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Stadtbergen

20.10.2017

Rossmann und Reiter schließen ihre Filialen

Erst die Drogerie, dann die Metzgerei: Nach Rossmann hat nun auch Reiter seine Filiale in Stadtbergen dicht gemacht.
Bild: Marcus Merk

Die Stadt hat ein weiteres Geschäft im Ortskern verloren: Nach Rossmann hat nun auch die Reiter-Filiale in der Hagenmähderstraße dicht gemacht. Die Stadtberger bedauern das Ende der Metzgerei gegenüber der Straßenbahn-Schleife.

„Das hinterlässt eine Lücke“, sagt Regina Wenzl, Mutter von drei Kindern. Der 72-jährige Wolf-Dieter Epping meint: „Gerade die kurzen Wege zu den beiden Geschäften waren eine Bereicherung insbesondere für die Senioren, die zu Fuß oder mit dem Rollator unterwegs sind.“ Das ist den Verantwortlichen der Stadt klar. Leicht erreichbare Einkaufsmöglichkeiten direkt um die Ecke seien wichtig, sagt Zweiter Bürgermeister Michael Smischek. „Wir versuchen alles, um die innerörtliche Infrastruktur attraktiv zu halten.“ Keine leichte Aufgabe, wenn es Einzelhandelsketten auf die Grüne Wiesen zieht.

Rossmann schloss Mitte Oktober, weil die Filiale in der Hagenmähderstraße mit ihren 300 Quadratmetern zu klein geworden war. Vor zwei Jahren stand das Ende schon einmal im Raum. Damals hatte sich der Bürgermeister Paul Metz für eine Verlängerung eingesetzt. Jetzt gab es kein Zurück mehr: Die Suche nach passenden Ersatzstandorten in Stadtbergen sei erfolglos geblieben, sagte ein Rossmann-Sprecher.

Über das Ende der Reiter-Filiale direkt neben der Drogerie hielt sich ein Sprecher vor einigen Wochen noch bedeckt. Es würden regelmäßig die Geschäftszahlen überprüft, hieß es seitens des Traditionsunternehmens, das von Christof und Hannes Feneberg (Feneberg Lebensmittel) geführt wird. „Die Wurst- und Fleischwaren der Firma Reiter haben einen guten Namen, nun haben wir wieder ein Traditionsgeschäft weniger“, sagt der Stadtberger Wolf-Dieter Epping. Und: „Wenn ich heute Drogerieartikel mit großer Auswahl brauche, bin ich auf das Auto angewiesen und muss bis ins Virchowviertel fahren. Die Jugend tut sich da leichter.“

Von den beiden Geschäftsschließungen seien vor allem Senioren betroffen, meint Hella Hille. Sie ist 76 Jahre alt. Wegen der Infrastruktur zog sie vor einigen Jahren von Neusäß nach Stadtbergen. Sie bedauert: „Durch die Schließung ist das Angebot für den täglich Bedarf jetzt sehr reduziert. Bank, Bäcker, Metzgerei, Drogerie auf engem Raum in unmittelbarer Nachbarschaft fand ich prima.“ Und jetzt? „Die Einkaufsmöglichkeiten wie auch die Lebensqualität der Senioren verschlechtern sich erheblich.“ Auch für Mütter wird’s schwieriger: Gerade der Drogeriemarkt mit seinem breiten Sortiment sei praktisch gewesen, sagt Regina Wenzl. Und: „Dazu kommt, dass dieses kleine Zentrum des täglichen Bedarfs auch ein beliebter Kommunikationspunkt war. Hier traf man immer Bekannte und Nachbarn beim Einkaufen“, sagt Wenzl.

Auch in Zukunft wird es lebendig bleiben: In die Rossmann-Räume zieht Media@Home Baumann. Das Unternehmen mit den Sparten Fernsehen, Telekommunikation, Netzwerktechnik und Systemsteuerung kommt von der Ulmer Straße in Oberhausen nach Stadtbergen und will mit fünf Mitarbeitern Anfang des Jahres eröffnen. Einen Nachmieter für die Metzgerei gebe es noch nicht, heißt es seitens des Eigentümers, des Neusässer Immobilienspezialisten Max Schuster. Gespräche würden schon geführt.

In dieser Woche begann übrigens auch der Betrieb der ausgelagerten Krippengruppe der Kindertagesstätte Reiterweg im Blauen Haus in der Bauernstraße. Die Immobilie im Zentrum gehört der Stadt.

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