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Schüler-Hartz IV: Das ist ein schlechter Witz

Kommentar Von Tobias Karrer
01.04.2019

Ausbildungen zu fördern ist wichtig – das BAföG in Deutschland ist ein toller Beitrag dazu.

Es sorgt für ein gewisses Maß Chancengleichheit. Auch die Erhöhung, die das Bildungsministerium kürzlich beschlossen hat, ist wichtig und richtig.

Allerdings müssen die Regelungen besser nachvollziehbar und flexibler werden. Ein groteskes Beispiel aus der Praxis: Eine Studentin soll bald kein BAföG mehr bekommen, weil sie ihre Regelstudienzeit überschreitet. Schuld daran ist ein zeitaufwendiges Zertifikat für eine freiwillige Zusatzqualifizierung – neben ihrem Hauptstudium. Das zählt aber nicht als Grund, weiter BAföG zu bekommen. Wäre sie stattdessen durch eine Prüfung gefallen, könnte ihr Studium weiter gefördert werden.

Ausbildung im Selbststudium

Auch beim Beispiel der Kinderpflegerin in Neusäß wird stur das Gesetz vollzogen. Hier ist der zeitliche Aufwand zwar geringer, doch das war ja der Sinn des Pilotprojekts. Junge Eltern sollten die Möglichkeit haben, sich dort, wo ein dramatischer Fachkräftemangel herrscht, ausbilden zu lassen. Mit Kindern und ohne Geld geht das allerdings nicht. Die Betroffenen ans Arbeitsamt zu verweisen, wirkt wie ein schlechter Witz. Vor allem, wenn dort, wie im vorliegenden Fall, eine Ausbildung im Selbststudium verlangt wird.

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