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Altenmünster-Hegnenbach

30.03.2019

Schildbürgerstreich am Ortseingang von Hegnenbach

Kurios: Gleich drei Schilder machen deutlich, dass hier Hegnenbach beginnt.
Bild: Josef Thiergärtner

In Hegnenbach taucht plötzlich ein Straßenschild auf, das für Verwirrung sorgt. Und keiner will es aufgestellt haben.

Echte Irrfahrten gibt es heutzutage ja kaum noch. Ein Blick aufs Smartphone und schon ist klar, wo man ist. Doch was, wenn das nicht klappt? Kein Empfang, Akku leer – wo bin ich? In Hegnenbach, Ortsteil der Gemeinde Altenmünster, wird sich diese Frage wohl keiner mehr stellen. Und das liegt nicht etwa daran, dass die alte rote Pfarrkirche jedem Besucher bekannt ist. Nein, in Hegnenbach geht man auf Nummer sicher.

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Unmissverständlich wird am Ortseingang klar gemacht, wo man ist: „Herzlich willkommen in Hegnenbach“, steht auf dem Begrüßungsschild. Soweit nichts Ungewöhnliches. Davor steht das gelbe Ortsschild, das noch einmal klarmacht, dass Hegnenbach zur Gemeinde Altenmünster und zum Kreis Augsburg gehört. Auch das: völlig normal. Doch jetzt wird es skurril: Seit Kurzen hängt gleich noch mal ein Schild am Ortseingang. „Hegnenbach“, steht da in grüner Schrift auf weißem Grund, so als gäbe es nicht bereits zwei klare Hinweise darauf. Was soll das?

Es gibt über 20 Millionen Schilder

Nun muss man wissen, wir Deutschen sind bekannt für unsere Ordnungsliebe. Auch im Straßenverkehr. Über 20 Millionen Schilder soll es entlang der deutschen Straßen geben – Tendenz steigend. Ein Drittel davon hält der ADAC für überflüssig. Das in Hegnenbach dürfte dazuzählen.

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Was hat es damit auf sich? „Schwachsinn“, sagt auch Altenmünsters Bürgermeister Bernhard Walter. Woher das Schild kommt, kann er sich nicht erklären. Er sagt: „Vielleicht hat sich da jemand einen Scherz erlaubt.“ Ein Schildbürgerstreich sozusagen. Von der Gemeinde sei es jedenfalls nicht aufgestellt worden. Walter: „Wir werden es wieder entfernen.“ Doch woher kommt es dann? Spurensuche beim Landratsamt. „Weder die Radverkehrsbeauftragte noch die Mitarbeiter bei Tiefbau und Straßenverkehrsbehörde können etwas mit dem abgebildeten Schild anfangen.“, heißt es auf Nachfrage. Woher es stammt, bleibt unklar.

Ohne Schilder geht es auch nicht

Ähnliche Schilder soll es entlang der Radwege in den Westlichen Wäldern geben, sagt Bürgermeister Walter. Meist seien die mit Pfeilen oder Kilometerangaben versehen, sodass Radfahrer sich orientieren können. Denn ohne Schilder geht es natürlich auch nicht. Das zeigt zum Beispiel der Fall von zwei 15-Jährigen, die sich im Februar mit dem Fahrrad im Wald verirrten. Östlich von Anhausen verloren sie die Orientierung. Mit dem richtigen Schild wäre das vielleicht nicht passiert.

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