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Bonstetten

21.11.2017

Rohrbruch empört die Anwohner

Am 14. März 2016 platzte im Ginsterweg in Bonstetten ein Wasserrohr. Die Fluten unterspülten die Straße. Es folgten aufwendige Reparaturarbeiten, für die die Anwohner bezahlen müssen.
Bild: Marcus Merk

Nach dem Wasserrohrbruch im Ginsterweg müssen die Anwohner teils mehr als 10.000 Euro zahlen. Das Thema schlägt deshalb auch eineinhalb Jahre nach dem Vorfall hohe Wellen.

Der Wasserrohrbruch im Ginsterweg erzürnt noch immer die Anwohner. Die Explosivkraft des Themas ist bei der Bürgerversammlung in Bonstetten gleich zu Beginn der teils lautstarken Aussprache deutlich geworden. Der Grund: Grundstückseigner werden wegen Sanierungsarbeiten zur Kasse gebeten. Die zum Teil fünfstelligen Ausbaubeteiligungskosten schlugen bei der Versammlung auch mehr als anderthalb Jahre nach dem verheerenden Wasserrohrbruch hohe Wellen.

Damals hatten sich wie berichtet nach einer geborstenen Rohrleitung hunderttausende Liter Wasser über Straße und Grundstücke ergossen und die Anlieger bei dem nächtlichen Vorfall in Angst und Schrecken versetzt. Nachdem den Bewohnern in diesem Jahr teure Verwaltungsbescheide in den Briefkasten geflattert waren und auch ein Krisentreffen zwischen Bürgermeister und Betroffenen wenig fruchtete, entlud sich bei der Bürgerversammlung der Zorn insbesondere von Anliegern. So sehr, dass einer von ihnen den arg gescholtenen Rathauschef verbal in Schutz nehmen musste: „Die Verordnungen sind knüppelhart und treffen mich auch schwer, aber da ist nicht die Böswilligkeit eines Bürgermeisters die Ursache.“

Zuvor hatte sich einer in Rage geredet und beklagt, dass der erste Mann des Dorfes gegen seine eigenen Bürger agieren würde. „Tun Sie endlich etwas für uns.“ Selbst der durch das Flut-Desaster ebenfalls geschädigte Sprecher der eigens gebildeten Bürgerinitiative, Dieter Reuter, musste großes Moderationstalent an den Tag legen, um die sicht- wie hörbare Wut in geordnete Bahnen zu lenken. „Nur Vorwürfe allein helfen uns jetzt nicht weiter, wir sollten vielmehr deutlich machen, dass ähnliche Ereignisse im ganzen Ort drohen.“

Doch auch ein besonnen wirkender Dieter Reuter ließ durchblicken, dass eine nach Auffassung der Gemeinschaft spät erfolgte Entschuldigung durch Bürgermeister Anton Gleich die Gemüter nicht beruhigen konnte. Wie berichtet hatte dieser gegenüber den Bürgern eingeräumt, anfangs von einem Versicherungsfall ausgegangen zu sein. „Diese Entschuldigung – für sein Versäumnis und seine falschen Informationen – hat die Anlieger frustriert zurückgelassen.“ Wie in der Vergangenheit forderte Reuter eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls und stellte mit Blickrichtung auf die neben dem Bürgermeister sitzenden Gemeinderäte fest: „Darf es sein, dass Bürger keine Unterstützung ihrer gewählten Interessenvertreter bekommen?“ Gleich versicherte: „Ich und das Gremium wollen Ihnen persönlich nicht ans Portemonnaie.“ Die Entscheidungen wie Bescheide seien Sache von Satzung, Verwaltung und Behörden.

In seinem Rechenschaftsbericht hatte der Bürgermeister zuvor den Zustand des etwa zehn Kilometer langen Versorgungsnetzes verteidigt: „Unser Leitungsnetz ist in Ordnung.“ So wollte er die von Bürgern geäußerte Zweifel ausräumen. Sie waren nach dem „Super-GAU“ (Gleich) im Ginsterweg entstanden, nach seiner Einschätzung jedoch unbegründet: „Zwischen 2005 und 2017 hat es elf Brüche gegeben. Nach allgemeiner Erfahrung sind zwei bis drei Störfälle pro Jahr normal, und zudem bewegen sich die Wassermengenverluste im niedrigen einstelligen Prozentbereich.“

Genauere Daten hätten sich die Betroffenen gewünscht, die auf die immensen Schäden auf Privatgrund hinwiesen. „Wie kann es sein, dass man uns ein Gutachten verweigert, während dies nach einem Hausbrand das erste ist, was angegangen wird?“, fragte Dieter Reuter in die Runde. Er wies auf die schwierige finanzielle Lage hin, die manchem der Rechnungsadressaten drohen könnten. Ein frustrierter Gast meinte: „Du musst als Bürger immer zahlen, egal bei welcher Sache.“

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