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Vortrag

18.11.2019

Reales Leben und virtuelle Welt sind Thema in Fischach

Anja Roth (rechts) freut sich über die große Resonanz auf ihren Vortrag. Dank gab es für Barbara Schmid (Fünfte von links) für ihre Arbeit mit den Schülern.
Foto: K. Luible

Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie referiert über das Medienverhalten von Eltern und Kindern

Wie die Eltern heutzutage mit digitalen Medien umgehen, hat auch starke Auswirkungen auf das Nutzerverhalten ihrer Kinder. Darauf wies Dr. Anja Roth, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Augsburger Josefinum, bei einem Fachvortrag in Fischach hin. „Zwischen den Welten – Chance und Risiko der digitalen Medien“ lautete das Thema. Eingeladen hatte zu der Veranstaltung Gabriele Wagner, die Leiterin der Familienstation Fischach.

Es sei an den Eltern, ihren Kindern beide Welten, die digitale wie auch die reale, zu öffnen, forderte Roth zu Beginn ihres Vortrages. Sie legte auch anhand von Kinder- und Jugendstudien den unvermeidlichen Einfluss von Smartphone und Computer auf das Freizeitverhalten der kommenden Generationen dar. Dabei verwies sie darauf, dass gerade auch das Medienverhalten der Eltern beispielgebend für die Kinder sei.

Bei einem Exkurs in die Entwicklung des menschlichen Gehirns ergab sich, dass Menschen von Geburt an mit einem ungeheuren Potenzial ausgestattet sind, das es besonders in den ersten Lebensjahren zu entwickeln gilt, so Roth. Hier seien die Erfahrungen in der realen Welt den medialen Eindrücken weitaus überlegen, fordern sie doch den ganzen Menschen mit all seinen Sinnen und dienen sie so der Verknüpfung von Milliarden von Nervenzellen.

In Zeiten rasanter Entwicklung digitaler Möglichkeiten gelte es nun, „die Balance zwischen realem Leben und virtueller Welt“ zu finden, die „Kontrolle über die Medien zu haben“ und sich nicht von diesen bestimmen zu lassen. Hier stellte die Ärztin die „Zwei-Welten-Waage“, die reales Spielen mit Medienkonsum verrechnet, als Möglichkeit dar. Auch ein festgelegtes Zeitbudget nannte Roth als Möglichkeit, den Medienkonsum zu kontrollieren. Dabei nahm sie ausdrücklich die Eltern in die Pflicht, mit eigenem Beispiel voranzugehen und sich ebenfalls an vereinbarte Regeln zu halten, die Kinder aktiv zu begleiten, und vor Gefahren zu schützen. Seit geraumer Zeit besteht die intensive Zusammenarbeit der Familienstation Fischach und der Marktgemeinde, betonte Fischachs Bürgermeister Peter Ziegelmeier in seinem Grußwort. Er bedankte sich bei Barbara Schmid und ihren Zehntklässlern aus dem Wirtschaftskurs für die Gestaltung der Plakate und Flyer und hob so den Zusammenhalt von Politik und Bildung für Familien und Kinder hervor.

Lucia Müller-Jiresch, Zweite Konrektorin, freute sich über die Teilnahme zahlreicher Eltern und Erzieher aus benachbarten Kindergärten wie auch Rektoren der umliegenden Schulen. Stellvertretend für die Schule dankte schließlich Michaela Labeé am Ende allen Beteiligten, die an diesem Abend kostenfrei ihr Wissen so lebendig mit dem großen Kreis der Interessierten geteilt hatten.

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