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Meitingen

17.05.2019

Rusch setzt trotz Prime und Netflix voll aufs Kino

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2 Bilder
Die Betreiberfamilie Rusch: (von links) Michael, Werner, Helga und Alexander Rusch. 
Bild: Oliver Kühne

Obwohl einige Beobachter vom Sterben der Lichtspielhäuser sprechen, will Familie Rusch weitere Filmtheater aufbauen. Und heuer helfen ihnen sogar Superhelden.

2018 war ein schlechtes Jahr für die Kinobesitzer in Deutschland. Das bekam auch das neue Cineplex in Meitingen zu spüren. Doch von einer getrübten Stimmung oder gar Pessimismus ist bei Familie Rusch nichts zu spüren. Ihr gehört das Kino in Meitingen. Aber nicht nur das. Die Ruschs aus Aichach betreiben insgesamt neun Kinos, unter anderem auch in Königsbrunn, Aichach, Memmingen oder Leipzig.

In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Kinos in Bayern gesunken. Rund 340 Kinos gab es vor 20 Jahren. Heute sind es laut den Angaben der Fimförderungsanstalt (FFA) noch 280.

Es gibt wieder mehr Kinosäle und Standorte

Werner Rusch weiß, dass es sich beim Kinogeschäft um einen „stagnierenden Markt“ handelt. Von einem aktuellen Kinosterben will er aber nicht sprechen. Er erklärt, dass mit der Digitalisierung in den 2000er Jahren einige der ganz kleinen Kinos schließen mussten. Diese seien oft von Hobbyisten betrieben worden, die die Lichtspielhäuser teilweise nur an wenigen Tagen öffneten. Seit drei Jahren gebe es in Deutschland aber wieder mehr Kinosäle und Standorte.

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Rusch und seine Familie glauben an die Zukunft des Kinos. Rusch erklärt, dass sie noch einiges in der nächsten Zeit vorhätten und auch neue Filmtheater wollen. Wo genau, will Rusch nicht verraten. Allerdings sagt er, dass er und seine Familie bereits mit mehreren Standorten in Verbindung stünden. Die Standorte würden dabei aber nicht nur in der Region liegen.

Trotz Netflix oder Amazon Prime bleibt er gelassen

Auch in Hinblick auf die Konkurrenz durch Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime bleibt er gelassen. Allerdings gebe es drei Umstände, die den Kinobetreibern das Leben schwer machen können. Dies sei zum einen das Wetter, denn bei Sonnenschein darbt das Kinogeschäft. Zum anderen die Filme, die beim Publikum ankommen müssen. Und schließlich gebe es noch die vielen anderen Freizeitmöglichkeiten, mit denen die Filmpalaste konkurrieren.

Rusch setzt aber auf das Alleinstellungsmerkmal des Kinos. Das sei das Erlebnis, das man beim gemeinschaftlichen Anschauen eines Filmes habe. Allerdings macht er auch klar: „Wir brauchen gute Filme.“ Und genau diese habe es im vergangenen Jahr nicht gegeben. Es fehlte ein Blockbuster, der die Massen in die Kinos zog. Doch heuer helfen Superhelden und zwar in Form von „Avengers Endgame“. Der neueste Marvel-Film wird in wenigen Tagen den Allzeit-Einspielrekord brechen. Rusch freut das natürlich. Er sagt: „Dieser Hype war so gar nicht zu erwarten.“

Das Meitinger Kino hat rund acht Millionen Euro gekostet

Sorgen um das Überleben der Kinos im ländlichen Bereich macht sich übrigens die große Koalition in Berlin. Deshalb soll es fünf Millionen Euro als Investitionshilfe für Lichtspielhäuser in Städten unter 25.000 Einwohnern geben. Rusch erklärt, dass rund 500 Kinos von dieser Summe profitieren werden. Dann könnte man sich ausrechnen, was beim einzelnen Betreiber ankomme. Dabei gibt es zu bedenken, dass allein der Bau des neuen Meitinger Kinos rund acht Millionen Euro gekostet hat.

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