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Zusmarshausen/Bonstetten

18.05.2019

Raiffeisenbank schließt Filialen in Bonstetten und Wörleschwang

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In der Filiale der Raiffeisenbank Augsburger Land West in Wörleschwang gibt es ab Juli keine persönliche Beratung mehr. Einen Bankautomaten soll es noch geben. Es ist nicht die erste kleine Filiale im Augsburger Land, die schließt. Die Raiffeisenbank setzt auf zentrale Standorte in größeren Orten. 
Bild: Marcus Merk

Die Bank zieht sich aus Bonstetten und Wörleschwang zurück. Damit setzt sich in der Region ein Trend fort.

Die Raiffeisenbank Augsburger Land West schließ zwei ihrer Filialen. Die Außenstelle in Bonstetten wird gänzlich geschlossen, in Wörleschwang soll es weiterhin einen Bankautomaten geben. Die Filiale in Ustersbach hat künftig nur noch an drei Tagen geöffnet.

Geschlossen werden die beiden Filialen in Wörleschwang und Bonstetten am 1. Juli. An beiden Standorten arbeiteten jeweils zwei Mitarbeiter. Sie werden weiterhin an anderen Standorten der Bank beschäftigt. „Ich stehe hinter dieser Entscheidung“, sagt Hermann Scherer, Vorstand der Raiffeisenbank Augsburger Land West. Angesichts der anhaltend schlechten Zinssituation und der sich verändernden Ansprüche der Kundschaft, sei die Bank zu diesem Schritt gezwungen. Auch um die anderen Standorte im Augsburger Land weiter zu halten. Zuletzt schloss die Bank 2014 ihre beiden Mini-Filialen in den Altenmünsterer Ortsteilen Baiershofen und Zusamzell. In Steinkekirch machte die Außenstelle der Bank 2009 dicht.

Welche Auswirkungen hat das für die Kunden?

Was bedeutet das für die Kunden? Karl Rau, ebenfalls Vorstand der Raiffeisenbank Augsburger Land West, sieht dieser Frage gelassen entgegen. Bislang habe sich keiner über diese Entscheidung beschwert. Kunden, die ihr Geld nur am Schalter abheben, gebe es kaum noch. Und falls doch, verspricht Rau: „Sie können uns anrufen und wir werden diesen Kunden ihr Geld nach Hause bringen.“ Man habe die Erfahrung gemacht, dass auch ältere Menschen inzwischen gut mit Onlinebanking zurechtkommen. Rau vergleicht das mit der Einführung der Bankautomaten. Auch damals habe es viele kritische Stimmen gegeben, die fürchteten, dass ältere Menschen damit nicht zurechtkommen. „Auch ältere Menschen wollen bei Innovationen dabei sein“, meint Rau.

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Er denkt, dass der Rückzug der Bank aus kleinen Orten mit einem generellen Trend verbunden ist. Viele kleine Geschäfte schließen auf dem Land, Vereine hätten es schwerer Mitglieder zu finden, Wohnungen stehen leer – das Leben konzentriere sich immer mehr auf größere Orte und Städte. Rau sieht auch die Politik in der Pflicht, diese Rahmenbedingungen zu verändern.

Weitere Schließungen sind nicht geplant

Dennoch: „Uns liegt die Heimat am Herzen“, sagt Hermann Scherer. Er steht hinter dem Genossenschaftsmodell seiner Bank. Man sei stolz, dass die Raiffeisenbank Augsburger Land West noch immer in vielen Orten im westlichen Landkreis vertreten ist. Filialen mit Beratung gibt es in Welden, Altenmünster, Adelsried, Horgau, Zusmarshausen, Agawang, Dinkelscherben, Willishausen, Ustersbach und Gessertshausen. Das sind weitaus mehr, als beispielsweise bei der Kreissparkasse. Weitere Schließungen seien derzeit nicht geplant. Eine Garantie, dass das auch in den kommenden Jahren so bleibt, wollen Scherer und Rau aber nicht aussprechen. Im Gebiet der Bank gebe es rund 36 000 Einwohner, 28 000 von ihnen seien Kunden bei der Raiffeisenbank.

Auch Scherer sieht einen generellen Wandel im Bankengeschäft. „Aus traditionellen Mitgliedern sind kalkulierende geworden.“ Ein paar Prozentpunkte beim Zins machen heute den Unterschied, sagt Scherer. Schnell wechseln Kunden zu größeren Banken in der Stadt oder nutzen Onlineangebote. Dass die Filialen in Wörleschwang und Bonstetten schließen, sei letztlich eine Konsequenz daraus. Weiterhin wolle man auf persönliche Beratung setzen. „Das ist unsere Stärke und unterscheidet uns von Onlineangeboten.“ Nun müssen einige Kunden allerdings etwas weiter zu ihren Beratern fahren.

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