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Landkreis Augsburg

07.12.2020

Schärfere Corona-Regeln: Das ändert sich an den Schulen im Landkreis

Viele Schüler im Kreis Augsburg werden ab Mittwoch wieder digital unterrichtet. Betroffen sind alle Schüler ab der achten Jahrgangsstufe - mit Ausnahme der Abschlussklassen.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Plus Weil der Kreis Augsburg als Corona-Hotspot gilt, werden viele Schüler wieder zu Hause digital unterrichtet. Was sich ändert und wie sich Schulen vorbereiten.

"Zu Hause bleiben", lautet das Credo von Ministerpräsident Markus Söder ( CSU). Das gilt auch für etliche Schüler im Augsburger Land, die nun wieder vor Laptop und Tablet pauken sollen. Schon ab Mittwoch sollen die strengeren Regeln in Kraft treten. Das ist kurzfristig, kommt für viele Schulleiter aber nicht überraschend. Haben Sie aus den Erfahrungen des ersten Lockdowns gelernt?

Schulamtsdirektor Thomas Adleff bejaht dies. "Die neuen Maßnahmen sind nichts, was uns völlig überraschend trifft", sagt er. Adleff ist zuständig für die Grund- und Mittelschulen im Augsburger Land. Die meisten Kinder und Jugendlichen dieser Schulen haben weiterhin Unterricht im Klassenzimmer. Denn die neuen Regeln betreffen vor allem ältere Schüler.

In Hotspot-Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 200, zu denen der Kreis Augsburg mit einem Wert von 223,7 zählt, müssen Schüler ab der achten Klasse zu Hause bleiben. Davon ausgenommen sind die Abschlussklassen der jeweiligen Schularten, die weiterhin vor Ort unterrichtet werden. Sollte der Inzidenzwert im Kreis Augsburg über mehrere Tage lang unter 200 sinken, sollen alle Schüler ab der achten Klasse zwischen Präsenz- und Digitalunterricht wechseln.

Schulleiter müssen kurzfristig auf neue Corona-Regeln reagieren

Auf diese neuen Regeln hatte man sich bei einer Sondersitzung des bayerischen Kabinettes äußerst kurzfristig geeinigt. "Schwierig sind für uns die vielen verschiedenen Änderungen in sehr kurzer Abfolge", sagt Schulamtsdirektor Adleff. Noch in der vergangenen Woche bereitete man sich darauf vor, mehr Abstand zwischen den Schülern vor Ort herzustellen. Nun sollen die meisten von ihnen ganz zu Hause bleiben. Insgesamt seien die Schulen aber gut darauf vorbereitet, sagt Adleff.

Inzwischen gebe es viel mehr Laptops, Tablets und Computer als noch im Frühjahr. Viele Lehrer seien digital geschult worden. Auch die Ausgabe von Leihgeräten sei an vielen Schulen inzwischen Standard. Dennoch: "Es wäre vermessen, zu behaupten wir wären durch, was den Digitalunterricht angeht", sagt Adleff.

Digitalunterricht hat sich seit Beginn der Pandemie verändert

An der Zusmarshauser Realschule sei man darauf gut vorbereitet, sagt Schulleiter Jürgen Seipt-Wunderwald. Dort müssen aller Voraussicht nach ab Mittwoch die Schüler der achten und neunten Klasse wieder von zu Hause aus unterrichtet werden. Schon seit Beginn des Schuljahres gibt es ein Konzept, mit dem sich die Schule auf diesen oder ähnliche Fälle vorbereitet hat, sagt Seipt-Wunderwald. Inzwischen hat sich die Schule an die Corona-Maßnahmen angepasst. Muss ein Lehrer in Quarantäne, kann er digital von zu Hause aus unterrichten. Müssen die Kinder in den Distanzunterricht, versuche man möglichst nach Stundenplan zu unterrichten. Teils stehen die Lehrer im Klassenzimmer und halten Unterricht per Video. Schulleiter Seipt-Wunderwald hofft nun auf eine klare Ansage vom Kultusministerium, was den Distanzunterricht angeht.

Seit Beginn der Pandemie müssen Lehrer immer wieder digital unterrichten.
Bild: Marcus Merk (Archivfoto)

Überrumpelt von den neuen Regeln fühlt sich Rektor Rainer Bartel vom Berufsschulzentrum in Neusäß, obwohl er bereits mit weiteren Corona-Maßnahmen gerechnet hatte. Ab Mittwoch sollen alle seine Schüler zu Hause bleiben. "Wir haben dazu auch nur eine Pressemitteilung bekommen. Die Details haben wir immer noch nicht", sagt Bartel. Viel Vorlaufzeit braucht der Wechsel aber nicht: "Vor Kurzem habe ich in der ersten Stunde erfahren, dass eine Klasse in Quarantäne muss. In der dritten Stunde waren schon fast alle zu Hause und haben von dort gelernt".

Nur eine Schülerin mit einem längeren Heimweg habe gefehlt. Wie der Distanzunterricht an der Berufsschule organisiert werden soll, ist noch unklar, aber Bartel ist optimistisch.

Krippen- und Kindergartenkinder werden weiter betreut

Anders als viele Schüler, sollen Kindergartenkinder auch in Hotspot-Regionen weiter in den Einrichtungen betreut werden. In Gersthofen läuft der Betrieb an den Kindertagesstätten bis zum 22. Dezember regulär weiter. Danach ist nach Angaben der Stadtverwaltung bis zum 11. Januar geschlossen. "Es ist wichtig, dass wir die Betreuung aufrechterhalten können", so Rathaussprecherin Ann-Christin Joder. Um diese Jahreszeit sei der Krankenstand immer höher. "Aber da immer wieder auch Quarantänefälle hinzukommen, wird das Personal hin und wieder auch mal knapp.

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