunden. Den Fahndern war aber angesichts der in der Wohnung entdeckten Menge klar: Da muss noch mehr sein.

Acht bis zehn Euro für ein Gramm

Ein Polizist sagte als Zeuge vor Gericht: „So viel kann niemand im Garten anpflanzen.“ In der Wohnung hatte der 58-Jährige nur drei Pflanzen, eine davon stand an der Haustüre. Im Schuppen dagegen befanden sich viele getrocknete Dolden. In einer Plastikbox entdeckten die Beamten allein fast ein Kilo abgeerntetes Marihuana. Der größere Teil sei für den Verkauf bestimmt gewesen, erklärte gestern Rechtsanwalt Peter Möckesch aus Würzburg. Acht bis zehn Euro hatte er für das Gramm der Droge verlangt. Und: Ja, er habe damit seinen dürftigen Lebensunterhalt aufbessern wollen.

Teilweise habe es für das Marihuana auch Gegenleistungen gegeben: Handwerker arbeiteten für ihn, wenn sie mit „Gras“ versorgt wurden. Wie viel er tatsächlich an den Mann gebracht hatte, blieb unklar. Der 58-Jährige machte keine Angaben zu den Mengen. Auch beim eigenen Konsum ließ er das Schöffengericht eher im Ungewissen. Meistens habe er an Wochenenden geraucht. Der Angeklagte, der die Vorwürfe komplett einräumte, sagte: „Sie glauben ja gar nicht, wie viele Freunde man mit Marihuana auf einmal hat.“ Und Ärger mit der Justiz wegen der Menge von 3,2 Kilogramm.

Der Mandant sei eine „ehrliche Haut“

Staatsanwältin Julia Egermann hielt eine Freiheitsstrafe von drei Jahren für schuld- und tatangemessen. Das verschlug Verteidiger Möckesch die Sprache. Er bezeichnete die Forderung als „harsch“. Sein Mandant sei der Polizei gegenüber kooperativ gewesen. Ohne ihn hätten die Beamten nie zur Plantage im Wald gefunden. Das Geständnis wiege schwer, sein bislang unbescholtener Mandant sei eine „ehrliche Haut“. Er habe sein Schicksal in die eigenen Hände genommen und habe sich einer Suchtfachambulanz angeschlossen. Der Rechtsanwalt hielt für den seiner Ansicht nach minderschweren Fall eine Strafe zur Bewährung für angemessen. Das Schöffengericht verurteilte den 58-Jährigen schließlich zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

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