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Zusmarshausen

26.06.2018

Schülern reicht’s: Realschule ist zu klein

Dunkle Wolken über dem eigentlich lichten Gebäude der Realschule in Zusmarshausen: Es gibt zu wenig Räume. Zehn Klassen sind jeden Tag auf Wanderschaft. Nun will der Landkreis für einen Anbau sorgen. Der Anfang wurde jetzt gemacht.
Bild: Andreas Lode

In Zusmarshausen gibt es schon lange 14 Klassenzimmer zu wenig. Nun soll Abhilfe kommen. Doch aktuell mangelt es auch an Lehrkräften. Wie der tägliche Unterricht aussieht

Den Schülerinnen und Schülern der Realschule Zusmarshausen reicht es: Ihre Schule ist zu klein, haben sie Landrat Martin Sailer in der Kinder- und Jugendsprechstunde mitgeteilt. Viele Klassen haben keinen eigenen Raum. Zu demselben Ergebnis war Anfang des Jahres eine externe Evaluation gekommen. Dabei besuchen Lehrer und Fachleute anderer Schulen eine Einrichtung, um die Stärken und Schwächen der jeweiligen Schule einmal von außen zu beleuchten.

Nun will der Landkreis reagieren und die Realschule vergrößern. So hat es sich gestern auf seiner Sitzung der Schul- und Kulturausschuss des Landkreises vorgenommen. Denn rein rechnerisch fehlen an der jüngsten Realschule des Landkreises 14 Klassenräume, berichtete jetzt Landratsamts-Fachgebietsleiter Armin Falkenhein den Ausschussmitgliedern. Und so kommt die Realschule mit dem Mangel zurecht: Vier Klassen sind in der benachbarten Mittelschule untergebracht. Der Landkreis hat dort Zimmer angemietet. Weitere Räume kann die Schule aber in Zukunft nicht entbehren, hat eine Nachfrage beim Staatlichen Schulamt ergeben, so Armin Falkenhein. Und so begeben sich jeden Tag zehn Klassen auf Wanderschaft: Sie nutzen Klassenzimmer und Fachräume, die gerade frei sind, beschreibt Schulleiterin Heidrun vorm Walde nach der Sitzung. Die Nachteile: Die Lehrer müssen teilweise weite Strecken von einer Klasse zur anderen zurücklegen. Weil jeder mögliche Raum für die Klassen genutzt wird, fehlen überdies Ausweichzimmer für Elterngespräche oder ein Ort, in dem eine Liege für kranke Kinder aufgestellt werden kann, sagte sie zudem auf der Sitzung.

Und die Schüler selbst haben keinen Platz, Bilder oder gemeinsame Arbeitsergebnisse an die Wände zu heften. „Wanderklassen sind eine schwierige Sache“ findet auch Kreisrat Hubert Kraus (CSU) aus Zusmarshausen. Er sieht den Landkreis nun auf dem richtigen Weg. Nun soll zunächst der konkrete Raummangel mit der Regierung von Schwaben abgeklärt werden. Hier geht es um die staatlichen Zuschüsse. Dann soll die Bauverwaltung des Landkreises Vorschläge machen, wo und wie angebaut werden kann.

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Die Realschule in Zusmarshausen gibt es seit 2002, im ursprünglichen Gebäude stehen 14 Klassenzimmer zur Verfügung. Vier weitere kamen 2013 im ersten Erweiterungsbau unter. Dort ist zudem die Mensa für die Ganztagsklassen zu finden. Und auch aktuell wird an der Schule gearbeitet: Der Landkreis investiert rund drei Millionen Euro in das undichte Dach der Schule.

Zwar mit weniger Schülern als noch im stärksten Jahrgang 2013/14 – aber durchaus weiterhin beliebt zeigen sich die Realschulen im Landkreis nach den Einschreibungen für das kommende Schuljahr vor wenigen Wochen. Etwa 4600 Schülerinnen und Schüler werden ab September diese Schulart besuchen, so Armin Falkenhein. In den kommenden Jahren rechnet die Schülerprognose für den Landkreis sogar wieder mit leicht steigenden Zahlen, sagt Armin Falkenhein. Im Mai hatten sich 112 Kinder für die nächsten fünften Klassen in Zusmarshausen angemeldet.

Das Problem mit dem geringen Platz kennt nicht nur die Realschule in Zusmarshausen. Erst vor wenigen Wochen hatte der Landkreis beschlossen, auch an der Realschule in Neusäß mehr Platz zu schaffen. Dort stehen seit Jahren Container auf dem Schulgelände, ab 2025 soll ein Anbau mit 1500 Quadratmetern mehr Platz kommen.

Dass der Unterricht in Zusmarshausen bis zu den Sommerferien übrigens nicht mehr in jeder Klasse so durchgeführt werden kann, wie im Lehrplan vorgegeben – das liegt übrigens nicht an den fehlenden Räumen. Im Laufe des Schuljahres sind durch Schwangerschaften und längere Krankheiten eine Reihe von Lehrkräften ausgefallen. Und neue seien auf dem Markt nun einfach nicht mehr zu haben, beschreibt die Schulleiterin. Trotz „Lehrerschwemme“ haben im Laufe des Schuljahres praktisch alle Uni-Absolventen, die nicht in den Staatsdienst übernommen oder angestellt wurden, einen anderen Arbeitsplatz gefunden. Heidrun vorm Walde blieb deshalb nichts anderes übrig, als in einer ganzen Reihe von Klassen bis zum Schuljahresende Schulstunden ausfallen zu lassen.

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