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Babykolumne

27.11.2018

Sauberkeit wird überbewertet

Auch saubere Kleidung wird überbewertet. Wenn der Fleck nicht rausgeht, kommt das Teil weg.
Bild: Jens Kalaene (Symbolbild)

Seit unsere Autorin Mutter ist, haben sich ihre Maßstäbe von sauber, gründlich und rein verschoben.

Sauberkeit wird völlig überbewertet. Meine aktuelle Lieblingsfarbe ist Orange. Flohmärkte finde ich einfach nur toll und ein ordentliches Zuhause wird völlig überbewertet. Nie hätte ich gedacht, dass ich mal so denken werde. Aber der Reihe nach…

Mein Sohn bekommt jetzt Brei. Zum Glück isst er meist mit großem Appetit, er hat eine Vorliebe für Karotte, Kürbis und Süßkartoffeln und beim Obst findet er Äpfel ganz toll. Die Gesundheitsapostelin in jubelt, die Sauberkeitsfanatikerin weint. Nie hätte ich gedacht, wie viel Dreck man mit einer so kleinen Menge an Essen machen kann… Im Sommer fütterte ich ihn oftmals nackt, jetzt muss neben überdimensionalen Lätzchen fleckunempfindliche Kleidung herhalten. Orange hat da definitiv seine Vorteile.

Allmählich beschleicht mich der Verdacht, dass es einen Pakt gibt zwischen der Textil-, der Lebensmittel- und der Waschmittelindustrie. Meine Theorie: Erstere bringt bevorzugt Babykleidung in Weiß oder anderen hellen Farben auf den Markt. Die Eltern jubeln: das Kind schaut darin so engelsgleich, ja, unschuldig darin aus und greifen zu. Sämtliche Babynahrungsmittelhersteller verkaufen primär Gemüsesorten, die auch die beste Hausfrau nicht ohne Weiteres aus der Kleidung rausbekommt – oder warum gibt es so wenig Aubergine im Gläschen, dagegen Karotte ohne Ende? Und schlussendlich kommt die Waschmittelindustrie mit all ihren tollen Mittelchen zum Einsatz.

Da mache ich nicht mit! Ich habe mir andere Strategien zurechtgelegt. Denn seit ich Mutter bin, haben sich meine Maßstäbe von sauber, gründlich und rein verschoben. Egal – sage ich mir – ein Kind soll eh nicht zu steril aufwachsen; das begünstigt nur das Entstehen von Allergien. Auch saubere Kleidung wird überbewertet. Wenn der Fleck nicht rausgeht, kommt das Teil weg.

Und damit die sparsame Schwäbin in mir nicht die Krise bekommt, hilft nur der Gang zum Flohmarkt. Ich staune jedes Mal, wie viel Kleidung ich dort für wenig Geld bekomme. Und manchmal finde ich sogar etwas Orangenes. Ab und an muss man sich einfach selbst überlisten.

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