Newsticker
Schule und Corona: Bayern verschiebt alle Abschlussprüfungen
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Regionalentwicklung Real West: Zu wenig Fördergeld für Dinkelscherben?

Dinkelscherben

15.07.2020

Regionalentwicklung Real West: Zu wenig Fördergeld für Dinkelscherben?

In Dinkelscherben wird darüber diskutiert, ob die Gemeinde aus dem Verein Real West aussteigt.
Bild: Monika Skolimowska, dpa

Plus Eigentlich soll der Verein Real West Gemeinden helfen, Geld für Projekte zu beschaffen. Für einige ist die Mitgliedschaft aber ein Draufzahlgeschäft.

Eigentlich ist der Verein ein Zusammenschluss, der Gemeinden bei der Realisierung von Projekten unterstützen soll. Dabei geht es oft ums Geld. Die Regionalentwicklung Real West unterstützt die Gemeinden dabei, die passenden Fördertöpfe für verschiedenste Projekte zu finden. So weit die Theorie. In der Praxis aber, profitiere Dinkelscherben davon nicht, meinen einige Gemeinderäte. Sie sind der Meinung: Die Gemeinde zahle jährlich ein, bekomme aber nur wenig raus. Lohnt sich das?

Bürgermeister: Mitgliedschaft bei Real West sei finanziell "völlig uninteressant"

Mit dieser Frage beschäftigte sich nun der Gemeinderat. „Bei Real West bekommt man nur Geld, wenn man viel Geld investiere“, meinte Bürgermeister Edgar Kalb (UW14). Er war der Meinung: „Wenn die Gemeinde Geld übrig hat, sollten wir das lieber in die Vereine stecken“.

Im Jahr 2008 sei der Markt dem Verein beigetreten. Damals lag der Grund darin, in ein Förderprogramm der EU aufgenommen zu werden und damit die Möglichkeit zu haben, dass Fördergelder in die Region geholt werden können. Seither zahle Dinkelscherben jedes Jahr etwa 12.000 Euro an Mitgliedsbeiträgen. Der Beitrag liegt bei 1,80 Euro pro Einwohner.

Fördergelder habe es aufgrund der Mitgliedschaft bislang aber zu wenig gegeben, so der Bürgermeister. Das liege auch daran, dass durch den Verein keine Förderungen bei sogenannten Pflichtaufgaben der Kommune möglich seien. Zwar habe auch Dinkelscherben bereits von der Mitgliedschaft profitiert. Finanziell sei die Mitgliedschaft im Verein laut Kalb aber „völlig uninteressant“.

Steigt Dinkelscherben aus der Regionalentwicklung Real West aus?

Gemeinderat Stefan Rittel (UW14) folgte der Argumentation des Bürgermeisters. Rittel: „Wir sollten kein Mitglied bei Real West mehr sein“. Er war der Meinung, dass die Gemeinde davon keinen Mehrwert habe. Gemeinderat Albert Zott ( CSU) war bereits in einigen Arbeitskreisen des Vereins aktiv. Dabei sei oft nur sehr wenig herausgekommen. Zott: „Das war ein besserer Stammtisch“.

Klar für die Mitgliedschaft sprach sich hingegen Gemeinderat Markus Unverdorben (CSU) aus. Stelle man nur die Mitgliedsbeiträge und die Fördergelder gegenüber, gehe die Rechnung nicht auf, sagte er. Schließlich zahle nicht nur die EU sondern auch der Freistaat einen Teil dieser Gelder. Und noch etwas: „Wenn wir keinen Antrag stellen, brauchen wir uns nicht wundern, dass wir nichts bekommen“, sagte Unverdorben.

Gemeinderat appelliert an die "Solidarität in der Region"

Auch Peter Kraus (FW) sprach sich klar für die Mitgliedschaft in dem Verein aus. Sicher gebe es in der Gemeinde geeignete Projekte, die gefördert werden könnten. Kraus dachte dabei zum Beispiel an die Spitalsanierung.

Hans Marz (SPD) betonte, dass man den solidarischen Gedanken des Vereins nicht vergessen dürfe. Schließlich gehe es nicht nur um Dinkelscherben, sondern um die Region im Allgemeinen. Marz: „Eine Region braucht Solidarität.“

Mittlerweile gehören 26 Gemeinden im Landkreis Augsburg mit rund 76.500 Einwohnern dem Verein an. In der Vergangenheit floß dadurch zum Beispiel eine Menge Geld an Projekte wie das Naturfreibad in Fischach, an nachhaltige Umweltprojekte oder Kulturangebote.

Nach der hitzigen Debatte einigte sich der Dinkelscherber Rat schließlich doch darauf, Mitglied im Verein zu bleiben. 13 Räte stimmten für die Mitgliedschaft, sieben waren dagegen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren