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Landkreis Augsburg

10.12.2019

Polizei erhöht Präsenz auf Weihnachtsmärkten im Augsburger Land

Nach dem tödlichen Angriff auf einen 49-Jährigen auf dem Augsburger Königsplatz erhöht die Polizei die Präsenz auf Weihnachtsmärkten. 
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Gefährliche Orte wie den Augsburger Königsplatz gibt es laut Polizei dort nicht. Warum ein Wunsch der Kamerahilfe wohl nicht in Erfüllung gehen wird.

Der tödliche Angriff auf einen 49-Jährigen auf dem Augsburger Königsplatz verändert auch die tägliche Arbeit der Gersthofer Polizei: Gerade gestern Vormittag hat Erster Polizeihauptkommissar Thomas Klingler die Anweisung des Innenministeriums auf den Tisch bekommen, auf Weihnachtsmärkten mehr Präsenz zu zeigen. „Das werden wir jetzt natürlich auch tun“, erklärt er. Schon seit einigen Jahren sind die Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten nach dem Terrorangriff auf dem Berliner Breitscheidplatz verbessert worden. So sichern etwa in Neusäß querstehende Lieferwagen den Markt vor einem Angriff mit Lastwagen ab. Das ist dort ein städtisches Konzept, erläutert Klingler.

Immer wieder Vorfälle vor der Soundfactory in Gersthofen

Gefährliche Orte, die am besten mit Videokameras überwacht werden sollten – die kennt Erster Polizeihauptkommissar Thomas Klingler im Bereich der Polizeiinspektion Gersthofen nicht. Videoüberwachung gebe es hier nicht. Allerdings, Brennpunkte, an denen es öfter als anderswo zu Vorfällen kommt, die gibt es auch in Gersthofen und Umgebung: Der Platz vor der Soundfactory gehöre bei Discobetrieb sicher dazu, sagt er. Erst am Wochenende hatte die Polizei von einem Nasenbeinbruch genau dort berichtet, nachdem ein 20-jähriger Mann einen Gast unvermittelt ins Gesicht geschlagen habe. In den Sommermonaten seien dann vor allem Parks im Blickpunkt, so Klingler. „Dann geht es aber eher um Müll oder Lärmbelästigung“.

Müll und Lärmbelästigung am Bismarckturm in Neusäß

Müll und Lärmbelästigung, das kennen auch die Anwohner des Bismarckturms in Neusäß. Am Osterwochenende in diesem Jahr war bei einer Feier dort jedoch die Situation eskaliert: Aus den Reihen von etwa 200 Feiernden flogen Flaschen und Steine in Richtung von Polizisten. Der Ordnungsdienst der Stadt Stadtbergen geht seitdem verstärkt für die Stadt Neusäß dort Streife. Stadtbergens Ordnungsamtsleiter Markus Voh erklärt, dass die 14 Mitarbeiter des Ordnungsamts im Außendienst mit spezieller Schutzkleidung ausgestattet und auch psychologisch geschult seien. Er sagt: „Prävention hilft eindeutig“. Probleme mit einer offenen Drogenszene oder mit Gewalt auf öffentlichen Plätzen gebe es in Stadtbergen nicht, auch die Zahl von Sachbeschädigungen sei vor allem im Vergleich zum benachbarten Augsburg gering. Videoüberwachung gibt es aber auch in Stadtbergen nicht. Der Ordnungsdienst würde schnell mitbekommen, wenn ein Ort zum Brennpunkt werde, und sei dann dort häufiger präsent, so Voh. „Mögliche Täter wissen dann, dass sie schnell erwischt werden.“

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Einen gefährlichen Ort, wie etwa den Augsburger Königsplatz, gibt es im Bereich der Polizeiinspektion Zusmarshausen nicht. Hätte Polizeihauptkommissar Alfred Götz jedoch einen Wunsch frei, würde er sich eine Videoüberwachung an der A8 bei Sortimo wünschen. Dort ist es in der Vergangenheit immer wieder zu spektakulären Diebstählen gekommen.

Videoüberwachung auf dem Sortimo-Gelände in Zusmarshausen?

Erst vor zwei Monaten hatten unbekannte Täter auf dem Parkplatz des Fahrzeugausstatters 53 Katalysatoren gestohlen. Der Diebstahlschaden belief sich nach Auskunft der Polizei auf rund 106.000 Euro, der Sachschaden auf etwa 21.000 Euro. Und Ende des vergangen Jahres hatten es die Diebe auf Ersatzräder von insgesamt 150 Transportern abgesehen.

Götz Wunsch einer Videoüberwachung zur Klärung der Diebstähle wird allerdings selbst der Weihnachtsmann nicht erfüllen können. Denn der Sortimo-Parkplatz ist Privatgelände und somit kein öffentlicher Platz, der von den Behörden überwacht werden darf. Anders sieht es jedoch an den Bahnhöfen in Diedorf und Gessertshausen aus. Hier kommt es immer wieder zu Fahrraddiebstählen auf den Vorplätzen. „Rein rechtlich aber wäre auch hier eine Videoüberwachung grenzwertig“, sagt Götz. Mit ein Grund für die hohen Hürden sei die Lage des Diedorfer Gymnasiums. Der Schulweg führt am Bahnhof vorbei und und eine flächendeckende Videoüberwachung würde auch einen Großteil der Schüler erfassen.

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