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Landkreis Augsburg

19.10.2020

Razzia: Granaten und Wehrmachtsuniformen sichergestellt

Rund 400 Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Ulm haben mehrere Örtlichkeiten in Baden-Württemberg und Bayern durchsucht.
Bild: Thomas Heckmann

Plus Bei einer großen Razzia in zwei Bundesländern hat die Polizei "lasterweise" Wehrmachtsuniformen, Sprengstoff und Kriegswaffen gefunden - auch im Landkreis Augsburg.

Rund 400 Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Ulm haben mehrere Örtlichkeiten in Baden-Württemberg und Bayern durchsucht. In Bayern wurden Örtlichkeiten in München und den Landkreisen Augsburg, Günzburg, Kempten und Ostallgäu durchsucht. In Baden-Württemberg fanden die Durchsuchungen in den Landkreisen Esslingen, Biberach, Sigmaringen, Tübingen und dem Ostalbkreis statt. Veranlasst wurde die Razzia von der Staatsanwaltschaft in Stuttgart. Die Beschuldigten im Alter zwischen 27 und 77 sollen in einem Wald bei Biberach in der Nähe von Stuttgart mit Wehrmachtsuniformen und Waffen Kriegsszenarien nachgestellt haben. Die Menge der beschlagnahmten Gegenstände war enorm: "Wir mussten die Beweismittel teilweise mit Lkw abtransportieren", erklärt Claudia Kappeler, die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums in Ulm.

Polizei beschlagnahmt Waffen und Wehrmachtsuniformen

Im Zuge der Ermittlungen wurden dann weitere Beschuldigte bekannt, insgesamt 19 Menschen. Insgesamt wurden 17 Wohnungen und ein Waldstück durchsucht. Die Durchsuchungen wurden am Montag abgeschlossen. Die Beamten beschlagnahmten unter anderem Computer, eine Vielzahl an Waffen inklusive Munition, Uniformteile, Fahrzeuge und verfassungsfeindliche Symbole. Unter anderem fanden die Ermittler auch Granaten, die von Sprengstoffexperten untersucht wurden. In Sigmaringen wurden zwei Sprengstoffkapseln gefunden, die kontrolliert zur Explosion gebracht wurden. Bei der Durchsuchung in Tübingen ist wohl auch ein Schuss gefallen.

Im Laufe der Woche soll die Auswertung der gesammelten Beweise abgeschlossen sein. Unter anderem untersuchen Sprengstoffexperten, ob es sich um sogenannte "Anscheinwaffen", also Attrappen handelt. Wenn diese Untersuchungen abgeschlossen sind, soll es auch mehr Details zu den untersuchten Örtlichkeiten geben. "Welcher Verein betroffen ist, wollen wir bis dahin aus Rücksicht auf die Ermittlungen nicht bekannt geben", sagt Sprecherin Kappeler.

Die Verdächtigen sind wieder auf freiem Fuß

Laut dem Polizeipräsidium Ulm, das die Ermittlungen leitet, sollen die Beschuldigten verfassungsfeindliche Symbole auf ihrer Kleidung getragen und Waffen verwendet haben, die gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen. Wie die Ermittler bekannt gaben, sollen die Verdächtigen weder eine Genehmigung für die Veranstaltung der Treffen noch für das Führen der Waffen gehabt haben. Die Tatverdächtigen sind vorerst wieder auf freiem Fuß.

Bei den Durchsuchungen handelt es sich bei Weitem nicht um die erste Razzia gegen Rechtsextreme im Landkreis Augsburg. Zuletzt wurde im Februar der Kopf einer rechten Terrorzelle in Mickhausen festgenommen. 2017 wurde bei einer Razzia ein mutmaßlicher Reichsbürger aus dem Kreis Dillingen verhaftet. Auch hier wurde ein Objekt im Landkreis Augsburg durchsucht.

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