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23.06.2009

Schlacke: Jetzt kommt doch die Deponie

Meitingen-Herbertshofen (mst/ma) - Die Lech-Stahlwerke Meitingen (LSW) haben bei der Regierung von Schwaben erneut einen Antrag gestellt, um ihre Schlacke künftig deponieren zu können. In dem Antrag geht es um die Deponie in Holzheim (Landkreis Donau-Ries), die 2003 bereits planfestgestellt wurde. Da dieser Beschluss jedoch schon eine Weile her ist und es inzwischen eine neue EU-Deponieverordnung gibt, müsse die geplante Deponie technisch nachgebessert werden, erklärte die Regierung von Schwaben auf Anfrage. Die Lech-Stahlwerke müssten den heutigen technischen Standard gewährleisten.

Die Neuerungen beinhalten nach Firmenangaben eine Kombination aus Basis- und Oberflächenabdichtungen. Das Sickerwasser wird aufgefangen, somit seien ein Wasseraustritt aus der Deponie und eine Auslaugung der Schlacke ausgeschlossen.

Bürgermeister gibt sich kämpferisch

Die Deponie selbst muss nicht mehr neu beantragt werden. Vielmehr geht es bei dem jetzt gestellten Antrag um eine Ausführungsgenehmigung, so die Pressesprecherin der Lech-Stahlwerke, Judith Mester. Man rechne damit, dass diese nun beantragte Genehmigung im Laufe des Jahres 2010 vorliegen werde.

Schlacke: Jetzt kommt doch die Deponie

Wenig begeistert ist die betroffene Gemeinde Holzheim, die schon einmal vergeblich gegen die Deponie vor Gericht zog, von den neuesten Plänen. Bürgermeister Robert Ruttmann will "mit allen rechtsstaatlichen Mitteln versuchen, das unsinnige Deponieprojekt Holzheim zu verhindern".

Jetzt hätten die Stahlwerke gar eine Vergrößerung der Deponie von 2,6 auf 3,2 Hektar Fläche und weitere Änderungen beantragt. Nur für die Vergrößerung sei eine öffentliche Anhörung vorgesehen. Der Bürgermeister spricht von "einem Skandal" und fordert, dass für das gesamte Deponievorhaben eine erneute Planfeststellung erfolgen müsse.

In den Planfeststellungsverfahren 2000 und 2003 hätten die Lech-Stahlwerke verschwiegen, dass sie über eine eigene, große Deponie verfügten: das Versatzbergwerk in Bleicherode in Thüringen. Eigentümer dieser Deponie sei Max Aicher, Gesellschafter der Lech-Stahlwerke. Deshalb sei die Aussage, dass die Lech-Stahlwerke einen Entsorgungsnotstand hätten, "totaler Blödsinn", so der Bürgermeister weiter. Ruttmann gibt sich kämpferisch: "Es kann und darf nicht sein, dass die Lech-Stahlwerke, ein unzuverlässiger Deponiebetreiber, in unserer Gemeinde Fuß fassen!"

Die Lech-Stahlwerke weisen die Vorwürfe einer Deponie-Vergrößerung in Holzheim jedoch energisch zurück. Es gehe lediglich um einen Ausgleich für die neue Abdichtung, die viel Platz wegnehme, so Pressesprecherin Judith Mester. Das Deponievolumen bleibe das gleiche wie zuvor. In dem Bergwerk in Bleicherode könnten nur höherklassige Abfälle wie Filterstäube gelagert werden, nicht jedoch die Schlacke.

Wie berichtet, hatte dem Stahlwerk in Herbertshofen Ende März eine Betriebseinschränkung wegen fehlender Schlacke-Entsorgung gedroht. Dann hatten die LSW-Verantwortlichen jedoch ein Entsorgungskonzept vorgelegt, mit dem das Landratsamt zufrieden war.

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