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Gersthofen

02.07.2019

Sänger verzaubern die Zuhörer zum 100. Geburtstag

Beim Jubiläumskonzert unternahm die Chorgemeinschaft Gersthofen einen bunten Streifzug durch verschiedene Epochen der Musik.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Für ihr Jubiläumskonzert  zog die Chorgemeinschaft Gersthofen alle Register ihres Könnens. Das wirkte begeisternd und auch ansteckend.

Ihre klangliche Stärke und stilistische Perfektion hatte die Chorgemeinschaft Gersthofen in der Vergangenheit bereits mit Aufführungen wie „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn, „Schön war die Zeit“, Georg Friedrich Händels „Israel in Ägypten“ und den „Fröhlichen Abenden“ eindrucksvoll bewiesen. Nun legte der Klangkörper nach. Beim Festkonzert zum 100-jährigen Bestehen der Chorgemeinschaft unter der Leitung von Thomas Bertossi im ausverkauften Kleinen Saal der Stadthalle präsentierte er Transparenz, Nuancierung und virtuose Brillanz, kurz: handfeste musikalische Kompetenz.

Schon immer folgte der Chor unter ihrer Vorsitzenden Gabriele Janischka dem Konzept eines bunt gemischten Repertoires. Volkstümliches und klassisches Liedgut zu erhalten und doch Neues auszuprobieren, das stand auch diesmal im Vordergrund und führte zu einem abwechslungsreichen und zugleich zugänglichen Programm.

Solang man Träume noch leben kann

Gestartet wurde mit Joe Raposos Titel „Singt ein Lied“, dem 1973er-Hit aus der Sesamstraße, gefolgt von dem bei uns vor allem durch die Sängerin Paola bekannt gewordenen Titel „Blue Bayou“ und dem Klassiker der Münchner Freiheit, „Solang man Träume noch leben kann“. Dabei ließ der Chor die Stimmen mit dynamischem Feingefühl schweben, kongenial unterstützt von der Pianistin Stephanie Knauer. Zwischen leichter Tongebung und starkem Ausdruck überraschte das Ensemble bei Wolfgang Amadeus Mozarts „Nocturnos“. Hier zeichnete es kontrastreich geliebte Augensterne und das Nahen der Abschiedsstunde.

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Aber auch Volkslieder wie „Jetzt fahr’n wir über’n See“ und „Ein Jäger aus Kurpfalz“ tarierten sie gekonnt aus. Und beim frisch funkelnden „Simsaladim bamba saladu saldadim“ aus „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“ sprang die Begeisterung der Sänger für die Musik spontan auf das Publikum über.

Gersthofer Chor hat enges Band zum Dirigenten

Feststellen konnten die Besucher aber auch das enge Band, das zwischen Dirigent Thomas Bertossi und seiner Truppe bestand. Mit minimalen Gesten bestimmte er Ausdruck und Interpretation, verhalf zudem zur richtigen Klangfülle – deutlich hörbar bei Rolf Zuckowskis „Leben ist mehr“ und dem Dauerbrenner „Caprifischer“.

Bertossi beließ es aber nicht nur beim Dirigieren. Mit Billy Joels soft-rockiger Liebeserklärung „Just the Way You Are“ stellte er imponierend seine solistischen Fähigkeiten unter Beweis.

Die geforderte Zugabe gab es noch nicht, davor aber zwei klanggewaltige Ensembles, die die Chorgemeinschaft zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen hatte. Dabei entpuppte sich der Choro d’Arte St. Anton aus Augsburg unter der Leitung von Stefan Nerf als Hochkaräter. Er brachte drei Werke von Abba-Mitglied Benny Andersson und „Lullaby“, ein Schlaflied des Amerikaners Daniel Elder, zu Gehör. Allen vier Stücken hauchte der Chor emotionalen Charakter und klug umgesetzte Kontraste ein.

Weiter mit dabei war der von Werner Mühlbauer geleitete gemeinsame Kirchenchor der Pfarreiengemeinschaft Gersthofen. Er überzeugte mit Johann Kaspar Bachofens „Viele verachten die edele Musik“ und Daniel Fridericis „Wir lieben sehr im Herzen“. Dass Oper kurzweilig sein kann, bewies der Chor mit der witzigen Kantatenprobe aus Albert Lortzings Oper „Zar und Zimmermann“. Parodistisch erklärte Solist Thomas Bertossi, dass es um Musik gehe, „die zu anderm Zwecke zwar verfasst, jedoch hierher grad passt“. Köstlich dabei sein „Dideldum“-Zwischenspiel. Genau das war die Mixtur, die aus einem Festkonzert ein faszinierendes Klangerlebnis machte.

Fester Bestandteil im Gersthofer Stadtleben

Bürgermeister Michael Wörle verdeutlichte, dass die Chorgemeinschaft Gersthofen aus dem Stadtleben nicht wegzudenken sei und sie ihrem Hobby mit viel Herz nachgehe. Lobende Worte und Geldgeschenke für Notenmaterial gab es vom Präsident des Augsburger Sängerkreises, Christian Toth, und der Vizechefin des Chorverbands Bayerisch-Schwaben, Brigitte von Kirschbaum. Chorgemeinschaft-Sängerin Elfriede Schulz plauderte während des Konzerts aus dem Nähkästchen und ließ charmant die Chronik in Kurzform Revue passieren. Am Schluss gab es lang anhaltende Ovationen von einem begeisterten Publikum.

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