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Reanimationen sind eine Ausnahmesituation

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Kommentar Von Maximilian Czysz
09.08.2018

Das Veto des Gemeinderats Kutzenhausen, der sich vor seine Wehr gestellt hat, ist ein Hilfeschrei. Er lautet: Wir fühlen uns der Ausnahmesituation nicht gewachsen.

Wer den Freiwilligen der Feuerwehr in Kutzenhausen vorwirft, dass sie ihren Dienst verweigern, tut ihnen Unrecht. Das Veto des Gemeinderats, der sich vor seine Wehr gestellt hat, ist ein Hilfeschrei. Er lautet: Wir fühlen uns der Ausnahmesituation nicht wirklich gewachsen. Das kann jeder nachvollziehen, der selbst schon einmal in einem Notfall verwickelt war und gemerkt hat, wie schwer es ist, in der Ausnahmesituation einen klaren Kopf zu bewahren.

Freilich sind Feuerwehrmitglieder besser als andere in Erster Hilfe geschult. Aber eine Reanimation ist keine Schürfwunde. Trotzdem sind die Freiwilligen unverzichtbar, wenn es um lebensrettende Minuten geht. Die Feuerwehren, die auf dem Land oft unter akuter Mitgliedernot leiden und es tagsüber schwer haben, überhaupt einsatzbereit zu sein, sollen nur die Zeit überbrücken, bis der Rettungsdienst eintrifft und übernehmen kann. Genau in diesem Punkt braucht die aktuelle Diskussion mehr Sachlichkeit.

Nach einer Schätzung des Deutschen Grünen Kreuz könnten jedes Jahr 5000 Menschen vor dem Tod durch Herzstillstand gerettet werden, wenn Laien sofort die richtigen Maßnahmen einleiten. Allein mit einer einfachen Herzdruckmassage kann laut der Hilfsorganisation der Restsauerstoff im Blut zirkulieren und so bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhen. Hand aufs Herz – allein darauf kommt es an.

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