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Gemeinderat

01.02.2017

Rathaus Diedorf: Neubau könnte zu teuer werden

Das Rathaus in Diedorf ist zu klein für die Verwaltung – darüber sind sich die Fraktionen einig. Doch wie soll es weitergehen?

Einigen Fraktionen geht die Diskussion um den Verwaltungsbau zu schnell. Sie suchen nach anderen Lösungen

Sie suchen nach der besten und wirtschaftlichsten Lösung für das neue Rathaus von Diedorf. Noch längst nicht überzeugt davon, dass die in einem Neubau am Rathausplatz gefunden werden kann, sind deshalb die Fraktionsvertreter Thomas Rittel (CSU), Andreas Köglowitz (Grüne), Frank Wasser (Bürgerunion) und Anton Fischer (Freie Wähler) des Diedorfer Gemeinderats. Das haben sie jetzt in einer Pressemitteilung deutlich gemacht. Überrascht haben sie sich darin von der Aussage des Bürgermeisters Peter Högg (WfD) gezeigt, das Pendel der Meinung schlage inzwischen für den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes am Rathausplatz aus.

Denn: Abgestimmt oder auch nur im Gemeinderat besprochen wurde das Thema seit der Klausurtagung im vergangenen Herbst nicht mehr. Aus Sicht der Fraktionsvertreter, die neun der insgesamt 20 Gemeinderäte in Diedorf vertreten, gelte es vor allem, die finanzielle Belastung für die Kommune durch einen Neubau zu betrachten. Der angedachte Neubau würde fünf bis acht Millionen Euro kosten, schätzen sie. Die jährlichen Kosten für Zins und Tilgung beliefen sich dann auf bis zu einer halben Million Euro.

Klar ist den Fraktionsvertretern, dass die Verwaltung mehr Platz benötigt. Noch nicht zu Ende gedacht sei jedoch, wie viel Platz das tatsächlich sei, ob vielleicht ein kleinerer Neubau oder die Anmietung bestimmter Flächen ausreichen würden. Die Fraktionsvertreter machen deutlich: Auch in Zeiten sprudelnder Einnahmequellen benötigt die Gemeinde immer wieder Kredite, um das Tagesgeschäft erledigen zu können. Erst, wenn klar sei, wie viel Platz die Verwaltung benötige und ein Fachbüro feststelle, dass ein Neubau die günstigste Lösung ist, wollen sich die Fraktionen mit den einzelnen Standorten, die möglich wären, befassen. Einer davon ist eben der Rathausplatz.

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Überhaupt: Neue Flächen für die Verwaltung, das sei nicht das wichtigste Projekt im Moment, so die Fraktionsvertreter. „In unseren Augen gibt es noch viele Punkte wie den Rückbau oder die Sanierung der Gessertshauser Straße, die Sanierung der Mehrzweckhalle Anhausen, die Sanierung der Bahnhofstraße, weitere Straßensanierungen, den Neubau des Kindergartens Willishausen, weitere Hochwasserschutzmaßnahmen und das Umweltzentrum, die eine wesentlich höhere Priorität als das Prestigeobjekt „Neubau Rathaus“ haben“, schreiben die Fraktionsvertreter in der Pressemitteilung.

Die Fraktionsvorsitzende der SPD, Maria Prues, ist dafür, die gesamte Diskussion mit mehr Ruhe anzugehen. „Zunächst wollen wir uns andere Rathäuser anschauen“, sagt sie. Wie berichtet, will der Gemeinderat die Verwaltungsgebäude von Thannhausen, Meitingen und Stadtbergen als mögliche Beispiele besuchen „In der ganzen Diskussion sollten wir uns Zeit nehmen. Außerdem ist noch nichts entschieden“, erinnert sie.

Pragmatisch sieht die Diskussion der WfD-Fraktionsvorsitzende Daniel Fendt. „Die Mitarbeiter im Rathaus müssen gut arbeiten können“, sagt er. Eher könne eine Straße noch mal geflickt als grundlegend saniert werden, aber die Beschäftigten in der Verwaltung benötigten auf jeden Fall ausreichend Raum. Auch wenn der Entscheidungsprozess noch gar nicht an dem Punkt sei, an dem es um einen Neubau oder gar eine Finanzierung gehe, so könne er sich doch mit dem Standort gut anfreunden. „Das Rathaus gehört an den Rathausplatz. Alles andere wäre ein Schildbürgerstreich“, sagt er.

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