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Kreis Augsburg

22.03.2015

Region bekämpft Krähen-Problem mit Falken

Falke Frieda und andere Greifvögeln sind in Meitingen und Gersthofen gegen die vielen Krähen im Einsatz.
Bild: Marcus Merk

Brütende Krähenpaare werden in Gemeinden wie Meitingen und Gersthofen immer häufiger zum Problem. Die Lösung ist der Einsatz von Falken- doch die müssen zuerst genehmigt werden.

Frieda ist erst ein Jahr alt. Doch das junge Falkenweibchen ist schon jetzt der personifizierte Schrecken für alle Krähen, die im Schlosspark in Meitingen ihr Nest bauen wollen. Falkner Leo Mandlsperger aus Odelzhausen kommt, seit das Wetter wieder wärmer geworden ist, regelmäßig vorbei, um seine verschiedenen Greifvögel – darunter auch Frieda – über dem grünen Areal in der Mitte des Ortes fliegen zu lassen. Mit Erfolg: Bislang haben die Krähen noch kein Nest in den großen, alten Bäumen gebaut.

Viele Meitinger Bürger kennen mittlerweile den 64-jährigen freundlichen Falkner mit den langen weißen Haaren. Seit 2009 kommt Mandlsperger regelmäßig Anfang des Jahres vorbei, um seine Greifvögel über und durch den Park fliegen zu lassen. „Wir machen es den Krähen so richtig ungemütlich“, erklärt er. Die schwarzen Vögel flüchten vor den Falken und merken sich, dass der Schlosspark ein gefährlicher Ort ist. Derzeit ist Mandlsperger aber nicht nur in Meitingen im Einsatz. Auch im Nogent-Park in Gersthofen sorgt er dafür, dass die Krähen sich dort nicht mehr wohlfühlen.

Krähen sorgen in der Region für viel Ärger

In Meitingen hatten die Krähen für einigen Ärger gesorgt. „Früher konnte man sich überhaupt nicht im Park aufhalten, immerhin gab es dort 250 Krähen-Brutpaare“, erklärt Achim Zwick von der Gemeindeverwaltung, der für die Vergrämungsaktion zuständig ist. Die Tiere seien so laut gewesen, dass es im angrenzenden Altersheim und der Realschule teilweise nicht möglich gewesen sei, die Fenster zu öffnen. Außerdem lag überall der Kot der Tiere. Da Krähen europaweit geschützt sind, dürfen sie nicht geschossen werden. Aus diesem Grund suchte die Marktgemeinde eine Möglichkeit, die Tiere auf eine andere Art und Weise aus dem Park zu vertreiben.

Doch das ist gar nicht so einfach, wie Zwick aus Erfahrung weiß. Die Krähe, die übrigens bis zu 50 Jahre alt werden kann, ist ein sehr intelligentes Tier. Die Vögel kapieren sehr schnell, ob von einer Sache wirklich Gefahr ausgeht oder nicht. „Über so einen Unfug wie Lautsprecher mit Greifvogelgeschrei in den Bäumen oder Luftballons in den Ästen lachen die doch“, sagt Falkner Mandlsperger. Er hat über die Schlauheit der Krähen schon geschmunzelt und sich auch geärgert. Denn die Tiere in Meitingen haben sich beispielsweise gemerkt, welches Auto der Falkner hat. Kaum fuhr er mit seinem Wagen nach Hause, kehrten die Krähen zurück und versuchten, so schnell wie möglich ein Nest zu bauen.

Krähen-Bekämpfung mit Falken: Andere Gemeinden fragen um Rat

Dass Meitingen und Gersthofen einen Falkner einsetzen dürfen, um die Krähen zu vertreiben, ist keine Selbstverständlichkeit. Dafür benötigten die Kommunen eine Genehmigung der Regierung von Schwaben. Dass der Falkner nun Jahr für Jahr nach Meitingen kommt, hat einen Grund. Krähen versuchen, an dem Ort zu brüten, an dem sie aus dem Ei geschlüpft sind. Somit kehren die krächzenden Vögel immer wieder mal nach Meitingen zurück, um die Lage im Schlosspark zu sondieren. „Auch heuer waren acht Stück da, die aber beim Auftauchen des Falkens schnell wieder das Weite gesucht haben“, berichtet Zwick.

Meitingen hat sich übrigens in Sachen Krähenvergrämung weit über die Landkreisgrenze einen Namen gemacht. „Jedes Jahr rufen andere Gemeinden an und fragen nach Rat“, sagt Zwick. Heuer sei es beispielsweise Pullach gewesen. Außerdem stehe er in Kontakt mit anderen Kommunen wie Mindelheim und Buchloe. Und in Sachen Krähen und deren Schlauheit hat er einiges erfahren und somit auch zu berichten.

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