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Neusäß

29.10.2020

Schlechte Luft im Klassenzimmer: Neusäß schafft CO2-Ampeln an

Maske auf, Fenster ebenso – Schulalltag im Jahr 2020. Eine CO2-Ampel soll künftig in Neusäß in den Klassenzimmern anzeigen, wann gelüftet werden muss.
Bild: Bockwoldt, dpa (Symbolfoto)

Plus Jedes Klassenzimmer der städtischen Schulen in Neusäß bekommt eine CO2-Ampel. Damit soll eine bessere Lüftung in Corona-Zeiten gewährleistet werden.

CO2-Messgeräte gehören zurzeit zu den Bestsellern bei Amazon und in Fachgeschäften. Viele Menschen erhoffen sich dafür für große Räume eine Hilfestellung bei der Lüftung, die ja gerade in Corona-Zeiten empfohlen wird. Die Stadträte von Neusäß wollen für die städtischen Schulen CO2-Ampeln anschaffen. Der Kauf wird vom Freistaat finanziell gefördert.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte beantragt, dass das Thema einer besseren Lüftung in den Schulen auf die Tagesordnung des zuständigen Ausschusses kommt. Martin Barth von der Stadtverwaltung stellte zwei technische Möglichkeiten dafür vor: Die CO2-Ampeln und mobile Luftreinigungsgeräte. Für beide gibt es staatliche Förderprogramme. Barth berichtete, dass in der Ägidiusschule bereits seit acht Jahren zwei CO2-Ampeln zuverlässig im Gebrauch sind.

Sensoren messen Kohlendioxid in der Luft

Wie funktioniert so ein Messgerät? In den CO2-Ampeln sind Sensoren verbaut, die die Kohlendioxid-Konzentration der Luft messen. Die Ampelfarben zeigen den CO2-Konzentrationsbereich an, von Grün (gute Luftqualität) bis Rot (Belastung). Da man davon ausgeht, dass Corona-Viren vor allem durch Aerosole übertragen werden, spielt die Belüftung der Räume eine entscheidende Rolle. Sollte sich ein Infizierter im Raum befinden, lässt sich die Aerosolbelastung durch Frischluftzufuhr verringern. Damit soll, so hofft man, die Ansteckungsgefahr geringer sein.

Der Freistaat fördert den Kauf eines CO2-Sensors mit 7,27 Euro pro Schüler. Die Stadt Neusäß hat laut Barth 47 Klassenzimmer und 31 zusätzliche Unterrichts- und Fachräume. Ein Gerät koste rund 220 Euro. Für eine Ausrüstung aller Klassenzimmer kommt die Stadt damit auf Kosten von 10.340 Euro, abzüglich des Zuschusses bleiben noch 3376 Euro. Beim Kauf von Geräten für alle 78 Schulräume müsste die Stadt rund 10.000 Euro dazu zahlen.

Die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten wird laut Barth nur dann vom Staat gefördert, wenn sich das Zimmer nicht durch Fenster lüften lässt. Barth dazu: "In unseren Schulen können alle Räume gelüftet werden." Auch das Umweltbundesamt rate in erster Linie dazu, die Fenster zu öffnen. Dies sei besser als der Einsatz eines Geräts. Die Luftreinigungsgeräte fielen bei den Stadträten noch aus anderen Gründen durch. Christian Kugelmann ( CSU) sagte, dass die Geräte ein neuer Brandherd in den Schulen sein könnten. Heike Bittner (CSU), Lehrerin von Beruf, äußerte Bedenken wegen der Geräusche. Barth bestätigte, dass ein Brummen zu hören sei und durchaus die Konzentration beeinträchtigen könne. Susanne Höhnle (SPD) regte an, generell das Gespräch mit den Schulen zu suchen, was für die Lüftung gewünscht sei.

Vorschlag für Kindergärten in Neusäß

Auf breite Zustimmung stieß die Anschaffung von CO2-Ampeln. Silvia Daßler (Die Grünen) mahnte: "Der Winter steht vor der Tür und damit wird das Lüften nicht einfacher." Die Messgeräte seien ein guter Hinweis für die Lehrer und die Kinder könnten den Alarm zum Lüften gut sichtbar nachvollziehen. Stefan Sommer (Freie Wähler) regte an, über den Einsatz solcher Ampeln in Kindergärten und anderen städtischen Einrichtungen nachzudenken.

Da die Nachfrage nach den Geräten derzeit groß ist und die Antragsfrist für Zuschüsse zum Jahresende ausläuft, riet Barth den Stadträten zur schnellen Entscheidung. Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, 47 Ampeln für die Klassenzimmer zu bestellen. Sollte sich im Gespräch mit den Schulen rausstellen, dass weiterer Bedarf für andere Räume gesehen wird, kann nachgeordert werden. Auch in Gersthofen werden die CO2-Ampeln in Schulen ein Thema werden. Die Freien Wähler haben wie berichtet einen Antrag zur Anschaffung gestellt.

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