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Horgau

07.02.2018

Regional und nachhaltig in Horgau einkaufen

Ähnlich wie hier in einem Laden in Weilheim soll es auch im Herzstück Horgau Trockenprodukte wie Nudeln, Reis, Müsli, Kerne und Kaffee aus Schütten zum Selbstabfüllen geben.
Bild: Anja Dördelmann

Das „Herzstück“ in Horgau soll ein Laden mit Café werden, in dem es Bio-Produkte aus der Region ohne viel Verpackungsmüll gibt. Wann die Eröffnung sein soll.

Ein Laden für regionale Bio-Produkte, in dem man ohne viel Plastik und Verpackungsmüll einkaufen kann. Und ein Treffpunkt fürs Dorf, in dem es gutes Essen und Kaffee gibt. Das soll das „Herzstück“ in Horgau werden. Ende November wurde die Genossenschaft für den Regionalmarkt mit Kaffeewirtschaft gegründet, mittlerweile hat die Initiative 90 Mitglieder.

Viele von ihnen bringen sich aktiv ein, damit das Geschäft an der Augsburger Straße bald eröffnen kann – im Herbst soll es so weit sein. In mehreren Arbeitsgruppen planen die Mitglieder zum Beispiel Ladenausstattung, Sortiment, Finanzen und Marketing. „Das Herzstück soll ein Ort sein, an dem nachhaltiges und bewusstes Leben ermöglicht wird“, sagt Anja Dördelmann, Vorstandsmitglied der Genossenschaft. Die Produkte, die dort verkauft und verarbeitet werden, sollen regional und bio sein. „Und die Unternehmen sollen fair mit ihren Mitarbeitern umgehen.“ Das Ziel der Mitglieder sei, dass jedes Produkt getestet und jeder Produzent besucht wird, bevor es die Ware in den Laden schafft. Wichtige Fragen seien: Wo kommt das Produkt her? Was ist drin? Wie ist es verpackt?

Nudeln und Müsli als offene Waren

Außerdem will die Initiative auch eigene Produkte herstellen, zum Beispiel Brot, Nudeln, Marmeladen, Kräutersalze und Aufstriche. Um Verpackungsmüll zu vermeiden, soll es nicht nur Obst und Gemüse, sondern zum Beispiel auch Nudeln und Müsli als offene Waren geben. Aus Schütten kann man sich dann die gewünschte Menge in eigene Gefäße abfüllen.

Im Laden wird es aber nicht nur Lebensmittel geben. Auch Putzmittelkonzentrat zum Nachfüllen, Bürsten aus Holz statt aus Plastik und Alternativen zur Alufolie sollen ins Sortiment. Wichtig sei es, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen, sagt Dördelmann: Woher kommt dieser Joghurt? Was ist in dem Brot drin? Warum haben wir uns dafür entschieden, dieses Produkt zu verkaufen? Und ganz klar ist für sie: Die Produkte können noch so nachhaltig und ökologisch sein – „am Ende muss es schmecken und funktionieren“. Die Genossenschaft will aber nicht nur einen Markt einrichten, sondern auch ein Café, in dem es einen Mittagstisch geben wird. Einen Steinbackofen, eine Theke und Möbel konnte sie bereits aus einer Café-Auflösung bekommen. Doch bis diese im Geschäft aufgestellt werden können, ist noch viel zu tun. Zunächst müssen die Räume saniert und umgebaut werden. Dabei wollen die Genossenschaftsmitglieder selbst mithelfen.

Größere Bauarbeiten sind nötig

Die Geschäftsräume in dem Gebäude an der Augsburger Straße gehören der Gemeinde und stehen derzeit leer. Die Genossenschaft pachtet sie. In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es nun um den Bauantrag und die Umwidmung in eine Kaffeewirtschaft mit Regionalladen. In dem Gebäude sind größere Bauarbeiten nötig. So müsste die Gemeinde ungefähr 45000 Euro für Windfang, Lüftungsgeräte, zwei neue Fenster und Elektroinstallationen investieren. Außerdem gibt es in dem Gebäude Schimmel. Doch Bürgermeister Thomas Hafner konnte erleichtert bekannt geben: „Die Schimmelexpertin hat uns großen Kummer genommen.“ Es seien nur Kleinigkeiten zu tun.

Ein Plan zeigt, wie die Geschäftsräume umgebaut werden sollen: Der Eingangsbereich bleibt wo er ist, ein Windfang sowie eine Garderobe kommen hinzu. Im hinteren Bereich wird das Café entstehen. Neu sind die zwei großen Fenster, die für mehr Tageslicht sorgen und zudem als Fluchtweg genutzt werden sollen. Außerdem soll es einen Kochbereich und eine Theke geben. Im Anbau sollen ein Personalraum, ein Büro, zwei Lagerräume, ein Kühlraum und ein Heizungs- und Technikraum entstehen. Nicht ganz einig waren sich die Gemeinderäte bei der Anzahl der Toiletten. Drei Damen-, drei Herrentoiletten und zwei Pissoirs waren Josef Steinle (FW) einfach zu viel. Hafner erklärte, man habe sich hier an der Gaststättenverordnung orientiert. Auf Vorschlag von Anja Dördelmann (BU), Gemeinderätin und Genossenschaftsmitglied, einigten sich die Täte schließlich auf den Einbau von einer Personal-, zwei Damen-, einer Herren- und einer Behindertentoilette. Somit kann der Bauantrag nun ans Landratsamt Augsburg gegeben werden.

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