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Stadtbergen

22.06.2020

Schauspieler erzählt vom Dreh für Aktenzeichen XY: "Masken ab! Wir drehen"

Karlheinz Lemken aus Stadtbergen hat kürzlich für „Aktenzeichen XY...ungelöst“ gedreht.
Bild: ZDF

Plus Der Schauspieler Karlheinz Lemken aus Stadtbergen berichtet vom Dreh für die ZDF-Serie „Aktenzeichen XY...ungelöst“. Wegen Corona muss am Set der Gute-Nacht-Kuss entfallen.

Jeder, der schon einmal Dreharbeiten live erlebt hat, kennt die Kommandos. "Ruhe bitte", sagt der Regisseur. Dann folgen weitere Kommandos. "Ton ab, Kamera ab", heißt es und nachdem die Klappe gefallen ist, gibt der Regisseur mit einem kurzen "Und bitte" das Zeichen zum Drehbeginn. Doch in Zeiten von Corona ist auch beim Fernsehen nichts mehr so, wie es einmal war. "Bevor der Regisseur das Zeichen zum Drehen gab, hörte man das ungewohnte Kommando vom Aufnahmeleiter: Achtung! Masken ab! Wir drehen!", sagt Karlheinz Lemken. Der Stadtberger Schauspieler war erst kürzlich wieder für eine Folge von " Aktenzeichen XY...ungelöst" im Einsatz.

Lemken kennt das Filmgeschäft seit vielen Jahren. Sein Debüt gab er im Jahr 1968 ebenfalls bei einer Folge von "Aktenzeichen XY...ungelöst". Der Stadtberger wirkte daraufhin in verschiedenen Rollen der Fahndungssendung mit. Einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte Lemken auch durch Rollen in der Reihe "Ein Fall für zwei" und insbesondere durch seine Mitwirkung in 56 Folgen der Serie "Die Kommissarin" an der Seite von Hannelore Elsner. Auch die Augsburger erinnern sich noch heute gerne an die Zeit, als Lemken am jetzigen Staatstheater vor mehr als 25 Jahren den Startenor Tito Merelli in der Erfolge-Komödie "Otello darf nicht platzen" gespielt hat. Keine Frage, Lemken kennt sich im Filmgeschäft bestens aus, "doch durch die strengen Corona-Auflagen kam es jetzt zu solch skurrile Situationen, wie ich sie noch nie erlebt habe."

Masken wegen Corona beim Dreh sind gewöhnungsbedürftig

Allein schon das Proben mit Maske sei äußerst gewöhnungsbedürftig gewesen, weil man oft das Stichwort seiner Mitspieler nicht verstand. "Außerdem konnte man nicht erkennen, was in ihren Gesichtern vor sich ging", sagt Lemken. Nur zum Drehen hätten die Masken abgenommen werden dürfen, um sie nach der Szene sofort wieder aufzusetzen.

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In der kommenden Folge der Serie geht es unter anderem um ein Gewaltdelikt. In einer Szene werden Lemken und seine Filmpartnerin nachts im Schlaf von drei dunklen Gestalten überfallen. "Das ohnehin schon breite Doppelbett musste extra für diese Szene noch mal um einen Meter verbreitert, damit ja der erforderliche Abstand eingehalten wurde", sagt der Schauspieler und schmunzelt. "Und damit uns die Typen beim Fesseln nicht zu nahe kamen, wurde auch hier technisch ein wenig getrickst." Allerdings musste auf den im Drehbuch vorgesehenen Gute-Nacht-Kuss coronabedingt verzichtet werden.

Wegen Corona darf niemand mit Fieber ans TV-Set kommen

Frei nach der Redewendung "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" hieß es jeden Morgen vor Drehbeginn erst einmal für das gesamte Team "Antanzen zum Fiebermessen". Zwar musste jeder Darsteller am Abend vor dem Dreh und auch am Drehtag selbst eigenverantwortlich Fieber messen, aber erst die offizielle Bestätigung gab grünes Licht. Die Grenze lag laut Lemken bei 38,4 Grad. "Wer darüber lag, hätte sofort nach Hause gehen können, und der Dreh wäre abgebrochen worden."

Moderator Rudi Cerne stellt in der Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" die Fälle vor. Ein Schauspieler aus der Region ist dabei..
Bild: Nadine Rupp, ZDF

Darüber hinaus wurde gemäß des Hygienekonzepts des ZDF ein Mitarbeiter des Filmteams dafür eingeteilt, die Hände der Schauspieler und jeden Gegenstand, der benutzt wurde, zu desinfizieren. Verzichten mussten die Künstler allerdings auf den sonst üblichen Kaffee am Set. "Den mussten wir von zu Hause mitbringen", so Lemken. Getrunken werden durfte der Muntermacher nur aus der mit dem eigenen Namen versehene Tasse. "Auch das sonst übliche und reichhaltige Catering wurde durch fertig eingeschweißte Speisen ersetzt und auch für das eigene Besteck mussten wir selbst sorgen", erzählt der Stadtberger.

Am 1. Juli ist die Folge von "Aktenzeichen XY...ungelöst" zu sehen

Wurden in der Vor-Corona-Zeit die Schauspieler am Set regelmäßig verwöhnt, verliefen nun allerdings auch die Pausen während der Dreharbeiten eher spartanisch. Stühle waren nur vereinzelt vorhanden und seitens der Produktion wurde empfohlen, sich Klappstühle mitzubringen. "Darauf habe ich dann gerne verzichtet und mich in der Pause lieber draußen auf eine Mauer gesetzt", sagt Lemken.

Trotzdem: "Wir haben es aber alle mit Humor genommen und hatten auch so viel Spaß." Allen Widrigkeiten zum Trotz sei das gesamte Team hoch motiviert gewesen und bestrebt, eine gute Arbeit abzuliefern. Ob es gelungen ist, können die Zuschauer in der nächsten "XY"-Sendung, am Mittwoch, 1. Juli, um 20.15 im ZDF sehen. Die Ausgabe wird noch am selben Abend auf ZDF-Neo und in der ZDF-Nachtsendung wiederholt.

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