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Stadtbergen-Leitershofen

16.08.2019

Publikumsliebling mit Herz und Kurven

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2 Bilder
Marina Lötschert als Irmgard, die Amme von Schneewittchen, die bei den Grimm-Festspielen in Hanau in dieser Rolle glänzte.
Bild: Henrik Nix, Brüder-Grimm-Fest

Schauspielerin Marina Lötschert aus Leitershofen erhält Preis der Brüder-Grimm-Festspiele. Sie ist auch in Fernsehserien präsent.

Marina Lötschert ist endlich wieder daheim. Rundherum glücklich und zufrieden. Hinter der Leitershoferin liegt eine äußerst erfolgreiche Festspielsaison in Hessen. Bereits zum zweiten Mal wurde sie bei den Brüder-Grimm-Festspielen in Hanau engagiert, die heuer ihr 35. Jubiläum feierten. Von Mai bis Ende Juli stand Marina Lötschert in über 50 Vorstellungen auf der Bühne des Amphitheaters Schloss Philippsruhe, eine Open-Air-Spielstätte mit 1300 Sitzplätzen am Main.

2018 wünschte sie sich vom Intendanten Frank-Lorenz Engel eine größere Rolle und bekam sie buchstäblich „auf den Leib geschrieben“: Irmgard, die Amme von Schneewittchen und in der gleichen Person Erzählerin des Märchens. Bei den Grimm-Festspielen sind alle Stücke Uraufführungen, die in ihrer Grundhandlung bleiben. Zusätzlich werden weitere Rollen und Handlungsstränge dazugeschrieben, so auch die der Amme Irmgard. „Es war eine wunderbare Rolle, ich komme jetzt in ein Alter für meinen Typ, denn zu mir passen Mütter, die Mägde und halt auch die Ammen“, erzählt die 36-Jährige. Auch bei den „Bremer Stadtmusikanten“ spielte sie mit, als Räuberchefin und Bäuerin, die Besitzerin des Hahns. „Somit hatte ich wandelbare Rollen. Die Irmgard, die Wunderbare, die Lustige, die alle lieben und die alle Zügel in der Hand hat. Aber auch als Gegensatz die skrupellose Bäuerin, die ich ,auf Bayerisch‘ spielte, und die Räuberchefin mit einer äußerst frechen Schnauze“, lacht die quirlige Schauspielerin.

"Das war schon eine kleine Sensation", freut sich Marina Lötschert

Zu ihrem persönlichen Highlight zählt der Gewinn des Publikumspreises der Festspiele. „Die Zuschauer haben mich von 34 Darstellern, alles großartige Kollegen, darunter Musicalgrößen aus Hamburg und Stuttgart, zu ihrem Liebling gewählt. Das war schon eine kleine Sensation“, freut sich Marina Lötschert. Eine begeisterte Zuschauerin hat „dem Juwel der Festspiele“ zum Abschied warme Socken gestrickt. „Damit ich gut über den Winter komme und im nächsten Jahr wieder über die Festspielbühne wirbeln kann.“ Die Ankleidedame schenkte ihr noch einen Wandkalender mit Eichhörnchen. „Denn als Irmgard habe ich eine Heidenangst vor diesen kleinen roten Teufeln mit ihren buschigen Schwänzen und ihren kleinen Zähnchen“, zeigt sich die Schauspielerin gerührt.

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Doch nicht nur in Märchen und Kinderstücken ist die Mutter von zwei Töchtern, Luisa, 10, und Lilly, 8, präsent. Während der Dreharbeiten oder Tourneen hält ihr Ehemann Florian den Rücken frei. „Ohne seine großartige Unterstützung geht es nicht“, sagt Marina Lötschert. Die Schauspielerin ist gut gebucht und in vielen Nebenrollen im Fernsehen wie in der „Lindenstraße“ (Folge 1097), „Das Glück der Anderen“, „Dahoam is Dahoam“, „Mord in bester Gesellschaft“ oder aktuell im Mehrteiler „Zimmer mit Stall“ präsent. „Ich bin kein Superstar, aber ich kann von meinem Beruf leben, er ist auch etwas für die Seele.“

Ihren Eltern ist Marina Lötschert dankbar, dass sie die Ausbildung in Schauspiel, Gesang und Tanz machen konnte. Langsam zahlt sich dies auch aus. Bis vor zwei Jahren hat die Leitershoferin nämlich zwischen den Engagements gekellnert, um über die Runden zu kommen. Theater oder TV? „Ich liebe das Theater, das Unmittelbare – es passiert hier und jetzt. Diese Atmosphäre zwischen mir und den Zuschauern zu spüren ist einmalig. Dafür liebe ich meinen Beruf. Beim Drehen ist es eine andere Herangehensweise, viel minimalistischer, man spielt differenzierter.“ Das Spiel verändere sich durch die innere Haltung über die Augen. Hier sei es wiederholbar, oder durch eine andere Kameraeinstellung könne sie, erklärt Marina, die Geschichte aus einer anderen Sicht erzählen und in den Focus setzen: „Das finde ich sehr spannend und immer wieder interessant, wie letztendlich dann das ausgestrahlte Endprodukt ausschaut.“

Sie wird immer wieder auf ihr Foto auf großen Plakattafeln angesprochen

Immer wieder wird Marina Lötschert gerade auf ihr Foto auf großen Plakattafeln und Litfaßsäulen angesprochen, eine mittlerweile weltweite Werbekampagne eines Pharmakonzerns zur Aufklärung bei Erkrankung von Schuppenflechte. Neben den Fotos gab es auch Dreharbeiten für einen Werbespot, in dem Lötschert eine Pflegerin mimt. „Diese Kampagne soll Menschen mit dieser Krankheit Mut machen.“

Marina Lötschert, die sich gern als „Herzensmensch mit Kurven“ bezeichnet, freut sich jetzt auf den bevorstehenden Urlaub mit ihrer Familie und bereitet sich danach auf ihr neues Projekt vor. Im November geht sie mit dem Hamburger Schmidt’s Tivoli Theater auf vierwöchige große Deutschland-Tournee. Auf dem Spielplan steht das unterhaltsame Kindermusical „Die Weihnachtsbäckerei“ mit Liedern von Rolf Zuckowski. „Da spiele ich die schrill-nervige Frau Schnitzenbacher, da kommt echte Spielfreude auf“, lacht die Darstellerin.

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